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Medizin

31. Juli 2019 mCRPC: Weiterbehandlung mit Cabazitaxel nach Chemotherapie-Indikation ist Docetaxel-Reinduktion vorzuziehen

Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) sollten im Therapieverlauf eine Chemotherapie erhalten, wenn sie die Chance haben, diese halbwegs gut zu vertragen, um auch den Benefit der Chemotherapie zu erleben, appellierte PD Dr. med. Maria De Santis, Berlin, auf dem Sanofi Genzyme Fachpresse-Workshop „10. Expertise Prostata“. Oftmals würden Patienten zu spät vorgestellt. "Wenn das Knochenmark bereits betroffen ist, kann eine Chemotherapie mehr Belastung als Hilfe sein“, so De Santis. Für die beiden Taxane Docetaxel (Taxotere®) und Cabazitaxel (Jevtana®) ist in randomisierten Phase-III-Studien bei Patienten mit mCRPC eine lebensverlängernde Wirkung belegt.
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Cabazitaxel nach Docetaxel-Versagen

Studiendaten beim mCRPC weisen auf Kreuzresistenzen zwischen den Androgenrezeptor gerichteten Substanzen (ARTAs) (1) hin, weshalb das Therapieansprechen auf die zweite ARTA gering und nur von kurzer Dauer sei, betont De Santis. Zwischen Docetaxel und Cabazitaxel bestehe keine Kreuzresistenz. Deshalb sei Cabazitaxel eine wirksame Therapieoption nach Docetaxel-Versagen. Es wurde speziell für die Situation nach Docetaxel-Versagen entwickelt und ist für diese Indikation zugelassen.

Retrospektive Studiendaten zur Sequenztherapie beim mCRPC zeigen, dass Patienten, die nach Docetaxel zunächst mit Cabazitaxel gefolgt von einer ARTA behandelt werden, in der dritten Linie länger überleben, als jene, die nach Docetaxel eine ARTA gefolgt von Cabazitaxel erhalten. Für Patienten, die mit Kombinationstherapie aus Androgendeprivation (ADT)/Docetaxel im hormonnaiven Stadium vorbehandelt wurden, sei daher bei Chemotherapie-Indikation die Weiterbehandlung mit Cabazitaxel im mCRPC-Stadium der Docetaxel-Reinduktion vorzuziehen, betont De Santis.

Aufklärung über Nebenwirkungsprofile essentiell

„Wir sagen den Patienten, dass eine Chemotherapie die Lebensqualität beeinflusst und es unter einer Chemotherapie nicht selbstverständlich ist, das Leben so fortzuführen wie vorher. Aber nach 6 Monaten ist die Lebensqualität wieder wie vor der Chemotherapie“, erklärt De Santis. Die Information des Patienten ist für de Santis in der Betreuung sehr wichtig. „Ich muss den Patienten darüber informieren, welche Vorteile und welche unterschiedlichen Nebenwirkungsprofile die verschiedenen Therapieoptionen haben und wie lange die Therapie, die für viele Patienten ein wichtiges Entscheidungskriterium ist, dauert. Die Patientenpräferenzen sind dabei sehr unterschiedlich. Es gibt Patienten, die wollen absolut keine Chemotherapie und andere, die wollen es schnell hinter sich bringen, führt De Santis aus.
 
Dr. med Stefan Machtens, Bergisch Gladbach, beschreibt wie Chemotherapie die Lebensqualität bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom (mPC) in Studien erhalten bzw. verbessern konnte. So konnten Schmerzen unter Cabazitaxel bei 53,6% der Patienten gelindert werden und bei 32,2% verbesserte sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität (CAPRISTANA Studie, FACT-P-Score). Patienten mit einem PSA-Abfall > 50% hatten eine besonders deutliche Schmerzreduktion (p=0,01, QoLiTime-Studie). Es hat sich eine bessere Verträglichkeit von Cabazitaxel vs. Docetaxel gezeigt. Von 195 Patienten mit mCRPC präferierten 43% Cabazitaxel und 27% Docetaxel; die restlichen Patienten hatten keine Präferenz. Die Patienten gaben unter Cabazitaxel insbesondere seltener Fatigue, Schmerzen und Haarverlust sowie insgesamt eine bessere Lebensqualität an (CABADOC Studie). Erschreckend sei allerdings, dass der Anteil der Patienten, der metastasiert sei, bei 20-25% liege, so Machtens.

Ulrike Tietze

Quelle: Fachpresse-Workshop „10. Expertise Prostata“, 03.07.2019, Berlin; Veranstalter Sanofi Genzyme


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