Montag, 19. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
Medizin
31. Mai 2017

Ist die CLL bald durch nicht-zytotoxische Substanzen kontrollierbar?

Bei der Behandlung der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) hat es in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gegeben, wobei sich die Prognose der Patienten stetig verbessert hat. Der Trend setzt sich derzeit weiter fort und nährt die Hoffnung, dass die CLL bald eine auch ohne zytotoxische Substanzen kontrollierbare Erkrankung sein wird. Allerdings ist gut zu differenzieren, bei welchem Patienten welches Vorgehen angezeigt ist.
Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Entscheidend für die Therapiewahl ist laut Prof. Dr. Michael Hallek, Köln, insbesondere die individuelle Prognose. Für die Differenzierung zwischen Hoch- und Niedrigrisikopatienten sind vor allem genetische Faktoren, das Krankheitsstadium sowie das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten bedeutsam. Da es sich allerdings bei den CLL-Patienten meist um ältere Menschen handelt, können nicht alle potenziellen Therapieregime bei allen Patienten eingesetzt werden, berichtete Hallek beim Internistenkongress in Mannheim.

Liegt eine inaktive Erkrankung, Stadium Binet A-B, Rai 0-II vor, so ist zunächst keine Behandlung erforderlich. Bei Patienten mit aktiver Erkrankung oder Stadium Binet C oder Rai III-IV ist eine Therapie indiziert, wobei entsprechend dem Fitnesszustand der Patienten zwischen „go-go“- und „slow-go“-Patienten zu differenzieren ist. Bei del(17p)- und p53mut-negativen „go-go“-Patienten ist weiterhin eine Standardbehandlung mit Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab (FCR-Schema) indiziert und bei einem Lebensalter über 65 Jahren ist alternativ wegen des meist erhöhen Infektrisikos eine Behandlung mit Bendamustin plus Rituximab zu erwägen. Sind die genetischen Faktoren del(17p) und p53mut positiv, kommt eine Behandlung mit Ibrutinib oder Idelalisib plus Rituximab in Frage und es ist gegebenenfalls eine allogene Stammzelltransplantation zu erwägen.

Anders sieht die Situation beim „slow-go“-Patienten aus, wobei bei del(17p)- und p53mut-negativen Patienten eine Therapie mit Ibrutinib oder Chlorambucil plus Obinutuzumab zu erwägen ist oder mit Ofatumumab oder Rituximab. Sind die genetischen Faktoren positiv, kann mit Ibrutinib, Idelalisib plus Rituximab oder Rituximab oder Ofatumumab behandelt werden. Es besteht dabei nach Hallek die Hoffnung, die CLL bei diesen Patienten mittels der neuen Substanzen und somit auch nicht-zytotoxisch unter Kontrolle zu bringen.
Abschätzen lässt sich die Prognose, so Hallek, recht einfach anhand weniger Fragen mittels der sogenannten CLL-IPI-Kalkulation, die auch als App verfügbar ist (www.qxmd.com/calculate).

Christine Vetter

Quelle: Symposium „Lymphome“ beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin am 30. April 2017 in Mannheim, Veranstalter: Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML)


Anzeige:
Kyprolis
Das könnte Sie auch interessieren
Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
Bis+zu+40+Prozent+mehr+Leberkarzinome+entdecken+%E2%80%93+dank+Ultraschallverfahren+mit+kombinierten+Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die...

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
Darmkrebspatienten+ben%C3%B6tigen+spezialisierte+Anlaufstelle+und+Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren...

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
Armutsfalle+Krebs%3A+Sozialberatung+muss+verbessert+werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur...

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
Bayern+gegen+Leuk%C3%A4mie+%E2%80%93+Gemeinsamer+landesweiter+Aktionstag+f%C3%BCr+Typisierung+am+25.+Mai+2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Ist die CLL bald durch nicht-zytotoxische Substanzen kontrollierbar?"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.