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Medizin
04. März 2020

Immuntherapie: Revolution durch Kombination

Beim hepatozellulären Karzinom (HCC) bzw. dem metastasierten Urothelkarzinom (mUC) ist die Erstlinientherapie noch geprägt von Tyrosinkinase-Inhibitoren (Sorafenib oder Lenvatinib) bzw. Chemotherapie. Einige Studien, die die Wirksamkeit von Immuntherapien als Monotherapien bei diesen Entitäten getestet hatten, waren negativ ausgefallen. Während der 34. DKK-Tagung wiesen Experten darauf hin, dass Kombinationen mit Immuntherapeutika dennoch vorteilhaft sein könnten.
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Offensichtlich findet in der Tumormikroumgebung durch eine gleichzeitige Anti-VEGF und Anti-PD-L1-Wirkung eine Veränderung der Balance zugunsten der Anti-Tumor-Immunität statt, was zu einem Synergieeffekt führt. Das war die Rationale für die Phase-III-Studie IMbrave150, in der 500 Patienten mit einem nicht-resezierbaren HCC entweder mit der Kombination aus Atezolizumab (Tecentriq®) plus Bevacizumab (Avastin®) oder mit Sorafenib behandelt wurden. Hinsichtlich der ko-primären Endpunkte Gesamtüberleben (OS) und dem progressionsfreien Überleben (PFS) war die Kombination aus Atezolizumab + Bevacizumab dem aktuellen Therapiestandard signifikant überlegen. So reduzierte die Behandlung im Kombinationsarm das Mortalitätsrisiko gegenüber Sorafenib signifikant um 42% (HR=0,58; p=0,0006). Auch das Risiko für eine Progression war unter der Kombination signifikant um mehr als 40% reduziert (medianes PFS: 6,8 vs. 4,3 Monate; HR=0,59; p<0,0001). Im Vergleich zu Sorafenib waren sowohl die Verträglichkeit als auch die Lebensqualität besser (1).

Immunkombinationstherapie auch beim mUC

Laut S3-Leitlinie sollten Patienten mit mUC in der Firstline mit einer cisplatinbasierten Chemotherapie behandelt werden. Bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten können bei positivem Immunstatus Atezolizumab oder Pembrolizumab eingesetzt werden. In der Studie IMvigor130 wurden erstmals positive Daten mit einem Immuntherapeutikum in Kombination mit platinhaltiger Chemotherapie (Gemcitabin plus Cisplatin oder Carboplatin) beim mUC in der First-Line vorgestellt (2). Hinsichtlich des ko-primären Endpunktes PFS war die Kombination aus Atezolizumab und Chemotherapie der alleinigen Chemotherapie statistisch signifikant überlegen. Auch hier war die Immuntherapie gut verträglich.

Dr. Annette Junker

Quelle: Roche Symposium: „Immunkombinationstherapien beim HCC und mUC“, 21.02.2020 im Rahmen des DKK, Berlin

Literatur:

(1) Cheng et al., ESMO Asia 2019 (oral presentation)
(2) Grande et al., ESMO 2019, LBA14_PR


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