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Medizin

27. September 2017
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Gute Verträglichkeit von Abirateronacetat beim nicht oder mild symptomatischen mCRPC

Die Erstlinientherapie des nicht oder mild symptomatischen, metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) erfolgt heute vor allem mit Abirateronacetat (Zytiga®). Auf einer Pressekonferenz von Janssen anlässlich des 69. DGU-Kongresses in Dresden standen aktuelle Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der beiden Wirkstoffe und Erfahrungen aus dem Alltag im Mittelpunkt.
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Bei dem Patienten M. V. wird 2013 im Alter von 68 Jahren ein Prostatakarzinom im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Nach der radikalen Prostatektomie, bei der sich positive Lymphknoten finden, fällt sein PSA-Wert nur leicht ab von 133 ng/ml präoperativ auf einen Tiefstwert von 67 ng/ml rund drei Wochen später. Daher beginnt er eine antihormonelle Therapie mit einem LHRH-Antagonisten. Hierunter sinkt der PSA-Wert sechs Monate nach Therapiebeginn auf einen Tiefstwert von 0,85 ng/ml. Über ein Jahr später, im November 2015, ist der PSA-Wert wieder auf 3,7 ng/ml gestiegen. Im Februar 2016 liegt er bereits bei 17,5 ng/ml, während zugleich der Testosteron-Wert (0,25 ng/ml) unverändert unterhalb der Kastrationsgrenze bleibt. Der Patient hat leichte Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, die PSMA-Positronen-Emissions-Tomographie zeigt Metastasen in diesem Bereich.
 
Gemäß aktueller EAU-Leitlinie hat der Patient demnach ein metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom (mCRPC) entwickelt. Im nicht oder mild symptomatischen Stadium, in dem er sich befindet, werden in der Regel Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon (Abirateron/P) oder Enzalutamid empfohlen (1). "Es gab bislang keine Head-to-Head-Studien, doch ein Vergleich früherer Studien und unsere Erfahrungen sprechen für eine ähnliche Wirksamkeit von Abirateronacetat und Enzalutamid in dieser Indikation", betonte Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin.
 
Vergleichbare Wirksamkeit

 
Einen entsprechenden Hinweis liefert auch eine aktuelle prospektive Phase-II-Studie, die erstmals die beiden antihormonellen Wirkstoffe direkt miteinander vergleicht. In der Studie hatten 202 mCRPC-Patienten in der Erstlinientherapie randomisiert Abirateron/P oder Enzalutamid erhalten (2).
 
Nach einer Interimsanalyse von sekundären Endpunkten dieser Studie, die beim ASCO Annual Meeting 2017 präsentiert wurde, stellte sich nach zwölf Wochen unter Abirateron/P im Vergleich zu Enzalutamid zwar bei weniger Patienten ein Abfall des PSA-Wertes um mindestens 50% ein (55% vs. 77%; p=0,0012), doch bei der medianen Zeit bis zur bestätigten PSA-Progression zeigte sich kein signifikanter Unterschied (10,2 vs. 14,9 Monate; HR 0,83; p=0,372) (2). Auch hinsichtlich der medianen Zeit bis zur Progression (bestätigte PSA-, radiologische oder klinische Progression bzw. erkrankungsbedingter Tod) unterschieden sich die beiden Gruppen nicht signifikant (7,4 vs. 7,4 Monate; HR 0,82; p=0,266).
 
Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, mit der Therapie zu beginnen, nach der Folgetherapien wirksam bleiben, um über mehrere Therapielinien hinweg eine möglichst gute Wirksamkeit zu erzielen. Daher erwarten wir mit großem Interesse die nächste Auswertung dieser Studie, die ja darauf angelegt ist, den Therapiestart mit Abirateronacetat, gefolgt von Enzalutamid, und umgekehrt zu vergleichen. Würden sich hier Unterschiede zeigen, würde dies unsere Wahl der Erstlinientherapie des mCRPC sicher mitbestimmen, fasste Miller zusammen.
 
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