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Medizin

08. März 2020 Immunologische Resistenz überwinden

Immuntherapien, allen voran die Checkpoint-Inhibition, haben die onkologische Therapie in vielen Bereichen deutlich verbessert. Bei einigen Tumorentitäten ist der Erfolg aber noch nicht so groß wie gewünscht. Was dort zu tun ist, diskutierten Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten anlässlich des Deutschen Krebskongresses 2020 in Berlin.
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Voraussetzung für eine Wirksamkeit der Immuntherapie ist eine lokale und/oder systemische Aktivierbarkeit des Immunsystems, erklärte Prof. Dr. Tobias Pukrop, Regensburg. Die systemische Aktivierbarkeit unterstützt nach aktuellem Kenntnisstand beispielsweise körperliche Aktivität oder ein vielfältiges Mikrobiom, während eine Vortherapie mit Antibiotika oder mit Steroiden in einer Dosis von mehr als 10 mg die Aktivierbarkeit vermindern. Risikofaktoren für eine systemische Resistenz sind erhöhte Spiegel von Laktathydrogenase(LDH), Interleukin 6 (IL-6), C-reaktivem Protein (CRP) sowie ein schlechter Allgemeinzustand (Kachexie, ECOG-Performance-Status >1). Sind PD1- oder PD-L1-Werte im Serum hoch, ist dies im Gegensatz zur Expression im Tumor ebenfalls ein Hinweis für ein schlechtes Ansprechen auf Checkpoint-Inhibitoren.

Hohe Mutationslast begünstigt lokale Immunaktivierung

Die lokale Immunaktivierung wird begünstigt durch eine hohe Mutationslast, eine hohe PD-L1-Expression in Tumor oder Metastase, tumorinfiltrierende Lymphozyten und eine Interferonsignatur. Als Faktoren, die eine lokale Resistenz begünstigen, nannte Pukrop fehlende Tumorantigene oder eine Beeinträchtigung deren Erkennung z.B. durch Schleimbildung, Treibermutationen, immunsuppressive Signalwege, einen niedrigen pH-Wert wie im Magen oder ein immun-suppressives Organ wie beispielsweise das Gehirn.  

Perspektiven beim Magenkarzinom

Bislang spielen Immuntherapien beim Magen- und Ösophaguskarzinom keine besondere Rolle, berichtete Prof. Dr. Florian Lordick von der Universitätsklinik in Leipzig. In Studien sprach nur ein kleiner Teil von Patienten auf eine Monotherapie mit einem Checkpoint-Inhibitor an. Eine Option könnte zukünftig das chemorefraktäre Magenkarzinom sein. Die EORTC-1707-Studie VESTIGE prüft randomisiert den Einsatz von Ipilimumab (Yervoy®) + Nivolumab (Opdivo®) über ein Jahr im Vergleich zu einer postoperativen Chemotherapie bei Patienten, die nach einer neoadjuvanten, mindestens 6-wöchigen platinbasierten Chemotherapie nicht vollständig angesprochen hatten (ypN+ oder R1). Primärer Endpunkt der Studie ist das krankheitsfreie Überleben. Lordick rief dazu auf, Patienten in diese Studie einzubringen.

Friederike Klein

Quelle: Symposium: „Hot or cold - Die Resistenz im Fokus der Immuntherapie“, 21.02.2020, DKK, Berlin; Veranstalter: Bristol-Meyers Squibb


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