Mittwoch, 27. Januar 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
CAR T Prelaunch
CAR T Prelaunch
 
Medizin

04. November 2020
Seite 1/2
HER2+ Mammakarzinom: Zuversicht als Motivator im Therapieprozess

Beim virtuellen OnkoTalk auf dem DGHO 2020 stand insbesondere die Frage, wie wichtig Zuversicht im Rahmen der Therapie ist – sowohl für Ärzte als auch für Patientinnen – im Fokus. Von Prof. Dr. med. Marc Thill, Frankfurt am Main, wurde die ärztliche Sicht vorgestellt. Renate Haidinger, Vorstand von Brustkrebs Deutschland e.V., Hohenbrunn, vermittelte den Blick der betroffenen Patientinnen auf neue Therapieoptionen. Beide Referenten, sowie Chair des OnkoTalks Prof. Dr. med. Cornelia Kolberg-Liedtke, Essen, waren sich einig, dass Zuversicht einen wesentlichen Motivator im Therapieprozess darstellt – aber sie motiviert beispielsweise auch Ärzte und Patienten zur Durchführung von bzw. Teilnahme an klinischen Studien. Neue Therapieoptionen wie zum Beispiel das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) zur Behandlung des HER2-positiven, metastasierten Mammakarzinoms spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Was macht Ärzte zuversichtlich? – Die Sicht der Behandler

Als heutiger Standard in der Erstlinientherapie des HER2-positiven, metastasierten Mammakarzinoms gilt die Kombination von Pertuzumab, Trastuzumab und Docetaxel, die zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens um etwa 5 Jahre geführt hat (1, 2). In der Second-line-Therapie hat sich mittlerweile T-DM1 (Trastuzumab-Emtansin) etabliert, mit einem Überlebens-Benefit von etwa 2,5 Jahren (1, 2). In der Drittlinientherapie stellt sich die Situation allerdings etwas „unübersichtlicher“ dar: Hier kommen unterschiedliche Kombinationen mit Trastuzumab zum Einsatz, die das Gesamtüberleben um ca. 14 Monate verbessern (1, 2). Mit steigender Therapielinie sinkt jedoch der jeweils zu erzielende Überlebensvorteil deutlich. Ursachen hierfür sind akquirierte Mutationen, sekundäre Resistenzen oder bei einer triple-positiven Erkrankung auch endokrine Resistenzen.

Aufgrund dieser Medical Needs sind neue medikamentöse Therapiemöglichkeiten für höhere Therapielinien dringend erforderlich. Eine innovative Option stellen Antikörper-Wirkstoff-Konjugate dar (ADC, antibody drug conjugate). Diese kombinieren die Spezifität eines Antikörpers mit der Zytotoxizität einer Chemotherapie. Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) stellt ein solches ADC dar, bei dem der humanisierte, monoklonale Anti-HER2-Antikörper und ein Chemotherapeutikum (Topoisomerase-I-Hemmer, „Payload“ genannt) chemisch über einen tetrapeptidbasierten, spaltbaren Linker verbunden sind. Trastuzumab Deruxtecan zeigte in der Studie DESTINY-Breast01 bei Patientinnen mit HER2-positivem, metastasiertem und vorbehandeltem Mammakarzinom eine bestätigte Gesamtansprechrate (ORR) von 60,9% (3). Die Patientinnen in der Studie waren intensiv vorbehandelt und stellten damit eben jenes Kollektiv dar, bei dem heute wegen fehlender effektiver Optionen in der Dritt- und Folgelinie ein ausgeprägter Medical Need besteht.

Aber auch für die Therapie von Patientinnen mit Hirnmetastasen gibt es neue Ansätze. Zum Beispiel wurde in der HER2CLIMB-Studie der Rezeptortyrosinkinaseinhibitor Tucatinib bei vorbehandelten Patientinnen untersucht (in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin). Es zeigte sich
ein Überlebensvorteil von 23,4% (1-Jahres-Gesamtüberleben) (4). Ein weiterer Ansatz zur Therapieoptimierung stellt die Erhöhung der Antikörper-abhängigen zellulären Zytotoxizität (ADCC) mittels Antikörper-Engineering dar. Ein Beispiel hierfür ist die Substanz Margetuximab, die in der SOPHIAStudie bei Patientinnen mit mindestens 2 Vortherapien im Vergleich zu Trastuzumab eine 24%ige Risikoreduktion für Krankheitsprogression zeigte (5).
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Digital Gesamt 2021

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HER2+ Mammakarzinom: Zuversicht als Motivator im Therapieprozess"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2020
  • Phase-III-Studie ASCEMBL bei resistenten/intoleranten Patienten mit CML: STAMP-Inhibitor Asciminib deutlich effektiver als TKI Bosutinib
  • Ruxolitinib-resistente/-intolerante MF-Patienten profitieren im klinischen Alltag möglicherweise von einer Rechallenge
  • Real-world-Daten zu PV: Rechtzeitige Umstellung von HU auf Ruxolitinib wirkt möglicherweise Anstieg thromboembolischer Ereignisse entgegen
  • 5-Jahres-Daten der RESPONSE-2-Studie: Überlegenheit von Ruxolitinib gegenüber BAT im Langzeitverlauf bestätigt
  • Phase-I-Studie: Anhaltendes molekulares Ansprechen mit neuem BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei CML-Patienten mit T315I-Resistenzmutation
  • Patienten mit ITP sind emotional erheblich belastet
  • r/r DLBCL: Vielversprechende erste Daten zur CAR-T-Zell-Therapie mit Tisagenlecleucel in Kombination mit Ibrutinib
  • r/r FL: CAR-T-Zell-Therapie mit Tisagenlecleucel wirksam und sicher
  • Myelofibrose: Ruxolitinib-Startdosis von 10 mg 2x tägl. auch bei initial niedriger Thrombozytenzahl sicher anwendbar
  • Phase-III-Studie REACH3: Ruxolitinib bei chronischer steroidrefraktärer oder steroidabhängiger GvHD wirksamer als die beste verfügbare Therapie