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Medizin
12. Juli 2013

Hormonrezeptor-positives Mammakarzinom: Therapiemanagement mit Everolimus/Exemestan

Senologiekongress 2013

Everolimus bietet die derzeit einzige Möglichkeit, die Effektivität der antihormonellen Therapie beim Hormonrezeptor(HR)-positiven Mammakarzinom zu erhöhen, hob Prof. Peter Fasching, Erlangen, hervor. In der Phase-III-Studie BOLERO-2 erzielten Patientinnen mit fortgeschrittenem HR-positiven, HER2/neu-negativen Mammakarzinom unter Everolimus/Exemestan ein signifikant längeres medianes progressionsfreies Überleben (PFS) als Patientinnen unter Exemestan/Placebo. Wesentlich für das Wohlergehen der Patienten ist ein konsequentes Nebenwirkungsmanagement. PD Dr. Diana Lüftner, Berlin, beschrieb die häufigsten und speziellen Nebenwirkungen, die unter Everolimus auftreten können, wie diese rechtzeitig erkannt werden und wie man ihnen begegnet.

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In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie BOLERO-2 erzielten Patientinnen mit fortgeschrittenem HR-positivem, HER2/neu-negativem Mammakarzinom unter Everolimus plus Exemestan ein signifikant längeres medianes PFS im Vergleich zu Placebo plus Exemestan (11,0 Monate vs. 4,1 Monate). Dabei profitierten alle vordefinierten Subgruppen. Prof. Fasching wies darauf hin, dass der mTOR-Inhibitor offensichtlich bei einem Teil der Patienten die Resistenz auf eine antihormonelle Therapie überwinden kann.  Einen klinischen Nutzen hatte etwa die Hälfte der Patienten im Kombinations-Arm, unter alleiniger antihormoneller Therapie etwa ein Viertel. Fasching bemerkte, dass auch symptomatische Patienten von Everolimus/Exemestan profitieren können, so dass auch bei ihnen ein Therapieversuch mit der Kombination anstelle einer Chemotherapie unternommen werden könne. Falls die Kombination zu keiner Remission führt, so zeigt sich dies nach 6 Wochen. Er empfahl generell 6 - 12 Wochen nach Therapiebeginn die Reevaluierung einer Everolimustherapie.

Die Kombination Everolimus plus Exemestan ruft häufiger Nebenwirkungen hervor als die alleinige antihormonelle Therapie, dabei kann es sich um sehr spezielle Nebenwirkungen handeln. "Dies ist eine Therapie, die eine gute Führung benötigt", sagte PD Dr. Lüftner. Eine häufige Nebenwirkung von Everolimus ist die orale Mukositis. Lüftner empfahl, die Patienten auf Schleimhaut-irritierende Substanzen hinzuweisen. Zu meiden sind z.B.: Myrrhe- und Alkohol-haltige Mundspülungen, scharfe Lebensmittel oder solche mit harten Krusten. Auch rote Teesorten wie z.B. Hagebuttentee wirken irritierend auf die Mundschleimhaut. Wichtig ist, die Patienten dafür zu sensibilisieren, frühzeitig auf Schmerzen und Veränderungen im Mundraum zu achten. Die Mukositis-Inzidenz erreicht das Plateau nach etwa 6 Wochen und durch eine engmaschige Kontrolle kann eine orale Mukositis in frühen Stadien erkannt werden. Bei einer Mukositis von Grad 2 sollte eine Therapiepause erwogen werden, bis sie auf Grad 1 abgeklungen ist, anschließend kann eine Re-Exposition erfolgen. Allgemeine Empfehlungen bei milderen Verlaufsformen sind Gelcair® und gefrorene Ananas- oder Eisstücke.

Die Hyperglykämie ist eine weitere Nebenwirkung von Everolimus, worauf man insbesondere bei Diabetikern achten muss. Da es sich um eine immunsupprimierende Therapie handelt, sollte auch eine Hepatitis B- oder C-Infektion abgeklärt werden.

Die atypische, nicht-infektiöse Pneumonitis ist eine mTOR-Inhibitor-spezifische Nebenwirkung. Symptome wie Husten, Atembeschwerden oder unspezifische Leistungsminderung berichten die Patienten häufig nicht von sich aus. Empfehlenswert sei es daher nachzufragen: "Wie geht es Ihnen beim Treppensteigen oder bei der Gartenarbeit?" Im CT zeigen sich die atypischen Infiltrate. Wichtig ist ein CT vor Therapiebeginn zum Vergleich für die Abklärung einer nicht-infektiöser Pneumonitis. Ein Röntgenthorax ist nicht ausreichend. Zur weiteren Abklärung ist eine BAL indiziert. Empfehlenswert ist laut Lüftner auch eine Lungenfunktionsmessung als Basisuntersuchung. Bei respiratorischen Problemen gibt der Vergleich der Lungenfunktion ein großes Maß an Sicherheit. "Fordern Sie die Patienten auf, nicht "durchzuhalten", sondern sich bei Symptomen sofort zu melden", so Lüftner abschließend.
as

Quelle: Lunchsymposium: Interaktive Wissens-Fortbildungsinitiative: Mammakarzinom im Dialog, Schwerpunkt Everolimus. Veranstalter: Novartis Pharma GmbH. 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie. München, 27. Juni 2013


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