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Medizin
08. September 2016

Grundlagenforschung: Blutgefäße steuern die Entwicklung patrouillierender Monoyzten

Patrouillierende Monoyzten bewegen sich wie ein automatischer Staubsauger auf der Innenseite von Blutgefäßen und suchen sie nach Verletzungen ab. Treffen sie auf geschädigte Zellen, werden diese abgebaut, damit neue nachwachsen können. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass die Blutgefäße selbst für die Entstehung dieser patrouillierenden Monoyzten sorgen und dass diese aus herkömmlichen Monoyzten im Knochenmark und in der Milz entstehen.
Das Team um Prof. Dr. Florian Limbourg aus der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachjournal Nature Communications. Den Forschern gelang es auch, die spezialisierten Monozyten künstlich herzustellen. Sie hoffen, dass ihr Können in künftige Therapien mündet: "Bei Schäden der Blutgefäße, die zum Beispiel zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können, wäre es wahrscheinlich gut, für mehr patrouillierende Monozyten in den Blutgefäßen zu sorgen. Im Gegensatz dazu wäre es bei Autoimmunerkrankungen, bei denen zu viele Zellen abgebaut werden, sinnvoll, die Entstehung dieser spezialisierten Monozyten zu blockieren", sagt Prof. Limbourg.

Die Forscher haben entdeckt, dass die spezialisierten Monozyten durch eine Art Froschkönig-Kuss entstehen: Der direkte Kontakt zwischen einer "verletzten" Blutgefäßwandzelle und einem herkömmlichen Monozyt führt zur Verwandlung in einen patrouillierenden Monozyt. Als "Lippen" fungieren dabei der so genannte Ligand DLL1 auf der Blutgefäßwandzelle und der Rezeptor Notch2 auf dem Monozyten.
 

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover

Literatur:

Jaba Gamrekelashvili, Roberto Giagnorio, Jasmin Jussofie et al.
Regulation of monocyte cell fate by blood vessels mediated by Notch signalling
Nature Communications 7, Article number: 12597 doi:10.1038/ncomms12597
http://www.nature.com/articles/ncomms12597


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