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Medizin

15. März 2017 Impfstoff gegen argentinisches Fieber bekämpft auch Tumoren

Ein Impfstoff, der Tumoren bekämpft – dieser Vision sind Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) nun ein Stück nähergekommen. Mithilfe eines in Argentinien verwendeten Impfstoffs (Candid#1) konnten sie in Krebsmodellen zeigen, dass stimulierte Immunzellen Krebszellen abtöten können.
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Der verwendete Impfstoff wurde ursprünglich für eine Infektionserkrankung, das „argentinische hämorrhagische Fieber", entwickelt. „Wenn man ihn verabreicht, vermehrt er sich in den Tumorzellen und lockt die Immunzellen zum Tumor. Dann behindern sie dessen Wachstum; teilweise bildet er sich sogar ganz zurück“, erläutert Prof. Dr. Karl-Sebastian Lang, Direktor des Instituts für Immunologie der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum (UK) Essen. In einer klinischen Studie soll nun die Wirksamkeit des Medikaments überprüft werden.
 
Wird der Impfstoff injiziert, lockt er Immunzellen an, die den Tumor bekämpfen, © UDE/UK Essen
Wird der Impfstoff injiziert, lockt er Immunzellen an, die den Tumor bekämpfen, © UDE/UK Essen


Diese richtungsweisenden Erkenntnisse konnten in enger Zusammenarbeit mit der Inneren Klinik (Tumorforschung), der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und der Klinik für Dermatologie gewonnen werden. Entscheidend war dabei auch, dass Dr. Halime Kalkavan aus der Inneren Klinik (Tumorforschung) dank eines IFORES-Stipendiums der Medizinischen Fakultät der UDE das Forschungsprojekt im Institut für Immunologie intensiv bearbeiten konnte.

„Durch die enge Verbindung von exzellenter Grundlagenforschung mit klinischer Krebsforschung am Westdeutschen Tumorzentrum des UK Essen hoffen wir, solche neuen Behandlungsansätze bald auch auf der Station anwenden zu können“, so Prof. Dr. Martin Schuler, Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung) und DKTK-Standortsprecher.

Immunologie, Infektiologie und Onkologie sind wissenschaftliche Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät der UDE am UK Essen. An der Studie war ebenfalls die Charité in Berlin beteiligt. Beide Einrichtungen sind Teil des DKTK.

Quelle: Universität Duisburg-Essen

Literatur:

Halime Kalkavan, Piyush Sharma, Stefan Kasper et al.
Spatiotemporally restricted arenavirus replication induces immune surveillance and type I interferon-dependent tumour regression
Nature Communications 8, Article number: 14447 (2017); doi:10.1038/ncomms14447
http://www.nature.com/articles/ncomms14447
 


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