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Medizin

10. Januar 2018 Krebsfrüherkennung für COPD-Patienten

Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) haben ein besonders hohes Risiko, zusätzlich an Lungenkrebs zu erkranken. Ein Homburger Forscherteam will nun einen Bluttest entwickeln, der frühzeitig darüber Auskunft gibt, ob sich bei den Betroffenen schon ein Tumor gebildet hat. Ein solcher Test könnte Leben retten, denn je früher ein Lungentumor erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit 166.000 Euro.
Frühe Krebsdiagnostik durch Biomarker

Ein einfacher Bluttest soll nachweisen, ob Patienten mit COPD an Lungenkrebs erkrankt sind oder nicht. Entwickelt wird dieser Test derzeit von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Eckart Meese am Institut für Humangenetik in Kooperation mit Prof. Dr. Robert Bals, Prof. Dr. Andreas Keller und Prof. Dr. Hans-Peter Lenhof, Zentrum für Bioinformatik der Universität des Saarlandes. Ihr Ansatz: Biomarker im Blut der Patienten zeigen einen möglichen Tumor an.

Schicksalsträger: MicroRNAs

Bisherige Forschungsergebnisse des Projektleiters Meese zeigen, dass microRNAs erfolgversprechende Biomarker für Lungenkrebs sind. MicroRNAs schalten nicht benötigte Genabschnitte aus und steuern so, welche Proteine in einer Zelle produziert werden. In krankhaft veränderten Zellen weisen microRNAs einen anderen molekularen Fingerabdruck auf als in gesunden Zellen. „MicroRNAs lassen sich im Blut nachweisen und können so Hinweise auf eine bestehende Erkrankung liefern. Für die Krebsfrüherkennung wäre das ein wichtiger Schritt“, erklärt Meese. Der Humangenetiker und sein Team untersuchen das Blut von COPD-Patienten nach den verräterischen Molekülen. „Unser Ziel ist es, micro-RNAs als Biomarker für Lungenkrebs einzusetzen. Gelingt es uns, die Methode zu etablieren, steigen damit die Heilungschancen der Betroffenen.“ Auch bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatakrebs erbrachte diese Vorgehensweise schon relevante Ergebnisse. „Bis das fortschrittliche, interdisziplinäre Verfahren als Routinediagnostik denkbar ist, wird allerdings noch viel Forschungsarbeit nötig sein“, erläutert der Projektleiter.

„Wenn zukünftig eine Blutprobe für eine zuverlässige Krebsdiagnose ausreicht, wäre das ein entscheidender Durchbruch für verbesserte Diagnoseverfahren und steigende Heilungschancen“, erklärt Gerd Nettekoven, Vorstandvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

Quelle: Deutsche Krebshilfe


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