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Stellenwert von Lebensqualität und Patientenpräferenz bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom 04. November 2019
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© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Erhalt der Lebensqualität für Patientinnen mit mBC bei der Therapiewahl am relevantesten

Auf dem DGHO-Kongress 2019 fand ein interaktives Symposium statt, in dem der Stellenwert von Lebensqualität und Patientenpräferenz bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom (mBC) diskutiert wurde. Es wurden die Ergebnisse einer Studie gezeigt, nach denen für die Patientinnen der Erhalt der Lebensqualität die höchste Relevanz hat – noch vor den Überlebensparametern und den therapieassoziierten Nebenwirkungen.
In den letzten 10 Jahren häufen sich die Studien, die Vorteile im progressionsfreien und Gesamtüberleben (PFS und OS) beim mBC zeigen konnten. Prof. Dr. Peter Fasching, Erlangen, stellte 2 Studien zu CDK4/6-Inhibitoren in den Fokus: Die MONARCH-2- und die MONALEESA-7-Studie. In der MONARCH-2-Studie wurde bei Patientinnen mit HR+/HER2-negativem Brustkrebs Abemaciclib + Fulvestrant mit Placebo + Fulvestrant verglichen. Das mediane PFS betrug unter Abemaciclib + Fulvestrant 16,9 vs. 9,3 Monate unter Placebo + Fulvestrant (HR=0,536; 95%-KI:0,445-0,645; p<0,0001). Das mediane OS war mit 46,7 Monaten ebenfalls signifikant verbessert im Vergleich zu 37,7 Monaten unter Placebo + Fulvestrant (HR=0,757; 95%-KI: 0,606-0,945; p=0,0137) (1). Dies entspricht einem OS-Benefit von 9,4 Monaten, wie Fasching betonte. Auch die Zeit bis zu einer Chemotherapie war im Verum-Arm signifikant verlängert: 50,2 Monate vs. 22,1 Monate unter Placebo (HR=0,625; 95%-KI: 0,501-0,779; p<0,0001). In der MONALEESA-7-Studie wurden Patientinnen mit HR+/HER2-negativem fortgeschrittenen Mammakarzinom mit entweder Ribociclib + endokrine Therapie (ET) oder Placebo + ET behandelt. In dieser Studie konnte u.a. nachgewiesen werden, dass die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität unter Ribociclib signifikant verlängert wurde im Vergleich zu Placebo: NR vs. 21,2 Monate (HR=0,70; p=0,004) (2). „Die Nebenwirkungen des CDK4/6-Inhibitors betreffen v.a. den Gastrointestinaltrakt und sind mit geeigneten Supportivmaßnahmen gut behandelbar“, so Fasching.

„Das frühere Dogma, dass eine maximal aggressive Therapie am besten hilft, gilt definitiv nicht mehr. Wir haben gesehen, dass unter den CDK4/6-Inhibitoren wesentlich bessere PFS-Raten als unter Chemotherapie zu erreichen sind“, resümierte Fasching. Die Kombination einer Hormontherapie mit einer CDK4/6-Inhibition ist einer Chemotherapie im Hinblick auf PFS, OS und Lebensqualität überlegen. Der Einsatz einer Chemotherapie wäre seines Erachtens nur noch in akut lebensbedrohlicher Situation und bei hohem Remissionsdruck gerechtfertigt.

Eine von der Firma Lilly in Auftrag gegebene Studie untersuchte gezielt, wie das OS und das PFS im Verhältnis zur Verträglichkeit der Therapie und zu deren Auswirkungen auf die Lebensqualität von Patientinnen bewertet wird. Laut Prof. Dr. Achim Wöckel, Würzburg, handelt es sich hierbei um eine qualitativ sehr hochwertige Studie. Die Ergebnisse zeigten, dass den Patientinnen besonders der Erhalt ihrer körperlichen Beweglichkeit und Mobilität, ebenso aber auch eine Verlängerung von PFS und OS wichtig ist. Typische Nebenwirkungen von Chemotherapien wie z.B. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Fatigue oder Haarausfall, seien für die Patientinnen weniger wichtig, als oftmals angenommen (3). Wie Wöckel erklärte, seien die Patientinnen bereit, einiges in Kauf zu nehmen im Hinblick auf eine möglichst effiziente Therapie. Wöckels Fazit bezüglich der Studie: „Im Kontext der Entscheidung für eine palliative Mammakarzinom-Therapie sind die Präferenzen der betreffenden Patientinnen, unabhängig von ihrer bisherigen Behandlungserfahrung, primär auf höhere bzw. stabile Lebensqualität und Therapieziele wie OS und PFS ausgerichtet. Die Patientinnen scheinen Nebenwirkungen bis zu einem gewissen Grad zu tolerieren, solange die Lebensqualität erhalten bleibt und OS-/PFS-Ziele erreicht werden.“

sk

Quelle: Symposium „Lebensqualität und Patientenpräferenz – Was ist wichtig für die Patientin mit einem metastasierten Mammakarzinom?“, DGHO 2019, 12.10.2019, Berlin; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Sledge G et al. Ann Oncol 2019; 30(suppl_5): v851-v934.
(2) Harbeck N et al. Ann Oncol 2018; 29.
(3) Weidling E et al. Poster presented at BMC Kongress 2019, Berlin, 22./23.01.2019.


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