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Medizin
05. Juni 2014

Graduierten-Stipendien für Forschung zur Rolle der Tregs beim Glioblastom

Welche Rolle spielen die regulatorischen T-Zellen (Tregs) im Kampf gegen das Glioblastom? Dieser Frage geht Dr. Stephanie Schipmann vom Universitätsklinikum Münster anhand unterschiedlicher Gewebeuntersuchungen nach. Ihre Forschung unterstützt die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung mit einem Graduierten-Stipendium.

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Das Glioblastom ist der häufigste und zugleich bösartigste Hirntumor, an dem allein in Deutschland jährlich 3.000 bis 4.000 Menschen erkranken. Die Patienten überleben von der Diagnose an nur durchschnittlich 14 bis 15 Monate. Die Krebszellen entkommen allen Angriffen des Immunsystems. Wie sie das schaffen, erforscht Dr. Stephanie Schipmann von der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Münster. "Beim Glioblastom wollen wir die Funktion der Tregs klären", sagt die Stiftungsstipendiatin. Es handelt sich dabei um die regulatorischen T-Zellen. Diese speziellen Zellen des Immunsystems unterdrücken die Aktivität der anderen Immunzellen, die Bakterien, Viren oder eben gefährliche Tumorzellen angreifen.
 
Der Kampf um das Überleben der Patienten erweist sich als schwer. Die Zellen des Glioblastoms wachsen zum einen hoch aggressiv mit massiver Bildung neuer Blutgefäße, die die Geschwulst mit Nährstoffen versorgen. Zum anderen bleiben die üblichen Waffen der Medizin im Kampf gegen den Krebs weitgehend stumpf. Operieren ist, wenn überhaupt, nur unvollständig möglich. Der Grund: Die Tumorzellen wandern weit und verästelt in das Gehirn hinein. So erwachsen regelrechte Inseln aus gesundem und krankem Gewebe, die sich dem Eingriff mit dem Skalpell entziehen. Auch Chemo- und Strahlentherapie wirken nur begrenzt. Deshalb unterstützt die Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung die Forschung von Dr. Schipmann mit einem Graduierten-Stipendium. "Wir hoffen, dass die Studien der Stipendiatin langfristig zu neuen Therapien gegen diese besonders heimtückische Erkrankung beitragen", sagt Dr. Andreas Kreiß, Geschäftsführer der Stiftung.
 
Wenn das Immunsystem nicht mitspielt: T-Zellen und Tumorzellen

Im Angesicht der schlechten Behandlungsmöglichkeiten wird innerhalb der Forschungslandschaft nach neuen Wegen, dem Tumor eines Tages besser beizukommen, gesucht - so auch Stephanie Schipmann durch die Untersuchung der Rolle der Tregs. In der Umgebung diverser Tumor-Typen - auch beim Glioblastom - finden sich scharenweise Tregs. Dies weist darauf hin, dass die Zellen eine Immunreaktion gegen die Tumorzellen unterbinden und dass Tumorzellen die Tregs aktiv in ihre Umgebung locken, um der Überwachung und Zerstörung durch das Immunsystem zu entgehen - und ungehemmt zu wachsen.
 
Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass die Glioblastom-Zellen einen wichtigen "Transkriptionsfaktor" namens FOXP3 herstellen können. Transkriptionsfaktoren kontrollieren die Aktivität von Genen. Zuvor dachten die Forscher, FOXP3 würde ausschließlich von den Tregs hergestellt. "Durch die Produktion von FOXP3 gewinnen Tumoren womöglich selbst immun-unterdrückende Eigenschaften", erklärt Stephanie Schipmann - und zwar ohne die Hilfe "normaler" Tregs.
 
Diese Vermutung soll in weiteren Untersuchungen geklärt werden. Zudem ist da noch das Molekül TGF-Beta, das im gesunden Organismus an vielen Stellen aktiv ist und auch die Immunantwort mit reguliert. Die Nachwuchsforscherin will prüfen, ob es im Glioblastom in seiner aktiven Form zu finden ist und dem Tumor hilft. Nicht zuletzt untersucht die Stipendiatin, ob die Tregs häufiger in Tumorgewebe vorkommen. Dies wird anhand der Gabe der Substanz 5-ALA und anschließender Bestrahlung der Glioblastom-Zellen mit Licht bestimmter Wellenlänge untersucht. Bei Operationen von Gliomen zeigen die unter dieser Bestrahlung leuchtenden Abbauprodukte von 5-ALA den Chirurgen an, wo sich gesundes von krankem Gewebe abgrenzt. Gewebe, das auf 5-ALA reagiert, ist besonders bösartig. Und Glioblastome haben, anders als weniger aggressive Hirntumore, einen hohen Anteil dieses leuchtenden, "5-ALA-positiven" Gewebes. Im besten Falle ermöglichen die Forschungen neue Ansatzpunkte für eine Immuntherapie gegen das Glioblastom.
 

 

Quelle: Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung


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