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Medizin

07. Oktober 2020 Hochrisiko-Melanom Stadium III: Um 40% reduziertes Risiko für Fernmetastasen oder Tod durch Pembrolizumab adjuvant

Auf dem ESMO-Kongress wurden neue und aktualisierte Ergebnisse der Phase-III-Studie EORTC1325/KEYNOTE-054 zur adjuvanten Therapie mit dem PD-1-Antikörper Pembrolizumab (KEYTRUDA®) bei vollständig reseziertem Hochrisiko-Melanom im Stadium III vorgestellt. Aktuelle, erstmalige Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass nach einem Nachbeobachtungszeitraum von 3,5 Jahren die adjuvante Therapie mit Pembrolizumab den sekundären Endpunkt des Fernmetastasen-freien Überlebens (Distant Metastasis-Free Survival, DMFS) erreichte und das Risiko von Fernmetastasen oder Tod im Vergleich zu Placebo um 40% (HR=0,60 [95%-KI: 0,49-0,73]; p< 0,001) reduzierte.
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Die DMFS-Raten nach 3,5 Jahren lagen bei 65,3% bzw. 49,4%. Zusätzlich demonstrierte Pembrolizumab in den Melanomstadien IIIA (Lymphknotenmetastasen > 1 mm), IIIB und IIIC verglichen mit Placebo einen anhaltenden Vorteil beim rezidivfreien Überleben (Recurrence-Free Survival, RFS). Die RFS-Raten nach 3,5 Jahren betrugen 59,8% unter Pembrolizumab bzw. 41,4% unter Placebo (HR=0,59 [95%-KI: 0,49-0,70]; p< 0,001). Die Vorteile bei RFS und DMFS unter Pembrolizumab wurden in wichtigen Patientensubgruppen einschließlich Melanomstadien (gemäß AJCC-7 und AJCC-8), BRAF-Mutationsstatus und PD-L1-Expression beobachtet.
 
"Trotz Resektion kann es bei Patienten mit Hochrisiko-Melanom im Stadium III zu Rezidiven kommen. Für Patienten mit Fernmetastasen ist die Prognose häufig noch erheblich ungünstiger“, sagte Alexander Eggermont, Studienleiter und Chief Scientific Officer im Princess Máxima Center in Utrecht, Niederlande. „Diese neuen und aktualisierten Daten – einschließlich der erstmaligen Daten zum Fernmetastasen-freien Überleben – sind von großer Bedeutung. Sie zeigen, dass Pembrolizumab als adjuvante Therapie nicht nur das Auftreten von Rezidiven, sondern auch von Fernmetastasen verzögert. Ein weiterer Vorteil von Pembrolizumab für Patienten mit Melanom im Stadium III."
 
"In der Studie KEYNOTE-054 zeigte die adjuvante Behandlung mit Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo auch weiterhin Langzeitverbesserungen bei der Prävention von Rezidiven – fast 60% der Patienten waren nach 3,5 Jahren noch am Leben und rezidivfrei", sagte Dr. Scot Ebbinghaus, Vice President, Clinical Research, der Merck Research Laboratories von Merck & Co., Inc., Kenilworth, USA (in Deutschland MSD). "In Kombination mit den erstmaligen Ergebnissen zum Fernmetastasen-freien Überleben unterstreichen diese Daten die wichtige Rolle von Pembrolizumab im adjuvanten Setting der Melanomtherapie. Die Daten ermutigen uns, Pembrolizumab auch bei anderen Tumorentitäten in früheren Krankheitsstadien zu untersuchen."
 
Diese Late-Breaking-Daten wurden anlässlich des virtuellen Jahreskongresses der European Society for Medical Oncology (ESMO) am 19. September 2020 (Abstract #LBA46) im Rahmen einer freien Session vorgestellt. Wie angekündigt, wurden bei diesem Kongress Daten zu mehr als 15 verschiedenen Krebsentitäten aus dem umfangreichen Onkologie-Portfolio und der Forschungspipeline von MSD präsentiert.  
 
Aufgrund der Ergebnisse der Studie EORTC1325/KEYNOTE-054 ist Pembrolizumab derzeit in über 70 Ländern als adjuvante Therapie für erwachsene Patienten mit Melanom mit Lymphknotenbeteiligung nach Komplettresektion zugelassen. In der EU ist Pembrolizumab als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung des Melanoms im Tumorstadium III mit Lymphknotenbeteiligung nach vollständiger Resektion bei Erwachsenen zugelassen. Das umfangreiche klinische Forschungsprogramm von MSD für Melanom und Hautkrebs adressiert Bereiche mit einem ungedeckten Bedarf und untersucht den Einsatz von Pembrolizumab in früheren Krankheitsstadien sowie in Kombination mit anderen Krebstherapien in mehreren potenziell zulassungsrelevanten Studien wie beispielsweise KEYNOTE-716, LEAP-003 und LEAP004.  
 
EORTC1325/KEYNOTE-054: Studiendesign und zusätzliche Subgruppendaten (Abstract #LBA8)

EORTC1325/KEYNOTE-054 (ClinicalTrials.gov, NCT02362594) ist eine von MSD gesponserte randomisierte Doppelblindstudie der Phase III, die in Zusammenarbeit mit der EORTC durchgeführt wird. In der Studie wird Pembrolizumab als adjuvante Therapie für Patienten mit reseziertem Hochrisiko-Melanom (Stadium IIIA [Lymphknotenmetastasen > 1 mm], IIIB und IIIC) mit Placebo verglichen. Co-primäre Endpunkte sind das RFS bei allen Patienten sowie das RFS bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren. Sekundäre Endpunkte beinhalten das DMFS und das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) bei allen Patienten sowie bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren. Die RFS-Daten einer 3-Jahres-Analyse wurden im Rahmen des virtuellen wissenschaftlichen Programms beim Jahreskongress 2020 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert und aktuell auch im Journal of Clinical Oncology publiziert. Gemäß Studienprotokoll wird die Studie fortgesetzt, um den sekundären Endpunkt OS zu evaluieren; jedoch konnten die Patienten bei einem dokumentierten Rezidiv zu Pembrolizumab wechseln bzw. erneut Pembrolizumab erhalten.
 
Die wichtigsten Subgruppen-Ergebnisse der EORTC1325/KEYNOTE-054
 


 
Der für Pembrolizumab gezeigte DMFS-Vorteil war bei Patienten mit AJCC-7-Melanomstadien IIIA (HR=0,64), IIIB (HR=0,58) und IIIC (HR=0,61) ähnlich. Die adjuvante Pembrolizumab-Therapie verringerte die Inzidenz von Fernmetastasen als Erstrezidiv um 43% (nach 3,5 Jahren: 24,9 % versus 39,5 %; HR=0,57 [95 %-KI: 0,46 – 0,72]; p< 0,001).

Die Analyse nach 42 Monaten zeigte keine neuen Sicherheitssignale. Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab entsprach dem in vorausgegangenen Studien ermittelten Profil bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom. Immunvermittelte Nebenwirkungen der Grade 3-5 traten bei 7,7% der mit Pembrolizumab behandelten Patienten auf und bei 0,6% der Patienten, die Placebo erhielten. 

Quelle: MSD


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