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Medizin
20. Dezember 2013

HER2-positives Mammakarzinom – Patientinnen bevorzugen subkutane Verabreichung von Herceptin

Seit Ende August 2013 ist eine subkutane (SC) Formulierung des bewährten Antikörpers Herceptin® (Trastuzumab, Roche) für die Behandlung von Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom zugelassen. Herceptin SC lässt sich einfach und schnell in weniger als 5 Minuten per Spritze in das Unterhautfettgewebe des Oberschenkels verabreichen. Fast 90% der Patientinnen ziehen die neue Darreichungsform der intravenösen Applikation vor – das belegen aktuelle Daten der PrefHer-Studie, die erstmals im Dezember 2013 auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vorgestellt wurden [1].

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Primäres Ziel der Phase-II-Studie PrefHer war es, die Präferenz der Patientinnen hinsichtlich der subkutanen oder intravenösen Verabreichung von Herceptin zu ermitteln. Dafür wurden 488 Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom im Frühstadium postoperativ und nach Abschluss einer (neo-)adjuvanten Chemotherapie in zwei jeweils zweiarmige Kohorten randomisiert. In beiden Kohorten erhielten die Patientinnen Herceptin sequenziell subkutan und intravenös verabreicht. In Kohorte 1 (n=248) erfolgte die subkutane Applikation mittels eines Einweg-Injektionsgeräts, in Kohorte 2 (n=240) manuell per Spritze.
 
 
Hohe Präferenz für Herceptin SC erneut bestätigt
 
Die aktuell präsentierten Ergebnisse der zweiten Kohorte belegen den hohen Stellenwert von Herceptin SC für die Patientinnen: 86,1 % der Frauen bevorzugten die subkutane Darreichung von Herceptin per Spritze gegenüber der intravenösen Applikation (12,6 %) [1]. Die aktuelle Analyse bestätigt damit die bisherigen Erkenntnisse aus der ersten Kohorte der PrefHer-Studie. Die Auswertung der ersten Kohorte, die im Frühjahr 2013 präsentiert wurde, hatte bereits eine deutliche Präferenz der Patientinnen für Herceptin SC gezeigt: Damals hatten neun von zehn Patientinnen (91,5 %) angegeben, die subkutane Darreichung von Herceptin via Einweg-Injektionsgerät der intravenösen Applikation vorzuziehen [2].
 
 
Zeitgewinn für Patientinnen und medizinisches Fachpersonal
 
Wichtigster Vorteil von Herceptin SC für die Patientinnen ist die enorme Zeitersparnis. Während die intravenöse Applikation bis zu 90 Minuten in Anspruch nimmt, wird Herceptin SC per Spritze in weniger als 5 Minuten verabreicht. Zusätzlich empfinden viele Patientinnen die subkutane Darreichung als weniger schmerzhaft [2]. Auch das medizinische Fachpersonal profitiert von der neuen Darreichungsform: Herceptin SC liegt als gebrauchsfertige Lösung in einer vom Körpergewicht der Patientin unabhängigen fixen Dosierung von 600 mg vor – eine Loading Dose zu Beginn der Therapie entfällt. Die geringe Vorbereitungszeit und schnelle Gabe von Herceptin SC ermöglichen somit ein flexibles Zeitmanagement im Klinikalltag. Die aktuellen Ergebnisse der PrefHer-Studie bestätigen: 81,2% des medizinischen Fachpersonals waren mit Herceptin SC mittels Spritze am zufriedensten – lediglich 4,3% bevorzugten die intravenöse Applikation [1].   
 
Vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit
 
Basis der Zulassung von Herceptin SC für die Behandlung von Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom waren die Ergebnisse der HannaH-Studie. Die Phase-III-Studie belegt, dass die subkutane und intravenöse Anwendung von Herceptin sowohl hinsichtlich der Wirkstoffkonzentration im Blut (SC: 69,0 mg/ml bzw. i.v.: 51,8 mg/ml; jeweils geometrisches Mittel der Ctrough im 7. Zyklus) als auch der pathologischen Komplettremissions-Rate (pCR) zum Zeitpunkt der Operation (SC: 45,4% bzw. i.v.: 40,7%) äquieffizient sind. Beide Formulierungen von Herceptin erwiesen sich zudem als sicher und gut verträglich [3].
 
 
Literaturhinweise:
[1] Pivot X et al., SABCS 2013; Poster P4 12-11
[2] Pivot X et al., Lancet Oncology 2013; 14(10): 962-70
[3] Ismael G et al., Lancet Oncology 2012; 13(9): 869-78

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