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Medizin

15. März 2017 HER2-positives Mammakarzinom: AGO empfiehlt Pertuzumab mit einem Doppelplus (++) als neuen Standard für die neoadjuvante Therapie

Die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) empfiehlt Perjeta®▼ (Pertuzumab) und Herceptin® (Trastuzumab) plus Chemotherapie in ihren aktuellen Therapieempfehlungen als uneingeschränkten Standard (++) für die neoadjuvante Behandlung des HER2-positiven Mammakarzinoms (1). Im metastasierten Setting bestätigt die AGO zudem die Doppelplus-Empfehlung (++) für Pertuzumab und Trastuzumab in Kombination mit Docetaxel in der First-Line sowie für Kadcyla®▼ (Trastuzumab Emtansin) in der Second-Line (1).
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Die doppelte HER2-gerichtete Antikörper-Blockade mit Pertuzumab und Trastuzumab plus Chemotherapie ist seit Juli 2015 für die neoadjuvante Behandlung von Frauen mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem, inflammatorischem oder frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko zugelassen (2). In der zulassungsrelevanten Studie NeoSphere erreichten Patientinnen, die Pertuzumab zusätzlich zu Trastuzumab und Docetaxel erhielten, nahezu doppelt so häufig eine pathologische Komplettremission (pCR) in Brust und Axilla (ypT0/is ypN0; 39,3 vs. 21,5%; p = 0,0063) (3). Mit der neuen Doppelplus-Empfehlung (++) für den neoadjuvanten Einsatz von Pertuzumab und Trastuzumab plus Chemotherapie untermauert die AGO den hohen Stellenwert von Pertuzumab in der Therapie des frühen Mammakarzinoms.

Pertuzumab als First-Line-Standard weiter gefestigt

Mit einer erneuten Doppelplus-Empfehlung (++) bestätigt die AGO zudem Pertuzumab und Trastuzumab plus Docetaxel als First-Line-Standard beim metastasierten HER2-positiven Mammakarzinom (1). In der Zulassungsstudie CLEOPATRA verlängerte die First-Line-Therapie mit Pertuzumab und Trastuzumab plus Docetaxel das mediane Gesamtüberleben der betroffenen Frauen gegenüber der alleinigen Behandlung mit Trastuzumab und Docetaxel signifikant und klinisch hochrelevant um + 15,7 Monate auf fast fünf Jahre (56,5 vs. 40,8 Monate; HR: 0,68; p < 0,001) (4). Darüber hinaus vergibt die AGO den höchsten Empfehlungsgrad (++) erstmals auch für die First-Line-Kombination von Pertuzumab und Trastuzumab plus Paclitaxel. Grundlage dafür sind unter anderem die ersten Wirksamkeitsergebnisse aus einer Interimsanalyse der Studie PERUSE, in der mit allen untersuchten Taxan-Kombinationen (Docetaxel, Paclitaxel, nab-Paclitaxel) ein vergleichbares medianes progressionsfreies Überleben (PFS) wie in der Zulassungsstudie erreicht wurde (5). Die First-Line-Zulassung gilt für Pertuzumab und Trastuzumab plus Docetaxel (2).

Doppelplus für Trastuzumab Emtansin Second-Line bestätigt

Zum vierten Mal in Folge wurde auch Trastuzumab Emtansin als einzige Second-Line-Therapie für Frauen mit HER2-positivem metastasierten Mammakarzinom nach Vorbehandlung mit Trastuzumab und Taxan als uneingeschränkter Standard (++) bestätigt (1). Die Doppelplus-Empfehlung basiert auf der Zulassungsstudie EMILIA: Frauen überlebten unter Trastuzumab Emtansin im Median 30,9 Monate – und damit 5,8 Monate länger als unter der Kombination Capecitabin plus Lapatinib (25,1 Monate; HR: 0,68; p < 0,001) (6).

Weiterführende Informationen zu den aktuellen Empfehlungen der AGO vom 02.03.2017 finden Sie unter http://www.ago-online.de/de/infothek-fuer-aerzte/leitlinienempfehlungen/mamma/.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfehlungen 2017. www.ago-online.de
(2) Fachinformation Perjeta®, Stand: September 2015
(3) Gianni L et al., Lancet Oncol 2012; 13: 25-32
(4) Swain S et al., N Engl J Med 2015; 372: 724-34
(5) Bachelot T et al., Cancer Res. 2017; 77 (4): Abstract P4-21-04
(6) Verma S et al., N Engl J Med 2012; 367 (19): 1783-91


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