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Medizin

16. September 2015 Leitlinie zum Ösophaguskarzinom erschienen: Evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnose und Therapie

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat im September 2015 erstmals eine S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Speiseröhre vorgelegt. Sie entstand unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und soll die Versorgung beim Speiseröhrenkrebs verbessern. Eine medizinische Leitlinie mit Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik, Therapie, Palliation und Nachsorge beim Speiseröhrenkrebs war bislang in Deutschland nicht vorhanden.

Beim Ösophaguskarzinom werden 2 verschiedene Tumorarten, das Adenokarzinom und das Plattenepithelkarzinom, unterschieden. 2010 erkrankten in Deutschland ca. 4.900 Männer und etwa 1.400 Frauen neu an dieser Krebsart. Die Erkrankung geht in der Regel mit einer schlechten Prognose einher. Ihre Behandlung ist medizinisch anspruchsvoll: Zum einen stellt die enge Nachbarschaft der Speiseröhre zur Lunge erhebliche technische Anforderungen an das operative und therapeutische Vorgehen. Besonders bei den Plattenepithelkarzinomen wird die Therapie außerdem dadurch erschwert, dass die betroffenen Patienten, bedingt durch Alkohol- und Tabakkonsum, häufig Begleiterkrankungen aufweisen, die die Therapiemöglichkeiten erheblich einengen.
 
Deshalb ist bei der Diagnostik und Therapie von Speiseröhrenkrebs ein hoher Grad an Zusammenarbeit zwischen verschiedenen ärztlichen Fachrichtungen erforderlich. „Dies gilt besonders für die Entscheidung, welche Patienten am meisten von einer alleinigen Operation profitieren und wer besser eine Radiochemotherapie vor der OP bzw. eine alleinige Radiochemotherapie bekommen sollte“, erklärt Prof. Rainer Porschen, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Klinikum Bremen Ost und Koordinator der Leitlinie. „Wir freuen uns sehr, dass die vorliegende Leitlinie erstmals Behandlungsalgorithmen liefert, um die Therapieentscheidung zu erleichtern.“ Die Leitlinie berücksichtigt auch neue diagnostische Verfahren (z.B. PET-CT), die erst vor kurzem in die Stufendiagnostik des Ösophaguskarzinoms eingeführt wurden. Sie enthält außerdem Qualitätsindikatoren, die mit einer standardisierten Methodik abgeleitet wurden und für die Zertifizierung von Krebszentren, für die Dokumentation im Rahmen von klinischen Krebsregistern und als Grundlage bei der Analyse von Therapieeffekten genutzt werden können.
 
„Der gesamte Magen-Darm-Trakt und dessen Behandlung ist für Gastroenterologen das Spezialgebiet schlechthin. Daher war es Aufgabe der DGVS, als aktiver Partner die Federführung der Leitlinie zu übernehmen“, sagt DGVS-Mediensprecher Prof. Christian Trautwein aus Aachen. „Wir freuen uns, dass die fruchtbare Zusammenarbeit mit den verschiedenen beteiligten Fachgesellschaften und Institutionen dieses  gute Ergebnis erbracht hat – vor allem auch Patienten werden von der neuen Leitlinie profitieren.“
 
Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL)

Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und Patienten zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm mehr als 15 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen.

Mehr unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de. Für den direkten Zugang zur neuen S3-Leitlinie zum Speiseröhrenkrebs nutzen Sie bitte folgenden Link: leitlinienprogramm-onkologie.de/OEsophaguskarzinom.86.0.html


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