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Medizin

01. Juli 2020 Geschmacks- und Geruchsveränderungen: Ernährungsberatung mit sensorischem Training

Bis zu 70% aller Krebspatienten leiden unter Geschmacks- und Geruchsveränderungen (1). Da sich diese häufig negativ auf den Ernährungszustand und damit auf die Prognose der Patienten auswirken, ist es für den Therapieerfolg wichtig, Geschmacksstörungen zu mildern und die Geschmackswahrnehmung zu erhöhen. Um herauszufinden, ob sich die sensorischen Möglichkeiten durch eine Ernährungsberatung mit einem Geschmacks- und Geruchstraining steigern lassen, erhielten Krebspatienten in der nun mit dem Nutricia Förderpreis ausgezeichneten „TASTE“-Studie ein individuelles Training mit intensivierter Beratung. Studienziel war im Geschmackstest die Verbesserung der objektiven Geschmackswahrnehmung um 2 Taste-Strip-Punkte bei mindestens 50% der Patienten mit Geschmackseinschränkungen.
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Dazu wurden 62 Studienteilnehmer in eine Interventionsgruppe (Patienten mit Geschmacksstörungen, ≤ 8 Taste-Strip-Punkte) und eine Vergleichsgruppe (Patienten ohne geschmackliche Einschränkungen, ≥ 9 Taste-Strip-Punkte) eingeteilt und über 12 Wochen beobachtet (2). Alle Teilnehmer erhielten in der Klinik zu Beginn allgemeine Ernährungsinformationen, die Interventionsgruppe bekam zudem zu Beginn der Studie und in den Wochen 3-5 eine individuelle Ernährungsberatung sowie eine entsprechende Geruchs- und Geschmacksschulung. Das Training wurde von den Patienten der Interventionsgruppe mit Hilfe eines Wochenplans und detaillierten Informationen zu Hause fortgesetzt. Darüber hinaus erhielt jeder Patient 2 Riechstifte zum täglichen Riechtraining.

Ernährungsberatung mit sensorischem Training

Insgesamt zeigten die Studienergebnisse, dass eine Ernährungsberatung mit sensorischem Training einen erheblichen, positiven Einfluss auf die Geschmackswahrnehmung von Krebspatienten haben kann. „Nach 12 Wochen haben 92% der Patienten in der Interventionsgruppe beim Geschmackstest eine deutliche Verbesserung (um mindestens 2 Taste-Strip-Punkte) erreicht“, berichtet Studienleiterin von Grundherr. Die 30-jährige Preisträgerin resümiert: „Auch wenn noch weitere Untersuchungen folgen müssen, um die Ergebnisse der Studie zu bestätigen und zu vertiefen, scheint das Training in Kombination mit der Ernährungsberatung ein vielversprechender Ansatz zu sein, weshalb wir demnächst mit der multizentrischen „TASTE II “ Studie starten.“

Die „TASTE“- Studie ist für die Praxis von großer Bedeutung. Das bestätigt Prof. Dr. Peter Stehle, Vorsitzender der Jury des Nutricia Förderpreises und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM): „Wie die Studie erstmals belegt, ist effektives Geschmackstraining in der Praxis gut durchzuführen, sodass die Patientinnen und Patienten offensichtlich davon profitieren. Wir sind daher sehr beeindruckt von Frau von Grundherrs Forschungsarbeit und sind uns sicher, dass die Studie eine wichtige, innovative Grundlage für weitere Untersuchungen in diesem Bereich darstellt.“

Nutricia Förderpreis für medizinische Ernährungsforschung

Der mit 5.000 Euro dotierte Nutricia Förderpreis für medizinische Ernährungsforschung (ehemals Dr.-Werner-Fekl-Förderpreis) wird von Nutricia Milupa in Kooperation mit der DGEM und der Gesellschaft für klinische Ernährung der Schweiz (GESKES) seit 2002 jährlich an Nachwuchswissenschaftler verliehen. Der verliehene Preis soll junge Forscher dabei unterstützen, neue Erkenntnisse in einem der vielfältigen Themenbereiche der Ernährungsmedizin zu gewinnen. Ziel der Förderung ist es, die Versorgung von Patienten, die auf medizinische Ernährung angewiesen sind, kontinuierlich zu verbessern.

Quelle: Nutricia

Literatur:

(1) Spotten et al. (2017) Subjective and objective taste and smell changes in cancer. Annals of Oncology 28: 969 -984, 2017
(2) Julia von Grundherr et. Al (2019) Impact of taste and smell training on taste disorders during chemotherapy-TASTE trial. Cancer Management and Research 2019 : 4493-4504


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