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Medizin

17. Februar 2021 ITACA-Studie: Pharmakogenomisch gesteuerte NSCLC-Therapie ohne Überlebensvorteil, aber weniger toxisch

„Obwohl die Cisplatin-basierte adjuvante Chemotherapie nur moderaten Nutzen im Hinblick auf das Überleben bietet, gilt sie derzeit als Standardtherapie für das frühe, komplett resezierte NSCLC,“ sagte Prof. Dr. Silvia Novello, Turin, Italien (1). Aufgrund der Toxizität dieser Therapie besteht ein Bedarf, diejenigen Patienten, die substantiell von der Behandlung profitieren, von denen zu unterscheiden, die sie nicht wirklich benötigen. Hier sahen die Forscher eine potenzielle Möglichkeit durch Betrachtung der Pharmakogenomik, das Therapieansprechen besser zu verstehen.
Die Phase-III-Studie ITACA (International Tailored Chemotherapy Adjuvant) –randomisierte 773 Patienten (ECOG 0-1) mit vollständig reseziertem NSCLC im Stadium II-IIIA aus 31 Zentren in Italien, Deutschland und Polen. Die Evaluierung von ERCC (excision repair cross complementation)1 und TS (Thymidylat-Synthase) erfolgte mit Echtzeit-PCR der Resektate 5-8 Wochen nach dem Eingriff. Ein Teil der Patienten wurde als Kontroll-Arm standardgemäß mit einer Cisplatin-Zweifachkombination nach Wahl des Prüfarztes behandelt (n=389), die anderen Patienten (n=384) erhielten eins von 4 maßgeschneiderten Therapieregimes, die auf den mRNA-Expressionsniveaus von ERCC1 und TS basierten: ERCC 1 hoch/TS hoch -> Paclitaxel-Monotherapie, ERCC1 hoch/TS niedrig-> Pemetrexed-Monotherapie, ERCC1 niedrig/TS hoch-> Cisplatin-Gemcitabin-Kombination, ERCC1 niedrig/TS niedrig-> Cisplatin-Pemetrexed-Kombination. Die verschiedenen Arme wurden für die primäre Auswertung nach den Kriterien “Standardtherapie“ oder „maßgeschneiderte Therapie“ zusammengefasst. „Die Ausgangscharakteristika waren gut balanciert zwischen den Studienarmen: ungefähr 11% Nichtraucher, ca. 2 Drittel mit ECOG 0, Adenokarzinom als repräsentativster Histologietyp, häufigstes Stadium war II und mit am häufigsten bestand die Operation in einer Lobektomie,“ führte Novello aus.

Die Ergebnisse für den primären Endpunkt des OS zeigten ein medianes Gesamtüberleben von 96,4 Monaten im pharmakogenomisch gesteuerten Arm und 83,5 Monate im Kontroll-Arm. Die HR von 0,76 für den Unterschied war nicht signifikant (p=0,091). Die entsprechenden Werte für rezidivfreies Überleben waren: 64, 4 und 41,5 Monate mit HR=0,94 und p=0,615.

Novello wies allerdings speziell darauf hin, dass in Folge der maßgeschneiderten Therapie signifikant weniger höhergradige Toxizitäten auftraten, besonders im Bereich der hämatologischen Komplikationen.

 

Susanne Kammerer

Quelle: IASLC WCLC 2020

Literatur:

(1) Novello S, Monica V, Serke M et al. International tailored chemotherapy adjuvant (ITACA) phase III study of pharmacogenomic-driven versus standard adjuvant chemotherapy in completely resected state II-IIIA non-small cell lung cancer, Abstract Nr. PS01.04


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