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Medizin
29. Juni 2017

Kopf-Hals-Tumore: Auf der Suche nach Markern für erfolgreiche Strahlentherapie

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ab sofort das bundesweite Forschungskonsortium ZiSStrans, das die Personalisierung der Strahlentherapie bei Tumoren im Kopf- und Halsbereich vorantreiben soll. In ZiSStrans soll zunächst erforscht werden, welche Signalwege und Schlüsselmoleküle im Gewebe durch die Bestrahlung beeinflusst werden. In Patientenstudien am Universitätsklinikum Freiburg wird dann untersucht, ob man anhand dieser molekularen Marker vor einer Therapie einschätzen kann, ob die Bestrahlung des Tumors erfolgreich ist. Außerdem werden sich die Wissenschaftler der Frage widmen, ob sich der Bestrahlungserfolg durch neue Wirkstoffe steigern lässt, die ins Zielgewebe eingebracht werden. ZiSStrans wird über fünf Jahre mit insgesamt vier Millionen Euro gefördert, die Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg erhält davon 611.000 Euro.
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Unter dem Begriff Kopf-Hals-Tumoren werden verschiedene Krebsarten zusammengefasst, die in dieser Region auftreten, wie beispielsweise Mundhöhlen- oder Rachenkrebs. Ein zentraler Bestandteil der komplexen Behandlungsstrategien ist die Strahlentherapie – allein oder in Kombination mit Chirurgie und Chemotherapie. Schwierigkeiten ergeben sich allerdings, wenn die Tumoren eine sogenannte Strahlenresistenz aufweisen und auf die Bestrahlung nicht in dem Maße ansprechen wie gewünscht, oder wenn auftretende Nebenwirkungen ein Fortsetzen der Therapie verhindern.

„Wenn wir vor Beginn der Strahlentherapie untersuchen könnten, ob ein Patient auf die Behandlung anspricht, wäre das eine große Entlastung für die Patienten“, sagt Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Sie leitet das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Henke, Sektionsleiter der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Durch eine solche Personalisierung der Therapie könnte für jeden Patienten diejenige Therapie ausgewählt werden, die am vielversprechendsten ist.

Vor allem vom Vergleich zwischen Tumor- und Normalgewebe erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse. Denn die Strahlenempfindlichkeit des umliegenden gesunden Gewebes begrenzt die Intensität, mit der eine Strahlentherapie durchgeführt werden kann, da hier Nebenwirkungen auftreten können. In einem weiteren Schritt soll ausgelotet werden, wie man das Gewebe durch neuartige Wirkstoffe so beeinflussen kann, dass es besser auf die Strahlentherapie anspricht.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg (beilit)


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