Montag, 19. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
Medizin
17. Februar 2014

Lebermetastasen: Erweiterte Anwendung der SIR-Spheres-Mikrosphären bei SIRT

Nuklearmediziner, Radiologen, Onkologen und Chirurgen aus Europa kamen in Rom zum 5. multidisziplinären Symposium zur zielgerichteten Leberkrebstherapie mit Y-90-Mikrosphären zusammen. Die Mediziner folgten der Einladung der Universität La Sapienza, des Tumorinstituts Regina Elena (IRE) und des dermatologischen Instituts San Gallicano (ISG) und diskutierten die Einsatzmöglichkeiten der SIR-Spheres® Mikrosphären. Zudem tauschten sie sich über große, multizentrische, randomisierte Studien aus, die derzeit die Wirksamkeit der Kunstharz-Mikrokügelchen bei der Therapie des hepatozellulären Karzinoms (HCC) und des metastasierten Kolonkarzinoms untersuchen.

Auch die Phase II-Studie "SORAMIC" war Bestandteil der Diskussionen. Sie prüft derzeit, ob SIR-Spheres Mikrosphären mit anschließender Gabe von Sorafenib den Behandlungserfolg bei HCC-Patienten steigern können. Für die Studie werden 375 Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium durch 40 Kliniken in Europa rekrutiert - darunter zwölf Kliniken in Deutschland. Aktuell sind 300 Patienten registriert.

Zudem ermittelt die prospektive randomisierte Phase III-Studie "SIRFLOX" weltweit bei Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen, ob eine Standard-Chemotherapie mit FOLFOX6m (mit oder ohne Bevacizumab) in Kombination mit einer zielgerichteten Radiotherapie mit SIR-Spheres Mikrosphären wirksamer und sicherer ist als eine alleinige First-Line-Therapie mit FOLFOX6m (mit oder ohne Bevacizumab). Erste Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet.

Bisherige Daten bei Patienten mit HCC und Lebermetastasen des Kolorektalkarzinoms zeigen: Die SIRT kann die Lebenserwartung steigern (1,2,3,4) und die Lebensqualität  verbessern (5). Auch beim cholangiozellulären Karzinom sowie bei Lebermetastasen bei Mammakarzinom und neuroendokrinen Tumoren ist der Einsatz der SIR-Spheres Mirkosphären erfolgversprechend, so der Tenor namhafter Mediziner und Forscher aus Italien, Frankreich und den USA.

In einigen deutschen Kliniken ist die SIRT bereits Bestandteil von Leberresektionsprotokollen. So setzt Frau Prof. Dr. Christiane Bruns, Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg, die Therapie mit den radioaktiven Mikrokügelchen in einzelnen Fällen nach interdisziplinärer Bewertung zum Downsizing der Tumorlast ein, um anschließend eine Resektion durchführen zu können. "Zukünftig wird es noch wichtiger, die Rolle der SIRT in der Chirurgie zu definieren. Mit großer Spannung erwarten wir die ersten Studienergebnisse in Europa. Sie werden die Effizienz und Wirksamkeit der Therapie weiter belegen", führte sie aus.

"Das Symposium hat gezeigt, dass sich die SIRT als wertvolle palliative Behandlungsoption von Patienten mit nicht resektablen primären und sekundären Leberkarzinomen etabliert hat. Um den medizinischen Fortschritt auch weiterhin gestalten und die Behandlung der Patienten stetig verbessern zu können, investieren wir viel in die Durchführung von klinischen Studien. Darüber hinaus ist es wichtig, dass SIRT-Anwender ihre Erfahrungen regelmäßig auf internationaler Ebene austauschen können", sagte Nigel Lange, Geschäftsführer von SIRTeX Medical Europe.

In Europa haben bereits 9.000 Patienten SIR-Spheres Mikrosphären erhalten, davon über 3.800 in Deutschland. Bei dem Verfahren bestrahlen Yttrium-90-Kunstharz-Mikrokügelchen die Tumoren hochselektiv mit Dosen von bis zu 1000 Gray im Körperinneren. Aufgrund der geringen Strahlenreichweite von durchschnittlich nur zwei bis drei Millimetern beträgt die Strahlenexposition des gesunden Leberparenchyms weniger als 25 Gray. Damit verbessert die SIRT die Behandlungsoptionen von Patienten mit fortgeschrittenem Tumorbefall in der Leber. Diese konnten aufgrund der Strahlensensibilität des Organs zuvor nur begrenzt einer Strahlentherapie zugeführt werden.

Literaturhinweise:
(1) Seidensticker R et al. Cardiovasc Interv Radiol 2012; 35; 1066-1073.
(2) Hendlisz A et al. J Clin Oncol 2010; 28: 3687-3694.
(3) Bester L et al. J Vasc Interv Radiol 2011; D0I: 10.1016/j.jvir2011.09.028.
(4) Sangro B et al. Hepatology 2011; 54(3): 868-878.
(5) Van Hazel G et al. Journal of Surgical Oncology 2004; 88; 78-85.

Quelle: European Multidisciplinary Symposium on Liver-Directed Cancer Therapy using 90Y Microspheres, 7.-8.2.14, Rom


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Stichwörter
Das könnte Sie auch interessieren
Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden...

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
70+Prozent+der+Deutschen+f%C3%BCrchten+Tumor%2C+Engagement+f%C3%BCr+Gesundheit+w%C3%A4chst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Lebermetastasen: Erweiterte Anwendung der SIR-Spheres-Mikrosphären bei SIRT"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.