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Medizin

10. Oktober 2017 Jetzt zugelassen: Tecentriq – Erster PD-L1-Inhibitor beim NSCLC und mUC

Krebsimmuntherapie weitergedacht – dafür steht der PD-L1-Inhibitor Tecentriq®▼ (Atezolizumab). Der Checkpoint-Inhibitor der nächsten Generation ist ab sofort auch in der EU zugelassen für die Therapie des vorbehandelten fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) sowie beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (mUC) für 1L Cisplatin-ungeeignete oder Platin-vorbehandelte Patienten. Erfahren Sie hier, wie Ihre Patienten von der dualen PD-L1-Inhibition mit Tecentriq profitieren können.
Der PD-L1-Inhibitor Tecentriq® (Atezolizumab) ist ab sofort in der Europäischen Union (EU) für vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) sowie für Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom (mUC) zugelassen (1). In beiden Indikationen ist Tecentriq der erste zugelassene PD-L1 (Programmed Death-Ligand 1)-Inhibitor, der zudem bei Patienten unabhängig vom PD-L1-Status wirksam und verträglich ist (2-5).

Neue Ära in der Therapie des fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms
Die Krebsimmuntherapie hat das Therapiespektrum bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom entscheidend erweitert – nach rund 30 Jahren ohne therapeutisch relevanten Fortschritt. Ab sofort ist für Patienten mit lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung mit Tecentriq der erste PD-L1-Inhibitor verfügbar. Die Zulassung gilt sowohl für die First-Line-Therapie von Cisplatin-ungeeigneten Patienten als auch nach Platin-Vorbehandlung. Die Ergebnisse der Kohorte 1 der Phase-II-Zulassungsstudie IMvigor210 zeigen: Etwa jeder vierte Patient (23 %) sprach auf die First-Line-Therapie mit Tecentriq an – bei rund 70 % dieser Patienten hielt das Ansprechen nach einem medianen Follow-up von 17,2 Monaten weiterhin an. Insgesamt erreichten die Patienten unter Tecentriq first-line ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 15,9 Monaten (95 %-KI: 10,4 – NE) (3). Bei bereits vorbehandelten Patienten (Kohorte 2) lag die objektive Ansprechrate bei 20 % (95 %-KI: 15 – 25; gemäß immunmodifiziertem RECIST). Auch bei diesen Patienten hielt das Ansprechen langfristig an (Ansprechdauer [DOR]: 65 % nach einem medianen Follow-up von 21 Monaten) (4). Erste Ergebnisse der Phase-III-Studie IMvigor211 waren konsistent mit den Resultaten der Kohorte 2 der IMvigor210 (5). Die Therapie mit Tecentriq zeigte bei allen Patientengruppen unabhängig vom PD-L1-Status ein überzeugendes medianes OS (2-5).
 
Längstes Gesamtüberleben von 13,8 Monaten beim vorbehandelten NSCLC
Zusätzlich ist Tecentriq jetzt auch bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC zugelassen. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie OAK verlängerte Tecentriq das mediane OS von bereits vorbehandelten Patienten gegenüber Docetaxel signifikant von 9,6 auf 13,8 Monate (HR: 0,73; 95 %-KI: 0,62 – 0,87; p = 0,0003) – das ist das längste Gesamtüberleben, das bislang in dieser Therapiesituation erzielt wurde. Der Überlebensvorteil bestätigte sich zudem unabhängig vom PD-L1-Status: So erreichten Patienten mit einer PD-L1-Expression von ≥ 1 % (TC 1/2/3 oder IC 1/2/3: HR: 0,74; p = 0,0102) und sogar Patienten mit einer PD-L1-Expression <1% (TC 0 und IC 0: HR: 0,75; p = 0,0215) ein signifikant verlängertes Gesamtüberleben gegenüber Docetaxel (2).
 
Günstiges Sicherheitsprofil und besser verträglich als Chemotherapie
In allen Studien überzeugte der humanisierte monoklonale Antikörper durch ein günstiges Sicherheitsprofil. Bei Patienten, die den Checkpoint-Inhibitor erhielten, traten therapiebedingte unerwünschte Ereignisse der Grade 3/4 allgemein selten auf (3) bzw. wurden seltener als unter Chemotherapie beobachtet (2,5). Tecentriq wird in der Fixdosis von 1.200 mg alle 3 Wochen verabreicht und ist damit besonders einfach in der Anwendung (1). Der Wirkstoff Atezolizumab wird biotechnologisch in Basel hergestellt – mit der Abfüllung des Medikaments für den globalen Markt erfolgt ein wesentlicher Produktionsschritt am Roche Standort Mannheim.

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 (0)7624 / 14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 (0)6103 / 77-1234).
 

Quelle: Roche Pharma AG

Literatur:

1) Fachinformation Tecentriq®, Stand: September 2017
2) Rittmeyer A et al., Lancet 2017; 389 (10066): 255-65
3) Balar AV et al., Lancet 2017; 389 (10064): 67-76
4) Loriot Y et al., Ann Oncol 2016; 27 (Suppl 6): vi270–vi271, Abstract 783P
5) Powles T et al., EACR-AACR-SIC 2017 (Special Conference), Abstract 606


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