Montag, 26. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lenvima
Lenvima
 
Medizin
08. März 2017

Kohlenstoffionen gegen Krebs: präzisere Dosierung wird möglich

Forschern ist ein wichtiger Schritt gelungen, um die Genauigkeit bei der Tumorbestrahlung durch Kohlenstoffionen weiter zu erhöhen. Mithilfe genauer Untersuchungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) konnten sie die Messung der Energiedosis deutlich – nämlich um das Dreifache – verbessern.
Anzeige:
Kyprolis
Die Bestrahlung mit Kohlenstoffionen kann gegenüber herkömmlichen Bestrahlungsarten eine zusätzliche Heilungschance bieten, da es mit ihr möglich ist, die Strahlendosis sehr genau zu positionieren und umliegendes Gewebe bestmöglich zu schonen. Das ist besonders bei tiefliegenden Tumoren interessant und bei solchen, die von besonders strahlungsempfindlichem Gewebe umgeben sind. Jedoch hatte die Dosimetrie solcher Ionenstrahlen bisher noch nicht die gleiche Präzision erreicht wie die Dosimetrie von konventionellen, hochenergetischen Photonenstrahlen.

In der klinischen Dosimetrie werden herkömmlicherweise kalibrierte Detektoren, die Ionisationskammern verwendet, um die Energiedosis der eingesetzten Strahlung zu messen. Doch Ionisationskammern sprechen auf unterschiedliche Strahlungsarten auch unterschiedlich an. Zur Korrektur muss je nach Strahlungsart (Q) ein Korrektionsfaktor k berücksichtigt werden. Dieser kQ-Faktor beim Einsatz von Kohlenstoffionen hatte bisher eine Messunsicherheit von etwa 3% und war damit rund dreimal größer als derjenige von hochenergetischer Röntgenstrahlung. Ziel der Forscher war, diese Differenz zu beseitigen, und die Messunsicherheit der Ionisationskammern beim Einsatz von Kohlenstoffionen auf 1% zu verringern.

„Bisher werden im klinischen Alltag berechnete Korrektionsfaktoren verwendet, da es keine verlässlichen experimentellen Daten gibt. Wir konnten nun erstmals zeigen, dass dieser Faktor mit einer viel geringeren Unsicherheit tatsächlich gemessen werden kann“, erläutert die Autorin der wissenschaftlichen Veröffentlichung, Julia-Maria Osinga-Blättermann. Dies gelang mithilfe eines transportablen Wasserkalorimeters, mit dem Wissenschaftler der PTB die Wasserenergiedosis exakt gemessen haben und so den kQ-Faktor für verschiedene Ionisationskammern experimentell ermitteln konnten.

Quelle: Physikalisch-Technische Bundesanstalt

Literatur:

J.-M. Osinga-Blättermann, S. Brons, S. Greilich et al.
Direct determination of k Q for Farmer-type ionization chambers in a clinical scanned carbon ion beam using water calorimetry
Physics in Medicine and Biology, Volume 62, Number 6
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28212111


Anzeige:
Blenrep
Blenrep
Stichwörter
Das könnte Sie auch interessieren
Onkologie 20.02.2012

Selbsthilfe bei Lungenkrebs: Betroffene helfen Betroffenen

EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose