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Medizin
22. Februar 2021
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Immuntherapie beim fortgeschrittenen Mesotheliom erstmals erfolgreich

"Bisher gab es beim fortgeschrittenen Mesotheliom keine Phase-III-Studie, die eine Verbesserung des Gesamtüberlebens gezeigt hat,“ betonte Prof. Dr. Dean Fennell, Leicester, Großbritannien (1). An der CONFIRM-Studie nahmen 332 Patienten mit malignem pleuralen oder peritonealen Mesotheliom teil, die zuvor mindestens eine Erstlinientherapie erhalten hatten und einen guten Aktivitätsstatus aufwiesen (ECOG 0-1). Im Vergleich waren die Ausgangswerte der Nivolumab und der Placebo-Gruppe ausgeglichen: medianes Alter 70 und 71, Anteil der epitheloiden Tumoren je 88%, Drittlinientherapie in 56% bzw. 59% der Fälle. Ein deutlicherer Intergruppen-Unterschied bestand im Anteil der Patienten mit ≥ 1% PD-L1 TPS: Nivolumab-Gruppe 37% vs. Placebo-Gruppe 20%. Die Patienten wurden 2:1 randomisiert und zudem nach epitheloider oder nicht-epitheloider Tumorhistologie stratifiziert. Die Behandlung erfolgte mit 240 mg Nivolumab oder Placebo alle 14 Tage. Therapiert wurde maximal 12 Monate bzw. bis zum Zeitpunkt des Auftretens von Progression oder inakzeptablen Nebenwirkungen. Als primäre Endpunkte wurden das vom Prüfarzt berichtete OS und progressionsfreie Überleben (PFS) definiert.
Bereits die Interimsanalyse ergab eine signifikante Differenz zugunsten der Nivolumab-Therapie mit einem medianen OS von 9,2 vs. 6,6 Monate (HR=0,72; p=0,018). Das mediane PFS belief sich auf 3,0 Monate mit Nivolumab und 1,8 Monate mit Placebo (HR=0,61), was einer 39%igen Reduktion des Risikos einer Progression in der Verum-Gruppe gleichkommt. Das 12-Monats-PFS betrug 14,5% (Nivolumab) und 4,9% (Placebo). Der positive Therapieeffekt beruhte auf dem Ansprechen der Patienten mit epitheloiden Tumoren, die den größten Teil der Studienpopulation ausmachten. In dieser Gruppe dauerte das mediane OS 9,4 Monate im Vergleich zu 6,6 Monaten bei Placebo (p=0,021). Bei den nicht-epitheloiden Mesotheliomen gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen Verum- und Placebo-Gruppe. Aufgrund der eindeutigen Datenlage wurde die Studie vorzeitig mit positivem Ausgang beendet.

In puncto Therapiesicherheit unterschied sich die Nivolumab-Behandlung wenig von der Placebo-Gruppe: Nebenwirkungen von Grad ≥ 3 betrafen mit Nivolumab 45% und mit Placebo 42% der Patienten, wobei schwere Ereignisse bei 36% unter Verum und 39% unter Placebo auftraten. Eine Subgruppenanalyse nach PD-L1 TPS zeigte, dass PD-L1 nicht als Biomarker zur Klärung geeignet ist, welche Gruppe am meisten von der Therapie profitiert. „Es hat wirklich lange gedauert, bis wir eine positive, randomisierte Phase-III-Studie mit einem Immuncheckpoint-Inhibitor beim Mesotheliom mit Rezidiv zu sehen bekommen haben,“ kommentierte die eingeladene Diskutantin Prof. Rina Hui, Universität von Sydney, Australien.

Susanne Kammerer

Quelle: IASCL WCLC 2020

Literatur:

(1) Fennell D, Ottensmeier C, Califano R et al. Nivolumab versus placebo in relapsed malignant mesothelioma: the CONFIRM phase 3 trial, Abstract Nr. PS01-11


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