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Medizin
20. April 2021

HR+/HER2- fortgeschrittenes Mammakarzinom: CDK4/6-Inhibitor im Versorgungsalltag

Für Patientinnen mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten HR+/HER2- Mammakarzinom steht mit Palbociclib als zielgerichtetes Therapieprinzip ein CDK4/6-Inhibitor zur Verfügung, der in randomisierten klinischen Studien in Kombination mit einer endokrinen Therapie im Vergleich zur alleinigen endokrinen Therapie die progressionsfreie Überlebenszeit verdoppelt. Neue Real-World-Daten (RWD) bestätigen die Ergebnisse der klinischen Studien.
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Eine wichtige Rolle im Rahmen der Zellzykluskontrolle spielen die Cyclin-abhängigen Kinasen (CDK) 4 und 6. Beim Mammakarzinom ist die natürliche Zykluskontrolle durch die Kinasen 4 und 6 am Cyclin D1 und das natürliche Inhibitorprotein p 16 fehlreguliert, was die Metastasierung begünstigt. Palbociclib (Ibrance®) ist ein hochselektiver CDK4/6-Inhibitor. Ein klinisches Problem bei der Therapie des hormonsensitiven Mammakarzinoms ist die Ausbildung einer endokrinen Resistenz, d.h. die malignen Zellen sprechen nicht mehr auf den Entzug der Östrogene an. Diese Resistenz ist die Folge einer Überexpression von Cyclin D1. Mit einem CDK4/6-Inhibitor wie Palbociclib kann diese endokrine Resistenz durchbrochen werden.

Hohe Evidenz aus klinischen Studien

In der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie PALOMA-2 wurden 666 postmenopausale Frauen entweder mit Letrozol plus Placebo oder mit 125 mg Palbociclib plus Letrozol behandelt. Mit Palbociclib konnte das mediane PFS von 14,5 Monate auf 24,8 Monate verlängert werden. Ähnlich sind die Ergebnisse der PALOMA-3-Studie, in die 521 Patientinnen, die unter einer vorherigen endokrinen Therapie eine Progression zeigten, also sowohl postmenopausale als auch prä- und perimenopausale Frauen unter Ovarialsuppression, aufgenommen wurden. Als Kombinationspartner von Palbociclip wurde der Östrogenrezeptor-Antagonist Fulvestrant eingesetzt. Die Kombinationstherapie mit Palbociclib verlängerte das PFS auf 11,2 Monate im Vergleich zu 4,6 Monate unter der alleinigen Fulvestrant-Therapie. „Angesichts dieser überzeugenden Daten ist die endokrin-basierte Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor heute die Therapie der Wahl in der Erstlinie“, so Professor Achim Wöckel, Würzburg.
 

Im Rahmen des virtuellen San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS 2020) wurden neue Daten zu Abemaciclib (Verzenios®) (1) vorgestellt. So bestätigten die Ergebnisse einer präklinischen Analyse Abemaciclib als starken CDK (Cyclin-Dependent Kinase)-4-Hemmer (2). Präsentiert wurden zudem Daten zu Abemaciclib plus antihormoneller Therapie bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem...
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Real-World-Daten

Zwischenzeitlich ist die Therapie mit dem CDK4/6-Inhibitor in der Praxis angekommen. Nach einer aktuellen Erhebung wurden im Jahr 2020 79% der Patientinnen mit einer solchen Substanz behandelt. Da stellt sich die Frage, ob die Substanzen im Alltag auch das halten, was sie in den klinischen Studien versprochen haben. In Registerstudien wie der IRIS-Studie aus dem Versorgungsalltag konnte gezeigt werden, dass dies sowohl in Hinblick auf die Wirksamkeit als auch die Sicherheit zutrifft. „Diese Daten belegen, dass die endokrin-basierte Erstlinientherapie auch im klinischen Alltag  mit einem signifikant verbesserten PFS und Gesamtüberleben assoziiert ist“, so Prof. Michael P. Lux, Göttingen. In Deutschland werden zurzeit Patientinnen für eine neue Beobachtungsstudie (PERFORM-Studie) rekrutiert.

Dr. Peter Stiefelhagen

Quelle: Virtuelle Fachpresseveranstaltung „Real World Data (RWD) – Evidenzlage am Beispiel CDK4/6-Inhibition beim fortgeschrittenen Mammakarzinom“, 15.4.2021; Veranstalter: Pfizer


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