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Medizin

30. Mai 2020 itRECIST: Kriterien für Ansprechen auf intratumorale Immuntherapie bei soliden Tumoren

Die Zulassung der intratumoralen Immuntherapie beim metastasierten Melanom und die Entwicklung zahlreicher neuer intratumoraler Medikamente machen eine standardisierte Evaluation des Ansprechens auf diese einzigartige Behandlungsstrategie nötig. Die RECIST-Kriterien für die Bewertung des Ansprechens einer Behandlung bei soliden Tumoren sind nicht geeignet, um das Ansprechen für injizierte und nicht injizierte Tumoren separat zu beurteilen. Ausgehend von RECIST wurden beim ASCO neue Kriterien, die „intratumoral immunotherapy response evaluation criteria in solid tumors“ (itRECIST) vorgeschlagen, um Daten zu erfassen und lokales und systemisches Ansprechen in klinischen Studien mit intratumoralen Immuntherapien standardisiert zu bewerten.
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itRECIST richtet sich nach den besonderen Anforderungen von intratumoralen Immuntherapie-Studien, angeglichen an RECIST 1.1 und iRECIST, soweit möglich. itRECIST gibt nicht vor, welche Läsionen injiziert werden sollen, sondern bietet Leitlinien für die Datenerfassung und die Beurteilung des Ansprechens im Verlauf der Behandlung.

itRECIST ermöglicht die Beurteilung des Gesamtansprechens, die separate Beurteilung des Ansprechens von injizierten und nicht injizierten Läsionen sowie die kontinuierliche Beurteilung nach Therapieanpassungen bei der ersten Progression. Zu Beginn werden die Läsionen in 4 Kategorien eingeteilt: target injected, target noninjected, nontarget injected und nontarget noninjected. Im Verlauf können Läsionen von nicht injiziert zu injiziert reklassifiziert werden, sollte der Arzt beschließen, die zu injizierenden Läsionen zu ändern, aber die ursprünglichen target und nontarget-Einstufungen ändern sich nie. Bei jeder Beurteilung basiert das Gesamtansprechen auf dem Ansprechen der Target-Läsion (injiziert und nicht injiziert), dem Ansprechen der Nontarget-Läsion und dem Fehlen/Vorhandensein neuer Läsionen. Das Ansprechen von nicht injizierten Läsionen wird durch Vergleich der Tumorlast von Ausgangs- und Nadirwerten bestimmt. Die Beurteilung injizierter Läsionen basiert auf während der Behandlung beobachteten Veränderungen in den Läsionen und auf einem kombinierten Assessement sobald der Patient nicht mehr in Behandlung ist. Es wird eine neue Kategorie des Ansprechens definiert, um eine Progression zu erfassen, die nach iRECIST "bestätigt" wäre, obwohl die injizierten Läsionen weiterhin ansprechen und die Therapie fortgesetzt wird. Es werden zahlreiche Beispiele gegeben, die beim Training und der Anwendung helfen sollen.

Fazit
Die Autoren sehen in itRECIST einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer standardisierten Methode zur Beurteilung des Ansprechens auf eine intratumorale Immuntherapie, eine vielversprechende, sich weiterentwickelnde Behandlungsmodalität. Die vorgeschlagenen Leitlinien können in Studienprotokolle und die klinische Routine übernommen werden, ohne dass komplexe zusätzliche Assessments durch die behandelnden Ärzte erforderlich sind. Solange es keine Evidenz für eine breitere Anwendung gibt, soll itRECIST lediglich die standardisierte Datenerfassung unterstützen und explorative Analysen erleichtern.

(übers. v. um)

Quelle: ASCO 2020 Virtual Meeting

Literatur:

Goldmacher GV, Khilnani AD, Andtbacka RHI et al. Response criteria for intratumoral immunotherapy in solid tumors: ItRECIST. ASCO 2020 Virtual Meeting, Abstract 3141


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