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Medizin

31. Oktober 2019 Lebensqualität beim Multiplen Myelom erfassen

Mit den verfügbaren Medikamenten hat sich die Prognose der Patienten mit Multiplem Myelom (MM) deutlich verbessert. das gilt auch für über 65-jährige Patienten, die meist nicht mehr transplantiert werden. Auch die Lebensqualität kann durch die Therapie günstig beeinflusst werden und sollte erfasst werden.
 
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Mit der längeren Lebenserwartung hat die Bedeutung der Lebensqualität unter Therapie zugenommen, erklärte Prof. Dr. Monika Engelhardt von der Universitätsklinik Freiburg anlässlich der DGHO Jahrestagung 2019 in Berlin. Allerdings war in einer Studie die Lebensqualität älterer Patienten mit MM schlechter als bei den meisten anderen Krebserkrankungen (1). Viele der Patienten haben zudem viele Komorbiditäten und sind nicht selten fragil (2). Die Verschlechterung der Lebensqualität verläuft im Vergleich zu nicht am MM erkrankten Altersgenossen akzeleriert, lässt sich aber laut Prof. Engelhardt beeinflussen. So stieg die gesundheitsbezogene Lebensqualität nach dem European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30 (QLQ-C30) in der ASPIRE-Studie bei Therapie mit Carfilzomib (Kyprolis®) in Kombination mit Dexamethason (KRd) im Vergleich zu Rd alleine über 18 Zyklen an. In der ENDEAVOR-Studie blieb die Lebensqualität mit Kd stabil, während sie mit Bortezomib-Dexamethason (Vd) abnahm (3-5).

Elektronische Unterstützung zur Erfassung der Lebensqualität

Wichtig ist, die Lebensqualität regelmäßig im Verlauf zu erfassen, wozu neben Fragebögen inzwischen auch Apps zur Verfügung stehen. Im von Amgen unterstützten Projekt CANCADO steht den Patienten ein elektronisches Tagebuch zur Verfügung, das mit einer Erinnerungsfunktion für die Medikamenteneinnahme, aber auch beispielsweise mit Fragebögen zu Lebensqualität, Symptomen und psychischer Belastung verknüpft ist (6). Für den Arzt können die Informationen zur Visite gesammelt zur Verfügung gestellt werden. Die Patienten erhalten auf ihre Angaben hin gegebenenfalls eine Rückmeldung, beispielsweise bei starken Nebenwirkungen.

Interaktive Systeme haben ein großes Potenzial erläuterte Dr. Friedrich Overkamp, Geschäftsführer der onkowissen.de GmbH aus Hamburg: In einer randomisiert-kontrollierten Studie führte ein wöchentlicher Email-Kontakt mit der Bitte, sich in ein Internetprogramm zur Erfassung patientenberichteter Endpunkte einzuloggen und Fragen zu beantworten, gegenüber einer Standardversorgung nur mit Arztbesuchen zu weniger Notfallinterventionen und sogar zu einem längeren Gesamtüberleben (7).

Das Projekt Multiple Myeloma Resilience PRO, das der digitale Dienstleister KAIKU in Kooperation mit Helios und Amgen entwickelt, erfasst systematisch Patientenberichtete Endpunkte und soll damit die Kommunikation zwischen Patienten und Arzt gerade auch hinsichtlich ihrer körperlichen und psychischen Bedürfnisse verbessern. Ziel ist, dadurch die Resilienz des Patienten zu unterstützten und die Therapiekontinuität zu gewährleisten.      

Friederike Klein

Quelle: Symposium „Die 3 Fragezeichen: Hot Topics beim rezidivierten Multiplen Myleom“ am 11. Oktober 2019 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie, 11.-14. Oktober 2019, Berlin

Literatur:

(1) Kent EE et al. Cancer 2015; 121(5): 758-765.
(2) Engelhardt M et al. Haematologica 2017; 102(5): 910-921.
(3) Stewart AK, et al. N Engl J Med 2015; 372(2): 142-15.
(4) Stewart K et al. J Clin Oncol 2016; 34(32): 3921-3930.
(5) Ludwig H et al. Blood Cancer J 2019; 9(3): 23.
(6) www.cankado.com
(7) Basch E et al. J Clin Oncol 2017; 35(suppl; abstr LBA2).
 


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