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Medizin

18. Juni 2018
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mCRPC: Vorteile bei frühzeitigem Behandlungsbeginn mit Radium-223

Aktuelle Daten aus Interimsanalysen der nicht-interventionellen Studien PARABO (1) und REASSURE (2,3) geben Hinweise, dass Patienten von einem frühzeitigen Therapiebeginn mit Radium-223 (Xofigo®) im Krankheitsverlauf des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) profitieren können. Radium-223-dichlorid wurde 2013 in Europa zur Behandlung von Erwachsenen mit CRPC und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte Viszeralmetastasen (4) zugelassen und ist derzeit einziger zugelassenener Vertreter der zielgerichteten Alpha-Therapie (5,6). In der Zulassungsstudie ALSYMPCA wurde eine signifikante Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens durch die Radium-223-Therapie gegenüber Placebo plus bestmöglichem Therapiestandard erzielt (7).
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Diese und weitere zentrale Studienergebnisse zu Radium-223 beleuchteten Experten auf einer Pressekonferenz. Zudem berichteten sie über ihre Erfahrungen aus dem Behandlungsalltag. Ein wichtiger Aspekt der innovativen Therapie mit Radium-223 ist zum Beispiel die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Urologen und Nuklearmedizinern, um den Therapieablauf für Patienten optimal zu gestalten.

Zielgerichtete Alphatherapie verlängert Leben bei Erhalt der Lebensqualität

Laut Prof. Dr. Thomas Steuber, Hamburg, zeigen Daten der Zulassungsstudie ALSYMPCA, dass Radium-223 im Vergleich zu Placebo (jeweils plus bestmöglichem Therapiestandard) das mediane Gesamtüberleben um 3,6 Monate verlängerte (primärer Studienendpunkt) und das Auftreten von symptomatischen skelettalen Ereignissen, die sich negativ auf die Lebensqualität auswirken können, im Median um 5,8 Monate verzögerte (7,8).

Steuber erläuterte anhand von aktuellen Daten der beiden nicht-interventionellen Studien PARABO und REASSURE, dass Patienten von einem frühen Behandlungsbeginn mit Radium-223 profitieren könnten. In der ersten Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie PARABO erhielt die Mehrheit der Patienten (66,5%) 5 oder 6 Radium-223-Injektionen (1). „Patienten, die nur 1 bis 4 Radium-223-Injektionen (33,5%) erhalten konnten, hatten eine tendenziell weiter fortgeschrittene Erkrankung zu Studienbeginn und schienen mehr schwerwiegende unerwünschte Ereignisse zu entwickeln“, sagte Steuber.(1) Eine Anzahl von sechs Injektionen in 4-wöchigen Abständen entspricht dabei dem vollständigen Therapieschema von Radium-223 (4).

Auch die Daten der nicht-interventionellen Studie REASSURE weisen darauf hin, dass ein frühzeitiger Einsatz von Radium-223 vorteilhaft sein kann. Die erste Interimsanalyse zeigte, dass Patienten bei einer Radium-223-Therapie in der Erst- (70%) oder Zweitlinie (64%) im Median 6 Injektionen verabreicht wurden (2). Eine weitere Subgruppenanalyse gibt Hinweise, dass Patienten, die vor einer Chemotherapie mit Radium-223 behandelt wurden, ebenfalls eine größere Chance hatten, alle 6 Injektionen zu erhalten (3).

Geeignetes Zeitfenster für den Beginn der Radium-223-Therapie

„Die meisten Patienten erhalten im Stadium des mCRPC als Erstlinientherapie eine neuartige Antihormontherapie. Wird der Patient nun progredient“, so Steuber, „wäre dies ein geeigneter Zeitpunkt, die Antihormontherapie zu beenden und danach mit Radium-223 zu beginnen“ (9). Als wesentlich erachtet der Urologe, dass das geeignete Zeitfenster für den Beginn einer Therapie mit Radium-223 nicht verpasst werde, da im weiteren Verlauf des mCRPC das Risiko für die Inzidenz viszeraler Metastasen steige und die Radium-223-Therapie dann nicht mehr indiziert sei (10). Das Ziel sei es, dem Patienten alle lebensverlängernden Optionen zukommen zu lassen. Im Anschluss an die Radium-223-Therapie sind alle weiteren Behandlungsoptionen, wie eine Chemotherapie, weiterhin möglich (11).
 
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