Donnerstag, 18. April 2019
Navigation öffnen

Medizin

18. Juni 2018
Seite 1/2
mCRPC: Vorteile bei frühzeitigem Behandlungsbeginn mit Radium-223

Aktuelle Daten aus Interimsanalysen der nicht-interventionellen Studien PARABO (1) und REASSURE (2,3) geben Hinweise, dass Patienten von einem frühzeitigen Therapiebeginn mit Radium-223 (Xofigo®) im Krankheitsverlauf des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) profitieren können. Radium-223-dichlorid wurde 2013 in Europa zur Behandlung von Erwachsenen mit CRPC und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte Viszeralmetastasen (4) zugelassen und ist derzeit einziger zugelassenener Vertreter der zielgerichteten Alpha-Therapie (5,6). In der Zulassungsstudie ALSYMPCA wurde eine signifikante Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens durch die Radium-223-Therapie gegenüber Placebo plus bestmöglichem Therapiestandard erzielt (7).
Diese und weitere zentrale Studienergebnisse zu Radium-223 beleuchteten Experten auf einer Pressekonferenz. Zudem berichteten sie über ihre Erfahrungen aus dem Behandlungsalltag. Ein wichtiger Aspekt der innovativen Therapie mit Radium-223 ist zum Beispiel die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Urologen und Nuklearmedizinern, um den Therapieablauf für Patienten optimal zu gestalten.

Zielgerichtete Alphatherapie verlängert Leben bei Erhalt der Lebensqualität

Laut Prof. Dr. Thomas Steuber, Hamburg, zeigen Daten der Zulassungsstudie ALSYMPCA, dass Radium-223 im Vergleich zu Placebo (jeweils plus bestmöglichem Therapiestandard) das mediane Gesamtüberleben um 3,6 Monate verlängerte (primärer Studienendpunkt) und das Auftreten von symptomatischen skelettalen Ereignissen, die sich negativ auf die Lebensqualität auswirken können, im Median um 5,8 Monate verzögerte (7,8).

Steuber erläuterte anhand von aktuellen Daten der beiden nicht-interventionellen Studien PARABO und REASSURE, dass Patienten von einem frühen Behandlungsbeginn mit Radium-223 profitieren könnten. In der ersten Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie PARABO erhielt die Mehrheit der Patienten (66,5%) 5 oder 6 Radium-223-Injektionen (1). „Patienten, die nur 1 bis 4 Radium-223-Injektionen (33,5%) erhalten konnten, hatten eine tendenziell weiter fortgeschrittene Erkrankung zu Studienbeginn und schienen mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse zu entwickeln“, sagte Steuber.(1) Eine Anzahl von sechs Injektionen in 4-wöchigen Abständen entspricht dabei dem vollständigen Therapieschema von Radium-223 (4).

Auch die Daten der nicht-interventionellen Studie REASSURE weisen darauf hin, dass ein frühzeitiger Einsatz von Radium-223 vorteilhaft sein kann. Die erste Interimsanalyse zeigte, dass Patienten bei einer Radium-223-Therapie in der Erst- (70%) oder Zweitlinie (64%) im Median 6 Injektionen verabreicht wurden (2). Eine weitere Subgruppenanalyse gibt Hinweise, dass Patienten, die vor einer Chemotherapie mit Radium-223 behandelt wurden, ebenfalls eine größere Chance hatten, alle 6 Injektionen zu erhalten (3).

Geeignetes Zeitfenster für den Beginn der Radium-223-Therapie

„Die meisten Patienten erhalten im Stadium des mCRPC als Erstlinientherapie eine neuartige Antihormontherapie. Wird der Patient nun progredient“, so Steuber, „wäre dies ein geeigneter Zeitpunkt, die Antihormontherapie zu beenden und danach mit Radium-223 zu beginnen“ (9). Als wesentlich erachtet der Urologe, dass das geeignete Zeitfenster für den Beginn einer Therapie mit Radium-223 nicht verpasst werde, da im weiteren Verlauf des mCRPC das Risiko für die Inzidenz viszeraler Metastasen steige und die Radium-223-Therapie dann nicht mehr indiziert sei (10). Das Ziel sei es, dem Patienten alle lebensverlängernden Optionen zukommen zu lassen. Im Anschluss an die Radium-223-Therapie sind alle weiteren Behandlungsoptionen, wie eine Chemotherapie, weiterhin möglich (11).
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Individualisierte Schmerztherapie

Individualisierte Schmerztherapie
© Dan Race / Fotolia.com

Schmerz ist eine komplexe Empfindung. Der menschliche Körper besitzt ein weitverzweigtes Netzwerk aus Schmerzrezeptoren und Schmerzleitungen.  Schmerzen können bei Krebserkrankungen durch das Wachstum eines Tumors oder auch durch unerwünschte Begleiterscheinungen von Therapien verursacht werden.  Um das Schmerzerleben adäquat behandeln zu können, ist es notwendig, eine individuelle Schmerztherapie durchzuführen. Die Mitarbeit der Betroffenen ist dabei...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Krebsgesellschaften: Unterstützer der Patienten

Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Tag für Tag sterben etwa 20.000 Menschen an einer Krebserkrankung. Allein 2012 gab es laut Schätzungen der WHO etwa 8,2 Millionen krebsbedingte Todesfälle.* Dieser Herausforderung zu begegnen, war schon immer das Bestreben von klinischen und niedergelassenen Ärzten, universitären Wissenschaftlern und der forschenden Pharmaindustrie. Wichtiges Bindeglied untereinander, aber auch zum Patienten, sind die...

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"mCRPC: Vorteile bei frühzeitigem Behandlungsbeginn mit Radium-223"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.