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Medizin
05. Juni 2014

Fortschritt in der zielgerichteten Therapie von Lungenkarzinomen

Eine internationale Studie zur Behandlung von Lungenkrebs weist die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung als Alternative zum Einsatz von Chemotherapie nach. Durch die Anwendung molekulargenetischer Untersuchungsmethoden lassen sich bestimmte Unterformen von Lungenkarzinomen identifizieren, die von neuen, "zielgerichteten" Krebsmedikamenten in besonderer Weise profitieren.

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Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Jedes Jahr erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts Berlin mehr als 51.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Trotz der meist sehr guten Wirkung neuer zielgerichteter Behandlungsmethoden zur Therapie von Lungenkarzinomen ist die Dauer ihrer Wirkung begrenzt. Bilden sich Resistenzen, steht in den meisten Fällen nur eine Chemotherapie als weitere Behandlungsmethode zur Verfügung.

In einer internationalen Studie unter Beteiligung des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) konnten Wissenschaftler jetzt erstmalig zeigen, dass bei Patienten mit ALK-positiven Lungenkarzinomen, die eine solche Resistenz auf das vor kurzem zugelassenen Medikament Crizotinib (Xalkori®) entwickelt haben, das Medikament Ceritinib eine sehr wirksame Alternative zur Chemotherapie sein kann. ALK-positive Lungenkarzinome betreffen etwa 3% der an Lungenkrebs erkrankten Patienten. Die diese Woche erstmals im renommierten New England Journal of Medicine veröffentliche Studie beschreibt die Wirkung von Ceritinib in einer Phase I-Studie, in die 114 Patienten mit meist intensiv vorbehandelten, ALK-positiven Lungenkarzinomen eingeschlossen wurden. Bei mehr als der Hälfte der Patienten kam es zu einer deutlichen Tumorrückbildung. Weitere Patienten profitierten von einer Stabilisierung des Tumorwachstums.

"Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich die dynamische Forschung auf dem Gebiet der Lungenkarzinome innerhalb kürzester Zeit in direkte Vorteile für unsere Patienten umsetzen lässt", erläutert Prof. Dr. med. Martin Schuler, Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung), der die Studie am UK Essen geleitet hat. "Die Erstbeschreibung von ALK-positiven Lungenkarzinomen erfolgte im Jahr 2007. Schon 2013 wurde mit Crizotinib ein zielgerichtetes Medikament für diese Form des Lungenkrebses zugelassen. Mit Ceritinib steht uns am Westdeutschen Tumorzentrum im Rahmen von Studien nun ein weiteres Medikament zur Verfügung, das diesen Patienten helfen kann", so Prof. Dr. med. Martin Schuler.

Das Lungenkrebszentrum am Westdeutschen Tumorzentrum mit seinen Standorten UK Essen und der Ruhrlandklinik ist eines der führenden Zentren auf dem Gebiet der zielgerichteten Behandlung von Lungenkarzinomen in Europa. Die neue zielgerichtete Tumortherapie wird in Tablettenform verabreicht. Aufgrund besonderer Nebenwirkungen ist jedoch eine kompetente onkologische Betreuung, wie sie in der Ambulanz des Westdeutschen Tumorzentrums am UK Essen angeboten wird, zwingend erforderlich.

Quelle: UK Essen


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