Montag, 30. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Vargatef
Vargatef
Medizin

04. März 2020 Immuntherapie: Revolution durch Kombination

Beim hepatozellulären Karzinom (HCC) bzw. dem metastasierten Urothelkarzinom (mUC) ist die Erstlinientherapie noch geprägt von Tyrosinkinase-Inhibitoren (Sorafenib oder Lenvatinib) bzw. Chemotherapie. Einige Studien, die die Wirksamkeit von Immuntherapien als Monotherapien bei diesen Entitäten getestet hatten, waren negativ ausgefallen. Während der 34. DKK-Tagung wiesen Experten darauf hin, dass Kombinationen mit Immuntherapeutika dennoch vorteilhaft sein könnten.
Offensichtlich findet in der Tumormikroumgebung durch eine gleichzeitige Anti-VEGF und Anti-PD-L1-Wirkung eine Veränderung der Balance zugunsten der Anti-Tumor-Immunität statt, was zu einem Synergieeffekt führt. Das war die Rationale für die Phase-III-Studie IMbrave150, in der 500 Patienten mit einem nicht-resezierbaren HCC entweder mit der Kombination aus Atezolizumab (Tecentriq®) plus Bevacizumab (Avastin®) oder mit Sorafenib behandelt wurden. Hinsichtlich der ko-primären Endpunkte Gesamtüberleben (OS) und dem progressionsfreien Überleben (PFS) war die Kombination aus Atezolizumab + Bevacizumab dem aktuellen Therapiestandard signifikant überlegen. So reduzierte die Behandlung im Kombinationsarm das Mortalitätsrisiko gegenüber Sorafenib signifikant um 42% (HR=0,58; p=0,0006). Auch das Risiko für eine Progression war unter der Kombination signifikant um mehr als 40% reduziert (medianes PFS: 6,8 vs. 4,3 Monate; HR=0,59; p<0,0001). Im Vergleich zu Sorafenib waren sowohl die Verträglichkeit als auch die Lebensqualität besser (1).

Immunkombinationstherapie auch beim mUC

Laut S3-Leitlinie sollten Patienten mit mUC in der Firstline mit einer cisplatinbasierten Chemotherapie behandelt werden. Bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten können bei positivem Immunstatus Atezolizumab oder Pembrolizumab eingesetzt werden. In der Studie IMvigor130 wurden erstmals positive Daten mit einem Immuntherapeutikum in Kombination mit platinhaltiger Chemotherapie (Gemcitabin plus Cisplatin oder Carboplatin) beim mUC in der First-Line vorgestellt (2). Hinsichtlich des ko-primären Endpunktes PFS war die Kombination aus Atezolizumab und Chemotherapie der alleinigen Chemotherapie statistisch signifikant überlegen. Auch hier war die Immuntherapie gut verträglich.

Dr. Annette Junker

Quelle: Roche Symposium: „Immunkombinationstherapien beim HCC und mUC“, 21.02.2020 im Rahmen des DKK, Berlin

Literatur:

(1) Cheng et al., ESMO Asia 2019 (oral presentation)
(2) Grande et al., ESMO 2019, LBA14_PR


Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Immuntherapie: Revolution durch Kombination"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab