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Medizin

23. Juni 2017 ITP: Eltrombopag bei über 65-Jährigen genauso wirksam wie bei Jüngeren

Die Immun-Thrombozytopenie (ITP) ist eine erworbene Autoimmunstörung, die als chronisch bezeichnet wird, wenn sie länger als zwölf Monate andauert. Sie kann mit dem oralen Thrombopoetin-Rezeptoragonisten Eltrombopag wirksam behandelt werden; zugelassen ist Eltrombopag bei Patienten, die vorbehandelt sind, beispielsweise mit Kortikosteroiden oder Immunglobulinen. Eine Subgruppenanalyse der EXTEND-Studie, die Abdulgabar Salama beim 22. Kongress der European Hematology Association (EHA) in Madrid zeigte, belegt, dass auch über 65-jährige Patienten in ähnlicher Weise von dem Agonisten profitieren wie jüngere.
Alle Patienten hatten in der EXTEND-Studie mit der Einnahme von 50 mg/d Eltrombopag begonnen und das Medikament dann zwischen 25 und 75 mg/d bzw. auch seltener als jeden Tag titriert, so dass die Thrombozytenwerte in einem Bereich zwischen 50.000 und 200.000/µl gehalten wurden. 50 der 302 eingeschlossenen Patienten waren 65 Jahre oder älter. Etwa jeder vierte von ihnen war bereits splenektomiert, rund drei Viertel wiesen vor der Behandlung Thrombozytenzahlen von unter 30.000/µl auf. 24 der Patienten beendeten die Therapie vorzeitig, ein Drittel von ihnen wegen Nebenwirkungen. Die mediane Expositionsdauer betrug 2,3 Jahre, die mittlere tägliche Dosis von Eltrombopag lag bei 49,9 mg/d. 43 der 50 älteren Patienten (86%) erzielten unter der Therapie Thrombozytenwerte von mindestens 50.000/µl, und etwa die Hälfte (52%) konnte diese Werte für mindestens 22 Wochen halten. Die mediane Zeitdauer mit Werten über 50.000/µl lag bei 78 Wochen, ohne dass eine Rescue-Medikation erforderlich war.

Die Verträglichkeit war gut und ähnlich wie in der gesamten EXTEND-Studienpopulation, allerdings wurden bei den älteren Patienten deutlich häufiger Katarakte beobachtet (22% gegenüber 7% bei den unter 65-Jährigen).

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Eltrombopag scheinen also bei den über 65-jährigen Patienten mit chronischer ITP ähnlich zu sein wie bei jüngeren Patienten, wobei die Ergebnisse aufgrund der hohen Rate an Therapieabbrechern mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden müssen, so Salama. Die hohe Katarakt-Inzidenz verlangt ein entsprechendes Screening vor Beginn der Therapie und ein regelmäßiges Monitoring.

jg

Quelle: EHA 2017


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