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Medizin

17. November 2020 Frühes und metastasiertes HER2-positives Mammakarzinom: CHMP empfiehlt Fixdosiskombination Pertuzumab + Trastuzumab

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Zulassung der Fixdosiskombination von Pertuzumab (Perjeta®) und Trastuzumab (Herceptin®), PHESGO®, zur subkutanen (SC) Injektion in Kombination mit Chemotherapie für die Behandlung von Patienten mit frühem und metastasiertem HER2-positivem Mammakarzinom. Grundlage des positiven Votums sind die Resultate der FeDeriCa-Studie: Diese zeigten im direkten Vergleich mit intravenös (i.v.) verabreichtem Pertuzumab/Trastuzumab die Nicht-Unterlegenheit der Fixdosiskombination im Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit (1). Patienten kann so eine schnellere und weniger invasive Verabreichung der doppelten Antikörperblockade geboten werden (1). Die Ergebnisse der Präferenz-Studie PHranceSCa belegen, dass 85% der Patienten die SC Gabe favorisieren (2).
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Fixdosiskombination zur subkutanen Gabe nicht unterlegen

Die zulassungsrelevante Phase-III-Studie FeDeriCa untersuchte die Pharmakokinetik, Wirksamkeit und Sicherheit der SC Injektion der Fixdosiskombination in Kombination mit einer Chemotherapie im Vergleich zur i.v. Standardinfusion von Pertuzumab  und Trastuzumab in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium, die neoadjuvant und adjuvant behandelt wurden. Der primäre Studienendpunkt war die Nicht-Unterlegenheit des Serumtalspiegels (ctrough) von Pertuzumab vor Zyklus 8 in der Fixdosiskombination im Vergleich zu Pertuzumab (Nicht-Unterlegenheit der ctrough ist erreicht, wenn die untere Grenze des zweiseitigen 90%-KI für das Verhältnis des geometrischen Mittels (GMR) von Pertuzumab in PHESGO und i.v. verabreichtem Perjeta ≥ 0,8 ist) (1). Pertuzumab ctrough in der Fixdosiskombination war im Vergleich zu i.v. nicht unterlegen. Das GMR lag beim primären Endpunkt bei 1,22 (90%-KI: 1,14-1,31). Auch die Nicht-Unterlegenheit von Trastuzumab ctrough in der Fixdosiskombination gegenüber i.v. konnte gezeigt werden (GMR=1,33; 90%-KI: 1,24 – 1,43) (1). Die Raten der pathologischen Komplettremission (pCR, ypT0/is ypN0) waren vergleichbar zwischen den beiden Darreichungsformen (PHESGO: 59,7%; 95%-KI: 53,3 – 65,8; Pertuzumab und Trastuzumab i.v.: 59,5%; 90%-KI: 53,2 – 65,6) und konsistent zu bekannten Studien mit Pertuzumab  und Trastuzumab und Chemotherapie (1). Das Sicherheitsprofil und die kardiale Sicherheit waren zwischen den Darreichungsformen vergleichbar sowie konsistent zu dem bekannten Sicherheitsprofil der doppelten Antikörperblockade (1, 3-7).

Komfortabel für Patienten und Klinikpersonal: Klare Präferenz für die subkutane Gabe

85% der Patienten präferieren die Injektion. Dies zeigen die Daten der Phase-II-Crossover-Studie PHranceSCa, die die Präferenz von Patienten mit HER2-positivem Mammakarzinom für die Fixdosiskombination PHESGO zur subkutanen Gabe gegenüber der i.v. Gabe von Perjeta plus Herceptin untersuchte. In der PHranceSCa-Studie entschieden sich 87% der Patienten dafür, in der Verlängerungsphase ihre Therapie mit PHESGO auf ein Jahr zu komplettieren (2). Als wichtigste Vorteile der SC Verabreichung wurden von den Patienten der kürzere Klinikaufenthalt (42%) sowie die komfortablere Darreichungsform (26%) angeführt (2). Auch das medizinische Fachpersonal sprach sich für die SC Gabe aus und gab u.a. als Pluspunkte an, dass die Umstellung von i.v. Infusionen auf SC Injektionen Zeit und Ressourcen bei der Vorbereitung und Behandlung einspart (2).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Tan AR et al., SABCS 2019 (PD4-07)
(2) O’Shaughnessy J et al., Ann Oncol 2020; Vol 31, Supplement 4, S306-S307; Abstract No. 165MO;
Doi: https://doi.org/10.1016/j.annonc.2020.08.287
(3) Schneeweiss A et al., Ann Oncol 2013; 24:2278-2284
(4) Swain SM et al., Ann Oncol 2018; 29:646-653
(5) Gianni L et al., Lancet Oncol 2012; 12(1):25-32
(6) Swain SM et al., N Engl J Med 2015; 372:724-735
(7) von Minckwitz G et al., NEJM 2017; 377:122–131


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