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Medizin
Fortgeschrittenes hepatozelluläres Karzinom 15. April 2021

Leitlinien-Update: Atezolizumab und Bevacizumab neuer Standard beim HCC

Die aktualisierten Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) empfehlen die Kombinationstherapie aus Atezolizumab (Tecentriq®) und Bevacizumab bei Patienten mit fortgeschrittenem oder nicht resezierbarem hepatozellulärem Karzinom (HCC) mit Evidenzlevel IA (1). Auch für die S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Hepatozellulären Karzinoms und biliärer Karzinome“ liegt eine Konsultationsfassung vor, ebenfalls mit dem höchsten Empfehlungsgrad für die First-Line-Kombination (2). Ein finales Update wird zeitnah erwartet. Atezolizumab ist die bislang einzige zugelassene Krebsimmuntherapie beim fortgeschrittenen HCC und bietet Patienten in der First-Line-Behandlung einen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber dem bisherigen Standard Sorafenib (3).
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Die ESMO bestätigt mit ihrer Empfehlung von Atezolizumab und Bevacizumab für die systemische First-Line-Therapie des HCC mit einem Evidenzlevel IA den hohen Stellenwert der Krebsimmuntherapie (1). Grundlage der Empfehlung ist die starke Evidenz aus der IMbrave150-Studie (3). Die multizentrische, randomisierte und offene Phase-III-Studie zeigte eine klinisch relevante Überlegenheit von Atezolizumab und Bevacizumab (Avastin®) gegenüber Sorafenib in allen Endpunkten – bei gleichzeitig längerem Erhalt der von Patienten angegebenen Lebensqualität (11,2 Monate vs. 3,6 Monate unter Sorafenib; HR=0,63; 95%-KI: 0,46-0,85) (3). Inzwischen zeigt ein deskriptives Daten-Update eine Verlängerung des Gesamtüberlebens um fast ein halbes Jahr (19,2 vs. 13,4 Monate unter Sorafenib; HR=0,66; 95%-KI: 0,52 – 0,85) (4). Mit längerem Follow-up stieg die absolute Zahl der Patienten mit vollständiger Remission (CR nach RECIST1.1) von 18 auf 25 (8%) (3, 4). Der Einsatz der Krebsimmuntherapie in der First-Line-Therapie von HCC-Patienten wird gemäß ESMO-Guidelines daher „dringend empfohlen“ (1).
 

Höchste Empfehlung für Atezolizumab in der First-Line

Auch die derzeitige Konsultationsfassung der S3-Leitlinie empfiehlt die Krebsimmuntherapie in der First-Line beim HCC mit dem höchsten Empfehlungsgrad (A=starke Empfehlung) basierend auf einem Level of Evidence 2 der Studie IMbrave150 (2). Die Kombination aus Atezolizumab und Bevacizumab ist hier erste Wahl: Mit einem starken Konsens, das heißt über 95% aller Stimmberechtigten, wurde die Überlegenheit von Atezolizumab und Bevacizumab im Vergleich zu Sorafenib anerkannt. Aller Voraussicht nach wird dies zu einer Verschiebung der zuvor etablierten Therapielinie führen und die Kombination der neue Standard in der First-Line werden. Nur Patienten mit einer Kontraindikation für die Kombination soll eine First-Line-Therapie mit einem der beiden Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) Lenvatinib oder Sorafenib angeboten werden (2). Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) ist die federführende Fachgesellschaft der Leitlinie. Ein finales Update wird in Kürze erwartet.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Vogel A, Martinelli E, on behalf of the ESMO Guidelines Committee, Ann Oncol 2021; S0923-7534(21)00154-X. Online ahead of print.
(2) Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik und Therapie des Hepatozellulären Karzinoms und biliärer Karziome, Langversion 2.01, Februar 2021, AWMF Registernummer: 032/-053OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hepatozellulaeres-karzinomhcc/ (Zugriff am: 15.04.2021)
(3) Finn RS et al., N Engl J Med 2020; 382(20): 1894-1905
(4) Finn RS et al., ASCO-GI 2021, Abstract 267


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