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Medizin
21. März 2018

Heterogenität der CLL: Therapie optimieren, zytogenetische Risiken analysieren

Bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) ist heutzutage durch moderne Therapien die Lebenserwartung kaum verringert. Allerdings gibt es auch Patienten, bei denen bereits zum Zeitpunkt der Diagnose oder im Verlauf der Erkrankung zytogenetische Risiken auftreten, die die Mortalität erheblich steigern können. Das gilt bei CLL in besonderem Maße, wenn die Bruton-Tyrosinkinase (BTK) in den Leukämiezellen pathologisch aktiviert ist.
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Aufgrund der Zugehörigkeit zu den B-Zell-Lymphomen ist die CLL auf die Signaltransduktion des B-Zell-Rezeptors angewiesen. Intrazellulär spielt dabei die BTK eine entscheidende Rolle. Ist dieses Enzym pathologisch überexprimiert, werden Homing, Adhäsion, Migration und das Überleben der malignen B-Zellen übermäßig gefördert. Auch der Zelltod wird unterdrückt. Ibrutinib (Imbruvica®) ist ein effizienter, oraler BTK-Inhibitor. Neben CLL sind auch Mantelzell-Lymphom und Morbus Waldenström Indikationen für den Wirkstoff.

Nachdem Ibrutinib bei CLL zunächst für Erwachsene nach einer Vortherapie und in Erstlinie bei Patienten mit einer 17p-Deletion oder einer TP53-Mutation, die für eine Chemo-Immuntherapie nicht geeignet sind, zugelassen wurde, folgte die Zulassung als Einzelsubstanz für die Behandlung erwachsener therapienaiver CLL-Patienten. Seit 2016 ist Ibrutinib auch in Kombination mit Bendamustin und Rituximab für die Behandlung erwachsener CLL-Patienten zugelassen, die mindestens eine vorangegangene Therapie erhalten haben.

Erstlinientherapie mit Ibrutinib als Einzelsubstanz

Die Wirksamkeit als Einzelsubstanz bei therapienaiven CLL-Patienten wurde in einer Phase-III-Studie mit 269 Patienten im Vergleich zu Chlorambucil untersucht. Nach median 18,4 Monaten (1) und 36 Monaten (2) erwies sich der BTK-Inhibitor dem Chlorambucil überlegen. Sowohl hinsichtlich des primären Endpunkts PFS als auch der sekundären Endpunkte Gesamtansprechrate, Gesamtüberleben, hämatologische Verbesserung und Sicherheit waren die Ergebnisse unter Ibrutinib besser.

„Der Krankheitsverlauf der CLL ist klinisch und biologisch heterogen", sagte Dr. Ingo Schwaner, der in seiner Onkologischen Schwerpunktpraxis in Berlin zahlreiche CLL-Patienten behandelt. „Deshalb ist es sinnvoll die individuellen molekularbiologischen Eigenschaften der CLL zu analysieren, um Risikopatienten angemessen zu behandeln.“

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Symposium „Perspektiven in der CLL- und MM-Therapie“, DKK, 22.02.2018, Berlin; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Burger JA et al. N Engl J Med 2015;373:2425-2437.
(2) Tedeschi A et al. ASH 2017; Abstract Nr. 1746.


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