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Medizin

11. Oktober 2019 Fortgeschrittenes Urothelkarzinom: Studie mit alltagsnahen Patienten bestätigt Nutzen von Immuntherapie mit Atezolizumab

Die Ergebnisse der IIIb-Studie SAUL mit Atezolizumab beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms (mUC) präsentierte Prof. Dr. med. Axel S. Merseburger, Lübeck, auf dem aktuellen Urologenkongress in Hamburg. Hierbei konnten die guten Ergebnisse der evidenzbasierten Untersuchung IMvigor211 im wesentlichen bestätigt werden.
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„SAUL ist eine mutige Studie“, betonte Merseburger. „Denn dabei handelt es sich um die einzige Untersuchung einer Krebsimmuntherapie mit prospektiven Daten an einem alltagsnahen Patientenkollektiv.“ Von den insgesamt 997 Patienten hatte ein erheblicher Anteil (n=101) einen ECOG Performance-Status von 2. Einige Probanden wiesen Hirnmetastasen auf. Ebenso fanden sich im Kollektiv Probanden mit einer GFR kleiner 30 ml/min (n=46), wie außerdem Patienten mit Autoimmunerkrankungen.

Wirksam auch bei Problempatienten

In der SAUL-Studie mit Atezolizumab (Tecentriq®), referiert der Uro-Onkologe die Resultate, „profitierten 4 von 10 Patienten von dieser Therapie“, und zwar in dem Sinne, dass zumindest eine stabile Erkrankung (27%) erreicht werden konnte, eine partielle Remission (10%) oder sogar eine Komplett-Remission (3%). Beim einem sekundären Endpunkt, dem Gesamtüberleben (OS), wurde in der SAUL-Studie eine mediane Zeit von 8,7 Monaten gemessen. „Dies war“, hob Merseburger hervor, „bei diesem alltagsnahen Kollektiv fast genau so lange wie bei der klinischen Studie IMvigor211, wo es 8,6 Monate betrug.

Ein weiteres Resultat war ein nahezu identisches Ansprechen auf die Medikation mit dem PD-L1-Inhibitor wie es bei Gabe einer Chemotherapie dokumentiert wurde, fügt der Urologe hinzu. Zudem besonders wichtig: wenn der Patient auf die Atezolizumab-Behandlung anspricht, darf mit einer langen Ansprechdauer gerechnet werden. Im klinischen Studiendesign bei der IMvigor211 betrug die mediane Ansprechzeit 21,7 Monate; in der SAUL-Untersuchung war der Median nach über einem Jahr (12,7 Monate) noch nicht erreicht (1, 2).

Auch bei den Sicherheitsdaten, bei der SAUL-Studie der primäre Endpunkt, waren Nebenwirkungen (UEs), die zum Therapieabbruch führten mit 6 % der Probanden selten. Schwerwiegendere UEs sah man bei gut einem Drittel der Patienten (37%) (2, 3).
Neu bei Atezolizumab sind drei verschiedene Intervalloptionen. Es kann – bei verschiedener Einzeldosis – alle zwei, drei oder vier Wochen infundiert werden. Die initiale Infusionsdauer beträgt 60 Minuten; bei guter Verträglichkeit kann die Infusionszeit auf 30 Minuten reduziert werden.
„Die SAUL-Studie ist sehr wichtig für uns,“ resümiert Merseburger. „Denn sie zeigt, dass das Potenzial von Tecentriq® in der Uro-Onkologie noch lang nicht ausgeschöpft ist. Diese Daten können die Evidenz zur Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Therapie um ein Patientenkollektiv erweitern, das uns in der täglichen Praxis tatsächlich begegnet.“

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: Behandlung des mUC – bereits auf dem Weg zur personalisierten Therapie?, im Rahmen des 71. Kongresses der DGU (Deutschen Gesellschaft für Urologie), Hamburg, 20. Sept. 2019; Veranstalter Roche

Literatur:

(1) Powles T et al. Lancet 2018; 391: 748-57
(2) Sternberg CN et al. Eur Urol 2019; pii: S0302-2838(19)30201-5
(3) Sternberg CN et al. ASCO 2019; Abstr. PD4519


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