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Medizin

12. Juni 2020 Frühe Daten zu den "Bispecifics" bei r/r NHL

Rezidivierte und refraktäre Non-Hodgkin-Lymphome (r/r NHL) wie das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom (r/r DLBCL) oder das follikuläre Lymphom (FL) haben eine sehr schlechte Prognose, sagte Dr. Sascha Dietrich, Heidelberg. Vielversprechende frühe klinische Daten zeigen für bispezifische Antikörper günstige Ansprechraten bei einem behandelbaren Sicherheitsprofil.
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CD20/CD3-bispezifische Antikörper, die ambulant 14-tägig als Kurzinfusion gegeben werden, zeigen sich in ersten klinischen Studien als gut verträglich. Die „Bispecifics“ induzieren T-Zell-Proliferation und den Tod maligner B-Zellen, indem sie monovalent an sowohl CD20 auf B-Zellen als auch an CD3 auf T-Zellen binden.

Verschiedene CD20/CD3-bispezifische Antikörper befinden sich in verschiedenen Formaten in klinischer Prüfung. So werden u.a. Mosunetuzumab, Odronexlamab, Epcoritamab sowie Glofitamab beim rr B-NHL evaluiert. Glofitamab konnte als Monotherapie und v.a. in Kombination mit Obinutuzumab (ORR: 71%) in der NP30179-Studie klinische Aktivität und ein dauerhaftes Ansprechen nach medianem Follow-up von 192 Tagen zeigen (1). Glofitamab wird zudem in einer Phase-Ib-Studie mit Atezolizumab geprüft, in 3 Dosierungen von Glofitamab. Gezeigt wurde eine ORR von 60% mit 36% Kompletremissionen (CR) in den 3 Kohorten. Erste Ergebnisse der Kombination von Glofitamab mit Polatuzumab werden erwartet, sagte Dr. Sarit Assouline.

Mosunetuzumab wurde in der GO29781-Studie der Phase 1/1b bei schwer vorbehandelten r/r NHL-Patienten (nach CD19 CAR-T-Zell-Therapie) evaluiert (2). Die ORR bei indolenten Lymphomen war 62,7% (43,3% CR) und bei aggressiven Lymphomen 37,1% (19,4% CR) (2). Es traten 19% schwere AEs auf, ein CRS hatten 28,9%, Neutropenie trat bei 24,1% auf. Ein Ansprechen konnte auch bei Patienten, die eine Re-Therapie mit Mosunetuzumab  bekamen, gezeigt werden (ORR: 75%, 25% CR).

„Es handelt sich um frühe Daten und Dosisfindungsstudien. Die Dauer des Ansprechens liegt uns z.B. noch nicht vor, und die ORR kommt nicht an das, was mit CAR-T-Zell-Therapien gesehen wird. Doch diese bispezifischen Antikörper könnten angesichts des Sicherheitsprofils möglicherweise für deutlich mehr Patienten in Frage kommen als eine CAR-T-Zell-Therapie“, so die EInschätzung von Dr. Sarit Assouline.

ab

Quelle: Session Opening & Zooming in on T-cell engaging therapies in NHL , Oral Presentation, Session: Bispecific antibodies in NHL (...), EHA25 virtual, 12.6.20

Literatur:

(1) Dickinson MJ et al. ICML 2019, oral presentation, 25EHA virtual, S241
(2) Schuster SJ et al. ASH 2019, #6, Blood (2019) 134 (Supplement_1): 6.

 


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