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Medizin

29. September 2020 Geriatrisch-gerontologische Online-Konferenz: Preise über 4.000 Euro für bedeutende wissenschaftliche Arbeiten in der Altersmedizin verliehen

Herausragende Forschungsergebnisse in der Geriatrie: Im Rahmen der geriatrisch-gerontologischen Online-Konferenz sind heute der Förderpreis der Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung sowie der Bethesda-Forschungspreis des Wissenschaftsforums Geriatrie über insgesamt 4.000 Euro verliehen worden. „Die Auswahl der Siegerarbeiten ist bei der hohen Qualität der eingereichten Bewerbungen nicht leichtgefallen“, sagt DGG-Präsident Professor Hans Jürgen Heppner bei der virtuellen Preisverleihung. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet wurden Dr. Markus A. Hobert aus Kiel und Dr. Patrick Müller aus Magdeburg.
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Der mit 3.000 Euro dotierte Förderpreis der Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung geht in diesem Jahr an Dr. Patrick Müller, Mitglied der Arbeitsgruppe Neuroprotektion am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universitätsklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Magdeburg. Er wird mit dem Preis für seine Arbeit zum Thema „Tanzen zur Demenzprävention und Sturzprophylaxe bei Senioren“ ausgezeichnet. Die Ergebnisse seiner Studie legen nahe, dass die Bewegungssteuerung sowie die Erkennungs- und Erinnerungsfähigkeit des Gehirns durch ein Tanztraining mit überwiegend repetitiven motorischen Übungen verbessert werden und dass das Erlernen neuer Choreografien und Bewegungsabläufe einen positiven Effekt auf die neurodegenerativen Prozesse und die Lebensqualität ausübt. „Basierend auf diesen positiven Forschungsergebnissen untersuche ich aktuell in Kooperation mit einem interdisziplinären Projektteam der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in einem EU-geförderten Projekt den Einfluss eines sportiven Tanztrainings bei Personen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung“, so der Preisträger. „Mich haben diese Ergebnisse in zweifacher Hinsicht beeindruckt: Zum einen die Wirkung der Tanz-Choreographien auf die Förderung der Neuroplastizität. Und zum anderen die Begeisterung der Teilnehmer. Es hat allen sichtbar Spaß gemacht und gab den Teilnehmern ein großes Stück Lebensqualität“, sagt Laudator Hans Jürgen Heppner.

Bethesda-Forschungspreis zeichnet Dissertation zur kognitiven Flexibilität aus

Ausgezeichnet wird auch Dr. Markus A. Hobert, Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Schleswig-Holstein in Kiel. Er erhält für seine Dissertation mit dem Titel „The association of cognitive flexibility with prioritization and gait: A cross-sectional cohort study in healthy older adults“ den mit 1.000 Euro ausgelobten Bethesda-Forschungspreis des Wissenschaftsforum Geriatrie. Mit seiner Studie weist Dr. Hobert darauf hin, wie wichtig kognitive Flexibilität bei älteren Personen für das Gehen unter herausfordernden Geh-Situationen, wie beispielsweise dem Dual Tasking, ist. „Die Priorisierung des Gehens ist Teil eines komplexen Netzwerks aus motorischen Hirnarealen und kognitiven limbischen Strukturen,“ so Hobert. „Es liegt daher nahe, dass Defizite in diesem Netzwerk und der kognitiven Flexibilität zu Stürzen führen oder zumindest mögliche und wichtige Mechanismen dafür sein können.“ In weiteren Studien möchte der Preisträger nun den Zusammenhang von Sturzrisiken und Defiziten in der Priorisierung und Anpassung des Gehens untersuchen. „Unter den eingereichten, durchweg qualitativ guten Arbeiten zeichnet sich Herrn Hoberts Doktorarbeit, die aus zwei international hochrangig publizierten Arbeiten besteht, durch eine besonders gelungene Verbindung von grundlagenbezogener Theorie und praktischer Anwendbarkeit aus“, sagt Laudator Privatdozent Dr. Alexander Rösler, stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftsforums Geriatrie (WfG).

Quelle: DGG


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