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Medizin
05. Februar 2021
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Gastrointestinale Tumoren: Highlights vom virtuellen Gastrointestinal Cancers Symposium

Konnte im letzten Jahr das Gastrointestinal Cancers Symposium noch als einer der wenigen Kongresse des Jahres als Präsenzveranstaltung in San Francisco stattfinden, so war es doch eine der ersten Veranstaltungen, die als virtuelles Treffen für das Jahr 2021 geplant wurde. Am heimatlichen Bildschirm galt es, interessante und klinisch relevante Studien über die Breite der gastrointestinalen Entitäten zu verfolgen.
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Magenkarzinom: Proof of Concept für FGFR2b-gerichtete Therapie

Der FGFR2b-Rezeptor wird auf verschiedenen Tumorentitäten exprimiert, u.a. beim Magenkarzinom. In der doppelblinden, placebokontrollierten, randomisierten Phase-II-Studie FIGHT wurde die zusätzliche Gabe von Bemarituzumab, einem FGFR2b-gerichteter IgG1-Antikörper, zu mFOLFOX6 bei insgesamt 155 Patienten mit zuvor nicht behandeltem, nicht resektablem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs untersucht (1). Die als Phase-III geplante Studie wurde nach Rekrutierung von 155 Patienten in eine Proof-of-Concept-Studie der Phase-II umgewandelt.

Die in die FIGHT-Studie eingeschlossenen Patienten waren median 60 Jahre alt und in nahezu 60% der Fälle asiatischen Ursprungs. Das progressionsfreie Überleben (PFS) innerhalb der ITT-Population (primärer Endpunkt) wurde durch die Bemarituzumab-Gabe von median 7,4 auf 9,5 Monate verlängert (HR=0,68; 95%-KI: 0,44-1,04; p=0,0727) (Abb. 1). Nach 9 Monaten waren 52,5% versus 33,8% ohne Progress. Für das Gesamtüberleben (OS) wurde der Median im Bemarituzumab-Arm noch nicht erreicht und betrug im Placebo-Arm 12,9 Monate (HR=0,58; 95%-KI: 0,35-0,95; p=0,0268). Die 12-Monats-OS-Rate betrug 65,3% versus 56,9%. Ein Ansprechen zeigten 47% versus 33% der Patienten beider Studienarme, mit einer medianen Remissionsdauer von 12,2 versus 7,1 Monaten. An Nebenwirkungen traten insbesondere Stomatitis und trockene Augen häufiger im Bemarituzumab-Arm auf. 26,3% der Patienten brachen die Bemarituzumab-Therapie aufgrund von Nebenwirkungen an der Cornea ab. Die Ergebnisse befürworten die Durchführung einer prospektiven randomisierten Phase-III-Studie, so das Fazit der Autoren.
 
Abb. 1: Progressionsfreies Überleben (PFS) unter Bemaritzuzumab versus Placebo (mod. nach (1))
Abb. 1: Progressionsfreies Überleben (PFS) unter Bemaritzuzumab versus Placebo


Kolorektalkarzinom: Gute Risikoeinschätzung durch ctDNA-Messung

Patienten mit Kolorektalkarzinom, die einer Therapie mit kurativer Absicht unterzogen werden, erleiden einen Rückfall in etwa 20-30% der Fälle. Um eine bessere Risikoeinschätzung zu erhalten, wurde zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) als Marker für eine minimale residuale Resterkrankung (MRD) untersucht und bemerkenswerte Ergebnisse beim ASCO GI präsentiert (2).
Die erste auf ctDNA untersuchte Blutprobe wurde innerhalb von 2 Monaten nach der Tumorresektion genommen, zu einem Zeitpunkt also, an dem gegebenenfalls eine adjuvante Therapie begonnen wird. Von 198 Patienten mit ctDNA-negativem Befund bei dieser frühen Probennahme wurde ein Rückfall bei 13% beobachtet, von 20 Patienten mit ctDNA-positiver Erkrankung erlitten 80% der Patienten der Patienten einen Krankheitsrückfall (HR=11; 95%-KI 5,9-21; p<0,0001). 19 der 20 ctDNA-positiven Patienten erhielten eine adjuvante Chemotherapie, darunter auch die 4 Patienten, bei denen kein Krankheitsrückfall gesehen wurde.
Ein weiterer Zeitpunkt für die Bestimmung der ctDNA war das Ende der adjuvanten Therapie. Hier wurde bei 96 Patienten keine ctDNA und bei 12 Patienten eine Resterkrankung entdeckt. Einen Rückfall erlitten 12,5% der ctDNA-negativen sowie 83,3% der ctDNA-positiven Subgruppe. Durch weitere Probenauswertung im 3 Monatsrhythmus wurden mehr Patienten mit bestehender Resterkrankung identifiziert und die Rückfallrate der weiterhin ctDNA-negativen Patienten (n=174) auf 3,4% reduziert. Von den 28 Patienten, bei denen im Studienverlauf nach der adjuvanten Chemotherapie ein positiver Befund festgestellt wurde, kam es in 89,3% der Fälle zu einem Rezidiv. Im Vergleich zum Tumormarker CEA (carcinoembryonales Antigen) erwies sich die ctDNA als prognostisch genauer, zumindest in Bezug auf das untersuchte rezidivfreie Überleben (RFS).
 
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