Mittwoch, 2. Dezember 2020
Navigation öffnen
Medizin

05. September 2019 HCC: Zulassung für Ramucirumab

Seit einigen Jahren verändert sich die Therapielandschaft beim HCC dynamisch. Bei Patienten mit einem fortgeschrittenen oder inoperablen HCC, die bereits mit Sorafenib behandelt worden sind und die ein erhöhtes Alpha-Fetoprotein (AFP ≥ 400 ng/ml) aufweisen, kann ab sofort auch der Anti-VEGF-Rezeptor-2-Antikörper Ramucirumab (Cyramza®) in Monotherapie eingesetzt werden. Mit dem AFP-Wert steht erstmals in dieser Indikation ein Biomarker zur Verfügung.
Anzeige:
Kyprolis
Leberkrebs ist eine der wenigen Krebsarten mit steigender Inzidenz und Mortalität. Hauptrisikofaktoren sind hierzulande Alkohol und Übergewicht. Die Behandlung des HCC ist besonders komplex, weil der Tumor eine Folge der Leberfunktionsstörung und Leberzirrhose ist, welche fortbestehen und bei der onkologischen Therapie berücksichtigt werden müssen, führte Prof. Dr. Peter Galle, Mainz, aus. In den letzten Jahren hat die systemische Therapie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Leber-Experte warnte, dass derzeit der Wechsel von der lokoregionären Therapie allerdings oftmals noch zu spät erfolge und damit Chancen für die Patienten vertan würden.

Wie Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, erläuterte, handelt es sich beim HCC um einen hypervaskularisierten Tumor. Hier setzt der monoklonale Antikörper Ramucirumab an: Er bindet und blockiert mit dem VEGF-Rezeptor-2 einen zentralen Mediator der Angiogenese. Im REACH-Studienprogramm zeigte sich bei Patienten, die bereits mit Sorafenib vorbehandelt waren und außerdem ein Alpha-Fetoprotein von mindestens 400 ng/ml aufwiesen, unter Monotherapie mit Ramucirumab ein medianes Gesamtüberleben von 8,1 Monaten im Vergleich zu 5,0 Monaten unter Placebo (HR 0,69; 95% KI 0,57-0,84) (1). „Das ist für uns das wichtigste Outcome: Das Überleben wurde durch die sehr spezifische Therapie mit Ramucirumab um mehr als 3 Monate verlängert“, betonte Vogel – und zwar bei einer wegen ihres hohen AFP-Werts prognostisch schlechten Subgruppe. Auch in den sekundären Studienendpunkten des progressionsfreien Überlebens und des Gesamtansprechens zeigte sich die klinische Wirksamkeit von Ramucirumab (1). Laut Vogel wurde die Therapie vergleichsweise gut vertragen. Das Sicherheitsprofil beim HCC entsprach dem aus den Indikationen Magenkarzinom, Kolorektalkarzinom und nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom.

Dr. Anne Benckendorff

Quelle: Launch-Pressekonferenz: „Ramucirumab: Neue Perspektiven für Patienten mit fortgeschrittenem oder inoperablem hepatozellulärem Karzinom (HCC)“, 21.08.2019, Bad Homburg; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Zhu AX et al. Lancet Oncol 2019; 20: 282-296.


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HCC: Zulassung für Ramucirumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab