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Medizin
26. Juni 2019

Langfristiger Überlebensvorteil durch Erstlinientherapie mit Dabrafenib + Trametinib bei fortgeschrittenem Melanom

Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom (Stadium IIIc oder IV) mit BRAF-V600-Mutation profitieren sowohl hinsichtlich des Gesamtüberlebens als auch des progressionsfreien Überlebens von der Kombination aus Dabrafenib (Tafinlar®) und Trametinib (Mekinist®). Dies belegen die gepoolten Daten aus den Studien COMBI-d und COMBI-v, die auf dem ASCO Annual Meeting 2019 vorgestellt wurden (1).
Die retrospektive Analyse der gepoolten Daten zeigte eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von 34% (95%-KI: 30-38%) bei Patienten unter einer Erstlinientherapie mit dem BRAF-Inhibitor Dabrafenib und dem MEK-Inhibitor Trametinib. „Neben dem Überleben spielt das progressionsfreie Überleben eine maßgebliche Rolle für die Patienten. Unter der Kombination waren nach fünf Jahren 19% der Patienten ohne Progress“, berichtete die Erstautorin der Studie Prof. Caroline Robert, Paris.
 
Wie multivariate Analysen ergaben, waren einige Parameter mit einem verbesserten progressionsfreien Überleben (PFS) sowie einem besserem Gesamtüberleben (OS) assoziiert. So zeigten Patienten mit normalen Laktatdehydrogenase-Werten (LDH ≤ ULN, upper limit of normal) eine 5-Jahres-PFS-Rate von 25% und eine 5-Jahres-OS-Rate von 43%, wogegen Patienten mit erhöhten LDH-Werten (> ULN) mit 8% bzw. 16% geringere 5-Jahres-PFS- und OS-Raten aufwiesen. Noch deutlicher war der Benefit für Patienten, die neben normalen LDH-Werten Metastasen in weniger als 3 Organen aufwiesen. Ihre 5-Jahres-PFS- und -OS-Raten lagen bei 31% bzw. 55%.
 
Auch die 109 Patienten (19%), die unter Dabrafenib und Trametinib eine komplette Remission (CR) erreichten, profitierten in besonderem Maße von dieser Erstlinientherapie. Sie erzielten nach 5 Jahren ein PFS von 49% sowie ein OS von 71%. Weitere, mit einem verlängerten PFS bzw. OS assoziierte Parameter waren ein höheres Alter, weibliches Geschlecht, BRAF-V600E-Mutation sowie ein besserer Allgemeinzustand.
 
Während der Beobachtungszeit traten keine unerwarteten Nebenwirkungen auf; 99 von 559 Patienten brachen die Therapie aufgrund unerwünschter Ereignisse (UE) ab. Zu den häufigsten UE zählten eine erhöhte Körperkerntemperatur (4%), eine verminderte Auswurffraktion (4%) sowie eine Erhöhung der Alanin-Aminotransferase (1%). Es wurden keine Todesfälle im Zusammenhang mit der Kombinationstherapie aus Dabrafenib und Trametinib beobachtet.

 

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: Symposium „Long-Term Updates in BRAF-Mutant Melanoma: Bringing the Big Picture into Focus“ anlässlich des 9th European Post-Chicago Melanoma/Skin Cancer Meeting, 21.6.2019, München, unterstützt von Novartis

Literatur:

(1) Robert C et al. New Engl J Med 2019; doi: DOI: 10.1056/NEJMoa1904059 [Epub ahead of print].


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