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Medizin

05. September 2019 HR+/HER2-negatives Mammakarzinom: Palbociclib verzögert Chemotherapie-Indikation

Die endokrine Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor wie Palbociclib hat sich im klinischen Alltag zur Behandlung von Patientinnen mit metastasiertem Hormonrezeptor-positivem und HER2-negativem (HR+/HER2-) Mammakarzinom als Standardoption etabliert (1). Die Chemotherapie-Indikation lässt sich deutlich hinauszögern. Für die Patientinnen bedeutet dies Lebensqualität. 
Eine gute Lebensqualität und eine Therapie, die die Patientinnen im sozialen Leben hält und nur wenig Hospitalisierung notwendig macht, sind wichtige Therapieziele in der metastasierten Situation, erläuterte Prof. Achim Wöckel, Würzburg. Der erste CDK4/6-Inhibitor Palbociclib (Ibrance®) wurde vor knapp 3 Jahren in Deutschland für das HR+/HER2- fortgeschrittene/metastasierte Mammakarzinom zugelassen (2). Mittlerweile sind mehrere CDK4/6-Inhibitoren in Europa verfügbar bei insgesamt sehr konsistenter Datenlage (3). Ein entscheidender Vorteil ist laut Wöckel, dass sich das Fortschreiten der Metastasierung und damit auch die Chemotherapie-Indikation durch den Einsatz der CDK4/6-Inhibition nachhaltig hinauszögern lässt gegenüber einer rein endokrinen Therapie (4).

Chemotherapie deutlich hinausgezögert

In der randomisierten Phase III-Studie PALOMA-2 (4) beispielsweise erreichte die Erstlinientherapie Palbociclib/Letrozol gegenüber der alleinigen Letrozol-Gabe fast eine Verdopplung des medianen progressionsfreien Überlebens (PFS: 27,6 vs. 14,5 Monate; HR=0,56; p<0,0001). Die Chemotherapie-Indikation konnte 10,5 Monate hinausgezögert werden (40,4 vs. 29,9 Monate; HR=0,74; p<0,005). Der mediane PFS-Vorteil zeigte sich auch unter der nachfolgenden Systemtherapie. Alle Subgruppen – auch die viszeral metastasierten Patientinnen – profitierten.

Hohe Patientenzufriedenheit

Die Patientenzufriedenheit sei hoch, ergänzte Prof. Bahriye Aktas, Leipzig. Dies zeige unter anderem eine Web-basierte Umfrage bei 604 Patientinnen mit HR+/HER2- metastasiertem Mammakarzinom, die eine endokrin-basierte Kombinationstherapie mit Palbociclib erhalten hatten (5). Aktas empfiehlt, CDK4/6-Inhibitoren bevorzugt in der ersten Therapielinie der metastasierten Erkrankung einzusetzen, da der Benefit dort am nachhaltigsten ist. Eine aktuelle asiatische Phase II-Studie bei prämenopausalen Patientinnen, von denen etwa die Hälfte viszeral metastasiert war, zeigt zudem im direkten Vergleich mit Capecitabin, dass die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit Palbociclib nach median 17 Monaten auch gegenüber der Chemotherapie das mediane PFS signifikant verlängern kann (20,1 vs. 14,1 Monate; p=0,00469; HR=0,659) (6).

Birgit-Kristin Pohlmann

Quelle: Meet-the-Expert zum Sat.symposium „Therapie des metastasierten Mammakarzinoms – State oft he Art“ im Rahmen der 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), 27.06.2019, Berlin; Veranstalter: Pfizer

Literatur:

(1) www.ago-online.de
(2) Fachinformation Ibrance®. Aktueller Stand.
(3) Banys-Paluchowski M, Krawczyk N, Paluchowski P. Curr Opin Obstet Gynecol 2019, 31(1): 56-66.
(4) Rugo HS et al, Breast Cancer Res Treat 2019,174(3): 719-729.
(5) Darden C et al, Future Oncol 2019, 15(2): 141-150.
(6) Park YH et al, Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2019. DOI: 10.1200/JCO.2019.37.15_suppl.1007.


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