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Medizin
13. April 2021

HR+, HER2-Mammakarzinom: Lebenszeit verlängern, Lebensqualität erhalten

Neuer Podcast „Brustgeflüster“
In Kombination mit einer endokrinen Therapie sind 3 CDK4 & 6 Inhibitoren zur Behandlung des metastasierten Hormonrezeptor-positiven (HR+); HER-2-negativen (HER2-) Mammakarzinoms zugelassen worden. Wie Prof. Dr. Marc Thill, Frankfurt am Main, im neuen Podcast „Brustgeflüster“ (1) erläuterte, richte sich die Auswahl des Inhibitors nach Studiendaten sowie individuellen Kriterien wie der Prognose, dem Einnahmeschema und Nebenwirkungen. Ein wichtiges Ziel sei dabei, die Therapie und die Lebensqualität in Einklang zu bringen. Welche Patientin welchen CDK4 & 6 Inhibitor erhält, hänge von verschiedenen Faktoren ab, wobei die Studiendaten maßgeblich seien, betonte Thill. Dabei wies er darauf hin, dass es keinen Klasseneffekt gebe, da die Studienprogramme nicht vergleichbar seien.
Die 3 zugelassenen Substanzen in dieser Wirkstoffklasse Abemaciclib (Verzenios®) (2), Palbociclib und Ribociclib unterscheiden sich in ihrer Molekülstruktur. Dabei wirkt Abemaciclib 14-fach stärker auf den Cyclin-D1-CDK4-Komplex als auf CDK6 (3). „Das ist natürlich interessant, da die CDK4 in der Tumorgenese eine größere Rolle spielen als die CDK6“, erläuterte Thill den Nutzen. Darüber hinaus wirke sich auch das in der Regel gut handhabbare Nebenwirkungsprofil von Abemaciclib und die kontinuierliche Einnahme auf die Entscheidung im Klinikalltag aus.
 

MONARCH 2: Klarer Vorteil im Gesamtüberleben

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Abemaciclib wurde in den Studien des MONARCH-Programms gezeigt (4, 5). MONARCH 2 war eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie, an der 669 erwachsene Patientinnen mit HR+, HER2-endokrin resistentem fortgeschrittenen Mammakarzinom teilnahmen. Es handelte sich um Patientinnen, die innerhalb von 12 Monaten nach Ende einer adjuvanten endokrinen Therapie einen Progress erlebten, sowie Patientinnen, die unter endokriner Erstlinientherapie für die fortgeschrittene Situation progredient waren. Hierbei ermöglichte die Gabe von Abemaciclib plus Fulvestrant, dass sich das mediane Gesamtüberleben (OS) signifikant um 9,4 Monate verlängerte (46,7 vs. 37,3 Monate, p=0,0137) und das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) auf 16,4 Monate, gegenüber 9,3 Monaten in der Fulvestrant/Placebo-Gruppe (p < 0,001) (4). Besonders ist, dass auch Patientinnen mit ungünstigen Prognosefaktoren von Abemaciclib plus Fulvestrant einen OS-Vorteil zeigten, wie etwa bei viszeralen Metastasen (40,3 vs. 32,2 Monate) oder einer primären endokrinen Resistenz (38,7 vs. 31,5 Monate) (6). „Wir haben in der MONARCH 2 Studie keine Patientin mit einer primären Metastasierung gesehen. Dennoch einen Gesamtüberlebensvorteil von 9,4 Monaten zu erzielen, ist beachtlich“, bewertete Thill die Ergebnisse der Studie im Rahmen der Podcast-Reihe „Brustgeflüster“ (1). Die Daten von MONARCH 2 zum Gesamtüberleben hätten dabei entscheidend dazu beigetragen, dass CDK4 & 6 Inhibitoren mittlerweile Goldstandard seien.
 

MONARCH 3: Konsistente Verbesserung des PFS

Eine signifikante Verlängerung des PFS auf median 28,2 Monate (95%-KI: 23,5 NE) gegenüber 14,8 Monaten (95%-KI: 11,2 19,2) in der Kontrollgruppe (HR=0,54; 95%-KI: 0,418 0,698; p=0,000021) konnte auch in der MONARCH 3 Studie nachgewiesen werden (6). Der Vorteil im PFS zeigte sich dabei in allen untersuchten Subgruppen, wurde also nicht von Faktoren wie Alter, Progesteronrezeptor-Status, Metastasenlokalisation, ECOG-Performance-Status oder der Zahl der betroffenen Organe beeinflusst. MONARCH 3 war eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie zum Einsatz von Abemaciclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatase-Inhibitor bei 493 postmenopausalen Patientinnen mit HR+, HER2-aBC(advanced Breast Cancer), die vorher noch keine systemische Behandlung für die fortgeschrittene Behandlung erhalten hatten (5). OS Daten werden aus dieser Studie noch erwartet.
 

Therapie und Erhalt der Lebensqualität in Einklang bringen

Da es sich beim metastasierten HR+, HER2-Brustkrebs um eine bisher unheilbare Erkrankung handelt, erläuterte Thill, sei neben der Therapieadhärenz auch die Lebensqualität der Patientinnen von besonderer Bedeutung (1). Für Betroffene ohne kurative Therapie sei das vorrangige Ziel daher, die Erkrankung in den Griff zu bekommen, dabei die Metastasierung zu stoppen und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhalten. Diese Ziele können in der Praxis erreicht werden, so der Onkologe. In prospektiven und retrospektiven Subgruppenanalysen zu den Zulassungsstudien MONARCH 2 und 3 wurden folgende Krankheitsmerkmale als prognostisch ungünstige Faktoren identifiziert: Lebermetastasen, PgR-, hohes Tumorgrading oder kurzes therapiefreies Intervall (TFI) von weniger als 36 Monaten (2).

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Lilly Oncology Podcastreihe „Brustgeflüster“,https://web.mc.lilly.com/brustgeflüsterpodcast,https://web.mc.lilly.com/brustgefluester-lilly-podcast-2-qual-der-wahl, https://web.mc.lilly.com/brust-gefl%C3%BCster-lilly-podcast-3-welcome-to-reality,2020.
(2) Fachinformation Verzenios®, aktueller Stand; http://www.lilly-pharma.de/de/pdf/fachinformation/fachinfor-mation_verzenios.pdf
(3) Torres-Guzman R et al. Preclinical characterization of abemaciclib in hormone receptor positive breast cancer. Oncotarget. 2017;8(41): 69493-69507.
(4) Sledge G et al. MONARCH 2: Abemaciclib in Combination With Fulvestrantin Women With HR+/HER2-Advanced Breast Cancer Who Had Progressed While Receiving Endocrine Therapy. J Clin Oncol. 2017; 35(25): 2875–2884.
(5) Goetz M et al. MONARCH 3: Abemaciclib As Initial Therapy for Advanced Breast Cancer. J Clin Oncol. 2017; 35(32): 3638–3646.
(6) Goetz MP et al. MONARCH 3: Abemaciclib as initial therapy for patients with HR+, HER2-advanced breast cancer -Results from the preplanned final PFS analysis. Cancer Res 2018; 78 (suppl 13): Abstract CT040.


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