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Medizin

16. März 2017 Innovative Arbeiten zur akuten Promyelozytenleukämie ausgezeichnet

Dr. Ramy Rahmé hat den tomy’s Award (Teva’s Orphan hematological Malignancies award for Young hematologistS) für die Präsentation seiner Studienergebnisse zur Interaktion von FLT3-ITD-Mutationen und Arsentrioxid (ATO) bei Patienten mit einer akuten Promyelozytenleukämie (APL) gewonnen. Ziel des Preises ist es, junge Hämatologen zur Präsentation ihrer wissenschaftlichen Arbeiten zur Verbesserung der Diagnose und Therapie der APL vor einem großen Fachpublikum zu ermutigen.
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Wie ATO eine mangelnde RA-Wirksamkeit bei FLT3-ITD-Mutation überwindet

Dr. Ramy Rahmé, der als Assistenzarzt für klinische Hämatologie und Intensivmedizin an der Fakultät für Medizin der Universität Paris (Frankreich) tätig ist, zeigte in seinem Vortrag anhand von Experimenten im Mausmodell, wie die Mutation FLT3-ITD (interne Tandemduplikation der FMS-like Tyrosinkinase 3) bei APL das Ansprechen auf Retinsäure (RA) beeinträchtigt und wie dieser Effekt mit ATO überwunden werden kann. Im Tiermodell beobachtete er bei FLT3-ITD-Mutation eine Verzögerung der Zelldifferenzierung und der Blasten-Clearance bei Therapie mit RA. Dies deutet auf eine Blockade der von RA normalerweise induzierten Proteolyse des für die APL typischen Fusionsproteins PML/RARA hin. Kombinierte Rahmé die RA-Behandlung mit ATO, konnte dieser blockierende Effekt der FLT3-ITD-Mutation auf die normalerweise beobachtete RA-Wirkung aufgehoben werden. Es kam wieder zur frühen Zelldifferenzierung und zu einer raschen PML/RARA-Degradation, die leukämischen Zellen verschwanden.

Die Ergebnisse von Dr. Rahmés Untersuchungen im Tiermodell unterstützen die überzeugenden Ergebnisse der Kombination von all-trans-Retinsäure (ATRA) und Arsentrioxid (Trisenox®) zur Behandlung der APL mit Standardrisiko in der randomisierten klinischen Phase-III-Studie APL0406 (1,2). Sie hatte kürzlich zur Zulassung von Trisenox® in Kombination mit ATRA zur Erstlinientherapie der APL mit niedrigem und intermediärem Risiko geführt (3).

Weitere hochrangige Arbeiten vorgestellt

Dr. Sabine Kayser untersuchte retrospektiv die Ergebnisse verschiedener Behandlungsregime bei therapieassoziierten Formen der APL (t-APL), wie sie nach der Therapie verschiedener Tumoren oder auch Autoimmunerkrankungen durch Zytostatika auftreten können. Die Patienten waren im Rahmen verschiedener europäischer Studien wegen der t-APL mit ATRA plus Chemotherapie, ATRA plus ATO, ATRA plus ATO und Chemotherapie oder ATRA alleine behandelt worden (4). Dr. Kaysers Auswertung zeigte, dass die meist stark vorbehandelten Patienten sehr gut auf ATO in Kombination mit ATRA oder ATRA plus Chemotherapie ansprechen und das Behandlungsergebnis besser ist als ohne ATO.

Dr. Giulia Falconi zeigte anhand ihrer Forschungsergebnisse, dass die Expression des für die Zelldifferenzierung wichtigen Transkriptionsfaktors FOXC1 bei der APL aufgrund einer Hypermethylierung des entsprechenden Promotors herunterreguliert sein kann. In vitro konnte sie die FOXC1-Expression durch die Gabe von ATRA und Decitabine wiederherstellen.

Eine gesundheitsökonomische Analyse der Therapie der APL anhand der deutschen diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG) 2016 stellte Dr. Stefan Schönsteiner vor (5). Anhand der deutschen Patienten, die an der APL0406-Studie teilgenommen hatten, errechnete er gewonnene qualitätsadjustierte Lebensjahre, Kosten und Kosteneffektivität der Therapie der APL mit ATRA und ATO im Vergleich zur Therapie mit ATRA und einer antrazyklinhaltigen Chemotherapie (1,2). Nach seiner Analyse kann die chemotherapiefreie Behandlung von 14 Patienten mit APL gegenüber der Therapie mit ATRA und Chemotherapie einem zusätzlichen Patienten das Leben retten. Die Kostenanalysen von Dr. Schönsteiner können mit in die Kalkulation der neuen DRGs 2017 eingehen.

Nach Prof. Bob Löwenbergs Worten hatten alle neun ursprünglich ausgewählten Abstracts die hohen Anforderungen der Jury erfüllt. Nun forderte er die jungen Wissenschaftler auf, engagiert weiter zu machen: „Die Zukunft der Wissenschaft hängt von Euch ab!“ rief er ihnen zu.

Neue Ausschreibung

Der nächste tomy’s Award ist bereits ausgeschrieben. Der Preis wird im September 2017 anlässlich des 7th International Symposium on Acute Promyelocytic Leukemia in Rom verliehen. Die Einreichung von Abstracts für den tomy’s ist ab dem 1. März 2017 möglich. Bewerben können sich Hämatologen oder angehende Hämatologen, die zum Zeitpunkt der Abgabe ihrer Abstracts nicht älter als 40 Jahre sind. Eingereicht werden können Arbeiten aus den Bereichen Molekularbiologie, Pathogenese, Diagnostik, Behandlungsregime oder Nebenwirkungen der Therapie, die für eine Verbesserung im Management der Akuten Promyelozytenleukämie (APL) relevant sein können.

Die Autoren der besten Abstracts werden zum 7th International Symposium on Acute Promyelocytic Leukemia in Rom eingeladen. Die Autoren der vier besten Abstracts erhalten die Gelegenheit, im Rahmen eines Satellitensymposiums von Teva ihre Arbeiten zu präsentieren. Der beste Vortragende erhält eine Trophäe und ebenfalls die Einladung zum Jahreskongress der American Society of Hematology (ASH) 2017.
 

Quelle: Teva

Literatur:

(1) Lo-Coco F, et al. N Engl J Med. 2013; 369: 111-21
(2) Platzbecker U, et al. J Clin Oncol. 2017;35(6): 605-612
(3) Fachinformation Trisenox®, Stand November 2016
(4) Kayser S, et al. Ann Hematol. 2017;96 (Suppl. 1): S75 Abstract No. 70
(5) Schönsteiner S, et al. Ann Hematol. 2017;96 (Suppl. 1): S76 Abstract No. 71
 


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