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Medizin
11. Februar 2021

KKH erweitert Leistungsangebot bei HPV-Impfung und Darmkrebs

In den vergangenen Jahren haben immer weniger Frauen eine weibliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung in Anspruch genommen. Darauf weist die KKH Kaufmännische Krankenkasse zum Tag der Krebserkrankungen 2021 hin. Der Krebstag steht in diesem Jahr unter dem Motto Prävention, schwerpunktmäßig bei Gebärmutterhalskrebs. Laut Auswertung der KKH ist der Anteil der weiblichen Versicherten, die eine Brust- oder Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge bei ihrem Gynäkologen durchführen lassen haben, zwischen 2009 und 2019 bundesweit um rund 11% gesunken. Lediglich 43% der anspruchsberechtigten Frauen nutzten 2019 das jährliche Vorsorge-Angebot, 2009 war es immerhin fast jede zweite Frau, die zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt gegangen ist. Aufgrund der Corona-Krise und möglicher Angst vor Ansteckung mit dem Virus bei Arztbesuchen dürfte die Zahl im vergangen Jahr allerdings noch weiter gesunken sein.
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Der häufigste Auslöser für die Entstehung von Krebs an der Gebärmutter ist eine chronische Infektion mit bestimmten Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV), die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Diese Viren können aber auch im Mund- und Rachenraum sowie an männlichen Genitalien Tumoren verursachen. Um sich dagegen zu schützen, sollten sich Mädchen und Jungen impfen lassen. Wie eine Auswertung der KKH ergeben hat, wurden im Jahr 2019 bundesweit aber nur rund 16% der Mädchen und rund 11% der Jungen zwischen 9 und 17 Jahren gegen HPV geimpft. 5 Jahre zuvor war die Impfquote bei den Mädchen sogar noch um ein Drittel niedriger. Da Jungen die Impfung erst seit Ende 2018 auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen erhalten, gibt es hier noch keine Vergleichswerte.

HPV-Impfung für Männer und Frauen

Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, alle Möglichkeiten der Vorsorge und Prävention zu nutzen. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Die KKH hat deshalb ihr Leistungsangebot zum Jahresbeginn sogar erweitert und übernimmt über das gesetzliche Maß hinaus zusätzlich die Kosten für eine HPV-Impfung für Frauen und Männer zwischen 18 und 26 Jahren. Auch zur Früherkennung von Darmkrebs gibt es bei der KKH ab sofort eine Mehrleistung. So erstattet die Krankenkasse alle 2 Jahre die Kosten für einen Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge auch für Versicherte unter 50 Jahre, die eigentlich noch keinen gesetzlichen Anspruch hätten.

Vorsorge trotz Pandemie

Die KKH rät, trotz der aktuellen Corona-Situation die Untersuchungen wahrzunehmen: Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt für eine Krebs-Früherkennung. Wird eine Erkrankung rechtzeitig erkannt, sind die Chancen für eine Heilung auch dank verbesserter medizinischer Möglichkeiten sehr groß. Um Versicherte über die Früherkennungsprogramme Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs besser zu informieren, erhalten anspruchsberechtigte Frauen und Männer seit Mitte 2019 und Anfang 2020 von ihrer Krankenkasse alle 5 Jahre ein Anschreiben. Ziel ist es, mehr Versicherte durch diesen besonderen Service über die Möglichkeit der Teilnahme aufzuklären.  

Zweitmeinungsverfahren der KKH

Sollten bei einer solchen Früherkennungsuntersuchung auffällige Befunde festgestellt werden, wird der Arzt mit dem Patienten besprechen, welche weiteren Untersuchungen und Diagnoseverfahren notwendig sind. Damit betroffene Patienten im Falle einer Krebs-Erkrankung die bestmögliche Versorgung erhalten, bietet die KKH ein Zweitmeinungsverfahren an. Denn es ist sicherlich eine schockierende Nachricht, wenn die Diagnose Krebs gestellt wird. Eine ärztliche Zweitmeinung kann alternative Behandlungsmethoden aufzeigen oder bestätigen, dass die vom Arzt empfohlene Therapie genau die richtige ist.

Deutschlandweites zentrales Krebsregister gefordert

Zusammen mit dem vdek fordert die KKH außerdem seit Jahren die Einführung eines deutschlandweiten zentralen Krebsregisters. Daraus ließen sich wertvolle Erkenntnisse für die Behandlung und die medizinische Forschung ziehen. Nach Ansicht von vdek und KKH sollten in ein solches Krebsregister aber auch Daten der gesetzlichen Krankenkassen einfließen. Wir verfügen über detaillierte Versorgungsinformationen, anhand derer erforscht werden könnte, ob beispielsweise die Einnahme bestimmter Arzneimittel die Entstehung einer Krebserkrankung beeinflusst.

Quelle: KKH


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