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Medizin
07. März 2016

Lebensbedrohliche Lungenerkrankungen effektiv behandeln

Patienten mit lebensbedrohlichen Lungenerkrankungen können heute immer individueller und effektiver behandelt werden, so die Quintessenz eines Pressegesprächs im Rahmen der 57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP). Die Referenten stellten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu bewährten Produkten sowie Neuigkeiten zu innovativen Wirkstoffen aus der Pneumologie-Pipeline von Roche vor. Mit Bevacizumab (Avastin®) und Erlotinib (Tarceva®) in der First-Line-Therapie kann beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) die Basis für weitere Therapien gelegt werden. Durch beide Therapien lässt sich sowohl das progressionsfreie als auch das Gesamtüberleben verlängern (1).

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„Roche zeichnet sich durch eine Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika aus und strebt an, Patienten durch innovative Ansätze ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen“, betonte Dr. Stefan Frings, Medizinischer Direktor der Roche Pharma AG. Die langjährige Erfahrung von Roche mit Atemwegserkrankungen beruht auf Medikamenten wie Dornase alfa (Pulmozyme®) für Mukoviszidose (zystische Fibrose) und Pirfenidon (Esbriet®) gegen die leichte bis mittelschwere idiopathische Lungenfibrose (IPF). Zur Behandlung von bestimmten Formen von Lungenkrebs befinden sich Erlotinib (Tarceva®) und Bevacizumab (Avastin®) im Roche-Portfolio.

In der Pipeline sind zahlreiche Wirkstoffe für Patienten mit schweren Lungenerkrankungen sowohl für onkologische als auch nicht-onkologische Indikationen. Das Immuntherapeutikum Atezolizumab erhielt von der U. S. Food and Drug Administration (FDA) bereits zwei Mal den Status einer „Breakthrough Therapy“ – sowohl für die Behandlung des bereits medikamentös therapierten PD-L1-positiven NSCLC als auch des Blasenkarzinoms. Der sich in der klinischen Entwicklung befindliche monoklonale Antikörper bindet gezielt an das Protein PD-L1 und verhindert dadurch die Interaktion von PD-L1 mit Immunzellen, dadurch werden bei manchen Patienten die Kräfte der körpereigenen Immunabwehr gegen den Tumor frei. Ergebnisse aus Phase II bestätigen das Wirkprinzip der PD-L1-Hemmung: Atezolizumab reduziert in der Studie POPLAR das Mortalitätsrisiko von Patienten mit fortgeschrittenem PD-L1-exprimierendem NSCLC gegenüber Docetaxel um über 40% (HR: 0,59; p=0,005) (2). Erste Phase-III-Ergebnisse zu Atezolizumab beim NSCLC werden noch für dieses Jahr erwartet. Neben dem Lungen- und Blasenkarzinom wird Atezolizumab auch beim Nieren- und Mammakarzinom untersucht – teilweise in Kombination mit anderen zielgerichteten Wirkstoffen.

Auch der in den USA bereits zugelassene Wirkstoff Alectinib erhielt zuvor den FDA-Status Therapiedurchbruch. Der oral anwendbare Hemmer der anaplastischen Lymphomkinase (ALK) ließ bei Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positiven (ALK+) NSCLC, deren Erkrankung nach Behandlung mit Crizotinib weiter fortgeschritten war, die Tumoren schrumpfen und zeigte Gesamtansprechraten von bis zu 50% (3). Bei etwa der Hälfte aller Patienten mit ALK-positivem Lungenkrebs streut der Tumor in das Gehirn (4). Studien deuten darauf hin, dass das Medikament auch im Gehirn wirksam ist, mit einer starken Aktivität gegen Hirnmetastasen (5).

Bevacizumab und Erlotinib: Etablierte First-Line-Therapien beim NSCLC

Bevacizumab erhielt zweimal den höchsten Empfehlungsgrad (I,A) in den aktualisierten ESMO-Guidelines (6). Die gute Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab bestätigten auch die Daten der nicht-interventionellen Studie AVAILABLE (7). Bevacizumab ist für die Kombination mit jeder Platindublette zugelassen, betonte Professor Dr. Wolfgang Schütte, Leiter der Inneren Medizin am Klinikum Martha-Maria in Halle an der Saale. Ansprechraten von 35-38% geben ein deutliches Indiz der Wirksamkeit von Bevacizumab in Kombination mit Cisplatin (8). Ein weiterer Pluspunkt: Bevacizumab ist als Monotherapie auch in der Erhaltung zugelassen (9). Professor Schütte: „Durch diese Zulassung kann die Therapie ohne Wirkstoffwechsel fortgesetzt und Bevacizumab breit eingesetzt werden – auch bei älteren Patienten, bei Patienten mit vorbehandelten bzw. unvorbehandelten ZNS-Metastasen sowie bei zentraler Tumorlage.“

„Bei der Behandlung des EGFR-mutierten NSCLC müssen bei der Therapiewahl die verschiedenen Mutationen sowie der ECOG-Status* berücksichtigt werden“, so Schütte. Für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem NSCLC mit ECOG 2 (mit Del19- sowie L858R-Mutation) liegen Daten vor, die eine Therapie mit Erlotinib unterstützen (10). Auch für Patienten mit ECOG 0-1 und L858R-Mutation ist Erlotinib aufgrund des Gesamtprofils aus Wirksamkeit und Verträglichkeit eine Option. Basierend auf Daten der klinischen Studien sowie Metaanalysen, zeigt der Tyrosinkinase-Inhibitor Erlotinib eine sehr gute Balance zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit (11).

*Performance-Status nach der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) reicht von 0 (keine Einschränkungen) bis 5 (Tod).  

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Sandler A et al. J Thorac Oncol 2010; 5:1416-1423
(2) Vansteenkiste J et al. ECC 2015; Abstract # 14LBA
(3) Barlesi et al. ESMO 2015
(4) Otterson, ASCO, 2012
(5) Shaw et al. WCLC 2015; Gadgeel et al, WCLC 2015
(6) Reck M et al. Ann Oncol 2014; 25 (Suppl 3): iii27-iii39. doi: 10.1093/annonc/mdu199. Epub 2014 Aug 11
(7) Tessen HW et al. ECC 2015; Poster 3106, 25.-29.9.2015, Wien
(8) Reck M et al., Ann Oncol 2010; 21(9): 1804-1809
(9) Fachinformation Avastin®, Stand: Oktober 2015
(10) Fachinformation Tarceva®, Stand: Januar 2016
(11) Shepherd, NEJM, 2005; Zhou, Ann Oncol, 2015; Rosell, Lancet Oncol, 2012; Haaland, JTO, 2014


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