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Medizin

05. März 2020 HER2-gerichtete Therapien beim Mammakarzinom

Auch wenn man HER2 und HER2-gerichtete Therapien beim Mammakarzinom bereits als „ein Stück Medizingeschichte“ bezeichnen könne, wie Prof. Peter Fasching, Erlangen, bei einem Satellitensymposium im Rahmen des DKK 2020 konstatierte, ist die Entwicklung dieser zielgerichteten Therapie noch nicht zu Ende. So erläuterten Experten unter dem Vorsitz von Fasching und Prof. Nadia Harbeck, München, vielversprechende neue Möglichkeiten zur Behandlung des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms. 
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Eine klinische Herausforderung im Management des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms sei, dass bereits nach der zweiten Therapielinie keine etablierten Therapiestrategien mehr bestünden, erklärte Prof. Tanja Fehm, Düsseldorf. Deshalb seien für die intensiv vorbehandelten Patientinnen neue Therapieansätze notwendig. Etwa 50% der HER2-positiven Patientinnen entwickeln im Krankheitsverlauf Hirnmetastasen, Tendenz steigend. Bei aktiven Hirnmetastasen haben Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) gute Wirksamkeitsdaten gezeigt, in Deutschland ist aber in der metastasierten Situation derzeit nur Lapatinib zugelassen. In der HER2CLIMB-Studie bei 612 mit Trastuzumab, Pertuzumab und T-DM1 vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem HER2-positivem Mammakarzinom mit und ohne Hirnmetastasen verbesserte die Ergänzung von Trastuzumab+Capecitabin durch den TKI Tucatinib progressionsfreies und Gesamtüberleben statistisch signifikant und klinisch relevant, berichtete Harbeck (1). Das klinische Outcome könnten zukünftig neben einer Klärung der komplexen Resistenzmechanismen und einer optimierten Patientinnenselektion auch neue Antikörper-Drug-Konjugate (ADCs) verbessern.

Optionen zur Antikörperoptimierung

Prof. Matthias Peipp, Kiel, erläuterte Möglichkeiten der Antikörperoptimierung, zu denen auch die Entwicklung von ADCs gehört. Vorteile des HER2-ADC der nächsten Generation, DS-8201 (Trastuzumab-Deruxtecan), sind neben einem hochpotenten Topoisomerase-Inhibitor als zytostatischer Komponente eine neue Linker-Technologie und eine hohe Drug-to-Antibody Ratio (DAR). Die bisherigen Ergebnisse der Phase-II-Studie DESTINY-Breast01, die DS-8201 bei stark vorbehandelten T-DM1-resistenten oder -intoleranten Patientinnen mit metastasiertem HER2-positivem Mammakarzinom untersucht, bezeichnete Harbeck als exzellent. Bei weniger als 2% der Patientinnen kam es unter dem neuen ADC zu einer Erkrankungsprogression (2). Bei HER2-positiven Patientinnen laufen derzeit die Studien DESTINY-Breast02 und DESTINY-Breast03, bei niedriger HER2-Exprimation die DESTINY-Breast 04, in deren Rahmen deutsche Patientinnen Zugang zu der durch die EMA noch nicht zugelassenen Substanz erhalten können.

Mascha Pömmerl

Quelle: Satelliten-Symposium „Das metastasierte HER2+ Mammakarzinom: Innovationen vorantreiben – neue Chancen ergreifen“, 20.02.2020, DKK, Berlin; Veranstalter: Daiichi Sankyo und AstraZeneca

Literatur:

(1) Murthy RK et al. N Engl J Med 2020; 382: 597-609.
(2) Modi S et al. N Engl J Med 2020; 382: 610-621.


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