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Medizin
07. Juni 2016

Hohe Ansprech- und Remissionsraten unter Pembrolizumab bei stark vorbehandelten Patienten mit Hodgkin-Lymphom

Eine Blockade des PD-1 (Programmed Death-1)-Rezeptors mit Pembrolizumab (KEYTRUDA®) führt bei stark vorbehandelten Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom zu einem raschen, anhaltenden und hohen Therapieansprechen (1). Dies belegen Daten der KEYNOTE-087-Studie, die beim 52. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/IL (USA) vorgestellt wurden. Das Behandlungskonzept soll jetzt in einer Phase-III-Studie im Vergleich zu Brentuximab Vedotin evaluiert werden.
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Vor etwa 50 Jahren war das Hodgkin-Lymphom die erste Tumorerkrankung, für die eine lebensrettende Therapie gefunden wurde. Heute ist es möglich, fast alle Betroffene durch Polychemo- und Strahlentherapien zu heilen. Dennoch gibt es Patienten, die auch unter einer Salvagetherapie mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Brentuximab Vedotin oder unter einer Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation (ASZT) keine langfristige Remission erreichen. Ihre Prognose ist ausgesprochen schlecht.

Dass diese stark vorbehandelte Patientengruppe von einer Therapie mit dem Anti-PD-1 (Programmed Death-1)-Rezeptor-Antikörper Pembrolizumab profitieren kann, wurde zunächst in der multizentrischen Phase-1b-Studie KEYNOTE-013 (2) gezeigt. Die Phase-II-Multikohortenstudie KEYNOTE-087 wurde anschließend konzipiert, um die klinische Aktivität von Pembrolizumab bei Patienten mit wiederaufgetretenem oder refraktärem klassischen Hodgkin-Lymphom (R/R cHL) zu untersuchen.

KEYNOTE-087 prüft Pembrolizumab in drei Kohorten von Patienten mit R/R cHL (n=90):
•    Patienten mit Krankheitsprogress nach ASZT und anschließender Behandlung mit Brentuximab Vedotin (n=30)
•    Patienten, bei denen eine Salvage-Chemotherapie und eine Therapie mit Brentuximab Vedotin versagt hat, und die für eine ASZT nicht geeignet sind (n=30)
•    Patienten, die eine ASZT erhalten haben, nach der Transplantation aber nicht mit Brentuximab Vedotin behandelt wurden (n=30).
Die Patienten erhielten Pembrolizumab in allen drei Kohorten als Monotherapie in der fixen Dosierung von 200 mg alle drei Wochen. Die Behandlung wurde über 24 Monate oder bis zum Erreichen einer bestätigten Krankheitsprogression, einer intolerablen Toxizität oder bis zum Therapiestopp durch den Studienarzt weitergeführt. Primärer Endpunkt war die Gesamtansprechrate (ORR).

Die ORR erreichte zum Zeitpunkt des Datenschnitts in allen drei Kohorten Werte über 70%. In den meisten Fällen wurde das Ansprechen bereits bei der ersten Kontrolluntersuchung nach 12 Wochen festgestellt. Mit 83% war das Ansprechen bei Patienten der Kohorte 2 mit Chemoresistenz und daraus resultierender fehlender Eignung für eine ASZT am höchsten. In den Kohorten 1 und 3 wurde eine ORR von jeweils 73% ermittelt. Dieser Wert wurde unabhängig davon erreicht, ob die Patienten nach der ASZT mit Brentuximab Vedotin behandelt worden waren oder nicht. Patienten mit primär refraktärer Erkrankung, bei denen nach der Primärtherapie keine komplette oder partielle Remission erzielt worden war, erreichten dennoch eine ORR von 78%, sowie 35% Komplettremissionen und 43% partielle Remissionen.

In den drei Kohorten wurden 27%, 30% und 30% Komplettremissionen bzw. 47%, 53% und 43% partielle Remissionen beobachtet, jeweils 17%, 7% und 13% der Patienten erreichten eine Krankheitsstabilisierung und bei 10%, 7% und 13% schritt die Krankheit fort. In der Dosierung von 200 mg alle drei Wochen zeigte Pembrolizumab ein akzeptables Sicherheitsprofil. Inzwischen wurde eine Phase-III-Studie initiiert, die Pembrolizumab versus Brentuximab Vedotin bei Patienten mit R/R cHN prospektiv untersucht.

sw

Quelle: ASCO 2016

Literatur:

(1) Chen RW et al. Pembrolizumab for relapsed/refractory classical Hodgkin lymphoma (R/R cHL): phase 2 KEYNOTE-087 study. J Clin Oncol 2016; 34 (Suppl): Abstract #7555
(2) https://ash.confex.com/ash/2015/webprogram/Paper85725.html


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