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Medizin
06. Juni 2016

HR+ Brustkrebs: 10 Jahre endokrine Therapie reduzieren Rezidivrisiko signifikant

Im Rahmen einer Plenary Session wurde auf dem diesjährigen ASCO-Kongress die randomisierte Phase-III-Studie MA.17R vorgestellt, deren Ergebnissen zu Folge eine von 5 auf 10 Jahre verlängerte Aromatasehemmer-Therapie mit Letrozol das krankheitsfreie Überleben (DFS) bei Frauen mit frühem Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs signifikant verbessert.
Der bisherige Behandlungsstandard bei Frauen, die an einem frühen Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs erkrankt sind, besteht in einer Aromataseinhibitor(AI)-Therapie über 5 Jahre oder einer Tamoxifen-Therapie über 2-5 Jahre. In der vorgestellten doppelblinden, randomisierten Studie wurde nun der Einfluss einer direkt anschließenden 5 Jahre weitergeführten AI-Therapie mit Letrozol versus Placebo getestet.

Von den insgesamt in die Studie aufgenommenen 1.918 Frauen mit frühem HR+ Brustkrebs (medianes Follow-up 75 Monate, 6,3 Jahre) trat bei 165 ein Krankheitsereignis auf (67 unter Letrozol und 98 unter Placebo), davon 42 versus 53 Fernrezidive unter Letrozol bzw. Placebo. Es kam zu 200 Todesfällen, jeweils 100 in jeder Gruppe. Damit verstarben in beiden Armen gleich häufig Patienten.

Das 5-Jahres-DFS – der primäre Endpunkt der Studie – betrug 95% für Patienten, die Letrozol erhielten versus 91% für diejenigen unter Placebo (HR=0,66; p=0,01). Dies entspricht einer Reduktion des Rezidivrisikos um 34%.
Das 5-Jahres-Gesamtüberleben unterschied sich mit 93% in der Letrozol-Gruppe und 94% in der Placebo-Gruppe und einer HR von 0,97 (p=0,83) nicht signifikant. Wegen des langsamen chronischen Verlaufs, der typisch ist für den Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs, ist ein Unterschied im Gesamtüberleben in klinischen Studien auch sehr schwer nachweisbar, so der Studienautor Dr. Paul Goss, Boston.

Die jährliche Inzidenzrate von kontralateralem Brustkrebs lag bei 0,21% im Letrozol-Arm versus 0,49% im Placebo-Arm (p=0,007). Damit scheint eine verlängerte AI-Therapie auch einen präventiven Effekt auf die nicht-betroffene, gesunde Brust zu haben. Auch die Lebensqualität der Patientinnen in der Studie unterschied sich nicht signifikant zwischen den Behandlungsarmen.

Das Fazit der Studienautoren war, dass, verglichen mit einer 5-jährigen AI-Behandlung als initiale Therapie oder im Anschluss an eine vorangegangene 2-5-jährige Tamoxifen-Therapie, eine auf 10 Jahre verlängerte AI-Behandlung mit Letrozol das DFS signifikant verbessert.

übers. sk

Quelle: ASCO 2016

Literatur:

Goss PE et al. LBA1, 2016 ASCO Annual Meeting
 


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