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Medizin
29. September 2016

Gallengangkarzinome: Next-Generation-Sequencing in der klinischen Praxis

Gallengangkarzinome werden oft im fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert, der Einsatz einer systemischen Chemotherapie zeigt meist einen limitierten Nutzen. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie nahm an 412 intrahepatischen Cholangiosarkomen, 57 extrahepatischen Cholangiokarzinomen sowie an 85 Gallenblasenkarzinomen ein Genomprofiling per Next-Generation-Sequencing (NGS) vor.
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Die Mutationsprofile wurden mit den klinischen Ergebnissen von 321 Patienten korreliert, die Standard- oder experimentelle Therapien erhalten hatten. Mittels Cox-Regressionsmodell wurde die Korrelation der klinischen Variablen, gefundenen Mutationen und verabreichte Therapien zum Gesamtüberleben (Overall survival, OS) überprüft.
 
Die meist gefundenen genetischen Mutationen waren Tumorprotein 53 (TP53; 27%), Cyclin-abhängiger Kinase-Inhibitor 2A/B 2A/B (CDKN2A/B; 27%), KRAS (22%), AT-rich interactive domain-containing Protein 1A (ARID1A; 18%) und Isocitrat-Dehydrogenase 1 (IDH1; 16%) bei intrahepatischen Cholangiosarkomen; KRAS (42%), TP53 (40%), CDKN2A/B (17%) und SMAD4 (21%) bei extrahepatischen Cholangiokarzinomen; und TP53 (59%), CDKN2A/B (19%), ARID1A (13%), und ERBB2 (16%) beim Gallenblasenkarzinom.
 
Fibroblasten-Wachstumsfaktor (FGFR; 11%)- und IDH-Mutationen (20%) waren hauptsächlich begrenzt auf die intrahepatischen Cholangiosarkome und schienen sich gegenseitig auszuschließen. Bei den intrahepatischen Cholangiosarkomen waren TP53 und KRAS-Mutationen signifikant mit einem schlechteren OS assoziiert, wohingegen FGFR2-Mutationen mit einem verbesserten OS (p = 0,001) bei jungem Erkrankungsalter und weiblichem Geschlecht assoziiert waren. IDH1/2 Mutationen waren ohne prognostischen Wert. In einem multivariaten Modell blieben die Effekte von TP53- und FGFR-Mutationen signifikant (p < 0,05). Patienten mit FGFR-Mutation zeigten eine Überlegenheit bei zielgerichteter FGFR-Therapie verglichen mit der Standardtherapie (p = 0,006).  Die zielgerichtete Therapie bei intrahepatischen Cholangiosarkomen war mit einer Verlängerung des OS assoziiert.
 
Die hier vorgestellte Studie stellt das größte im klinischen Umfeld angesiedelte Genomprofiling-Datenset mit Gallengangkarzinom-Fällen dar. Den Ergebnissen entsprechend sollte Genomprofiling per Next-Generation-Sequencing stärker in der klinischen Praxis bei der Behandlung von Patienten mit Gallengangkarzinom berücksichtig werden.

(übers. v. siko)

Quelle: Cancer 2016

Literatur:

Milind Javle, Tanios Bekaii-Saab, Apurva Jain et al.
Biliary cancer: Utility of next-generation sequencing for clinical management
Cancer 2016; DOI: 10.1002/cncr.30254
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cncr.30254/abstract


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