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Medizin

07. November 2017
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mCRPC: Früher Einsatz von Radium-223 + Abirateron oder Enzalutamid kann klinischen Vorteil bieten

Ein früher Einsatz von Radium-223 im Krankheitsverlauf des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) mit Knochenmetastasen, wenn der Patient noch einen guten Allgemeinzustand aufweist, kann sich positiv auf die Lebensdauer des Patienten auswirken (1,2,3). Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass die parallele Gabe von Radium-223 mit Abirateron oder Enzalutamid den Patienten einen weiteren Überlebensvorteil bieten kann (3). Der Einsatz von Radium-223 in der Erstlinie verbaut dabei keine weiteren Therapieoptionen (4), und eine Chemotherapie ist danach noch durchführbar (5). So lautet das Resümee der Experten Prof. Dr. Andres Jan Schrader auf dem 69. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU).
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Fachinformation
Wie Prof. Dr. Johannes Wolff, Düsseldorf, erklärte, haben Ärzte eine ganze Reihe an Therapiemöglichkeiten beim mCRPC. Bei mCRPC-Patienten mit ossärer Metastasierung und vorliegender Symptomatik ohne bekannte viszerale Metastasen ist der Einsatz von Radium-223 indiziert (6). Das Alphastrahlen emittierende Radionuklid Radium-223 ist unter den lebensverlängernden Therapien, wie Abirateron und Enzalutamid sowie den bekannten Chemotherapeutika, der einzige Vertreter der zielgerichteten Alpha-Therapie (TAT: Targeted Alpha-Therapy) (7,8). Die Ergebnisse der Zulassungsstudie ALSYMPCA (9) bildeten die Grundlage für die hochrangigen Leitlinienempfehlungen (10). In der ALSYMPCA verlängerte Radium-223 (+ bestmöglicher Therapiestandard) das mediane Gesamtüberleben (OS) signifikant um 3,6 Monate im Vergleich zu Placebo (+ bestmöglicher Therapiestandard) (9). Laut Dr. Jörg Klier, Köln, wurde die Wirksamkeit von Radium-223 durch die Daten der Phase-IIIb-Studie (internationales Early Access Programm, iEAP) bestätigt. Unter den "Real-Life"-Bedingungen der Phase-IIIb-Studie wurde ein medianes OS von 16 Monaten erreicht, das vergleichbar mit dem der ALSYMPCA (14,9 Monate) ist (3).

Lymphknotenmetastasen kein Ausschlusskriterium für Radium-223-Therapie

Xofigo® (Radium-223-dichlorid) ist zugelassen für die Behandlung von Erwachsenen mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte Viszeralmetastasen (6). Dr. Frank König, Berlin, ergänzte, dass Lymphknotenmetastasen keine Viszeralmetastasen sind und daher kein Ausschlusskriterium für eine Behandlung mit Radium-223 darstellen. So waren viszeralen Metastasen in der Zulassungsstudie ALSYMPCA bis 3 cm und in der anschließenden Phase-IIIb-Studie (iEAP) bis 6 cm erlaubt (3,9,11).

Dass der Begriff der "symptomatischen Knochenmetastasen" weit gefasst werden sollte, erörterte Sebastian Mehl, ein erfahrener Nuklearmediziner aus Berlin. Auch wenn fast alle Patienten mit ossärer Metastasierung durch die Knochenmetastasen bedingte Schmerzen haben und Schmerzmedikamente einnehmen, gebe es zusätzliche Faktoren, die Knochenmetastasen des Prostatakarzinoms symptomatisch werden lassen. So haben viele Patienten mit Metastasen auch Funktions- und Mobilitätseinschränkungen, pathologische Frakturen oder Symptome tumorbedingter Hyperkalzämie (11). Patienten, deren Lebensqualität (LQ) eingeschränkt ist, sind ebenfalls als symptomatisch anzusehen (12).

Wie in der ALSYMPCA-Studie gezeigt, berichteten rund 24,6% (FACT-P-Fragebogen) und 29,2% (EQ-5D-Fragebogen) der befragten Patienten, dass sich ihre LQ unter dem Radionuklid deutlich verbessert hat. Zum Vergleich: In der Kontrollgruppe gaben 16,1 % bzw. 18,5% der befragten Patienten eine Verbesserung der LQ an (13).
 
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