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Medizin

01. März 2018 Kopf-Hals-Tumoren: Bereits frühzeitig die Chancen der Immuntherapie nutzen

Kopf-Hals-Tumoren entwickeln sich zumeist bei älteren Patienten, denen oftmals die übliche Chemotherapie kaum zuzumuten ist. Da die Inflammation ein früher Schritt bei der Karzinogenese dieser Tumoren darstellt, ist die Immuntherapie generell eine Option, die schon früh genutzt werden sollte und von der zudem auch ältere Patienten profitieren.
Immunzellinfiltrate sind laut Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover, als günstiger prognostischer Faktor bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich (SCCHN) anzusehen.
Denn mit der Option der Checkpoint-Blockade hat sich eine neue therapeutische Säule in der Onkologie etabliert, mit der sich eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) bei Patienten mit immunogenen Tumoren wie dem SCCHN erwirken lässt. Das gilt nach Grünwald auch für ältere und sogar für geriatrische Patienten, deren Behandlung eine besondere Herausforderung darstellt.

Durch eine Immuntherapie ist nach Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Ulm, die durch die Tumorzellen induzierte Immunsuppression zu überwinden. Mit der Behandlung wird zudem die Lokaltherapie unterstützt und eine Bekämpfung residueller Tumorzellen sowie die Induktion von Gedächtniszellen zur Risikosenkung einer Rezidiventwicklung erwirkt. Es etabliert sich derzeit bei den SCCHN die Behandlung mit Wirkstoffen wie Pembrolizumab. In der Studie Keynote-040 erzielte der Checkpoint-Inhibitor in der Zweitlinientherapie eine signifikante OS-Verlängerung von median 7,1 auf 8,4 Monate.  

In den weiteren Studien geht es laut Hoffmann nun darum, die Checkpoint-Inhibition bereits in den kurativen Ansatz zu integrieren. Geprüft werden nach Prof. Dr. Rainer Fietkau, Erlangen, ferner die Chancen einer Kombination der Immuncheckpoint-Inhibition mit der Radio- sowie der Radio-Chemotherapie. Damit verbindet sich auch die Hoffnung, sogenannte abskopale Effekte, also therapeutische Wirkungen über die lokalisierte Behandlung hinaus, erzielen zu können. Erste Studiendaten bei Patienten mit metastasiertem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom, die mit Pembrolizumab in Kombination mit einer Radiotherapie behandelt wurden, scheinen laut Fietkau das Konzept zu bestätigen.
 
Christine Vetter



 

Quelle: Symposium „HNSCC: Perspektiven der Immunonkologie“, DKK, 23.02.2018, Berlin; Veranstalter: MSD


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