Mittwoch, 2. Dezember 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
Medizin

17. Oktober 2019 Fortgeschrittenes Urothelkarzinom: Cisplatin-ungeeignete Patienten können von PD-1-Inhibition in der Erstlinie profitieren

Die Keynote-052-Studie zeigte, dass die Immuntherapie mit Pembrolizumab zu hohen Ansprechraten bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten mit einem fortgeschrittenen Urothelkarzinom und einem hohen Immunscore führt.
Anzeige:
Xospata
 
Cisplatin-haltige Chemotherapien sind beim fortgeschrittenen bzw. metastasierten Urothelkarzinom Therapiestandard, sofern der Allgemeinzustand und Komorbiditäten des Patienten es zulassen. Wenn eingeschränkte ­Nierenfunktion, herabgesetzter Allgemeinzustand, Neuropathie, Hörverlust oder Herzinsuffizienz die Therapie nicht erlauben, sind Carboplatin-Kombinationstherapien keine Alternative, weil sie Cisplatin-basierten Therapien hinsichtlich Ansprechrate und Überleben unterlegen sind. Als wirksame Option hat sich in dieser Situation die Immuntherapie etwa mit Pembrolizumab oder Atezolizumab erwiesen.

Für den PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®) hat die multizentrische, offene Phase-II-Studie Keynote-052 die Wirksamkeit und Sicherheit in dieser Population demonstriert [1]. Sie schloss 370 Cisplatin-­ungeeignete Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom ein. Das mediane Alter war 74 Jahre, 77% der Patienten waren Männer. Sie erhielten als Erstlinienbehandlung eine Monotherapie mit Pembrolizumab (200 mg i.v. alle 3 Wochen) über bis zu 24 Monate oder bis zum Auftreten intolerabler Toxizität bzw. bis zum Progress der Erkrankung. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Gesamtansprechrate (ORR) bewertet mittels verblindeter, unabhängiger und zentraler Befundung (BICR) gemäß RECIST-Kriterien 1.1.

Das Ansprechen war abhängig von der Höhe des Immunscores, wie Prof. Dr. Christian Thomas, Dresden, berichtete. Bei Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren mit einem Combined Positive Score (CPS) ≥ 10 (n=110; 30%) erreichte die ORR 47% und war damit mehr als doppelt so hoch wie bei Patienten mit geringerer Expression (CPS < 10), die zu 21% ansprachen. 20% der Patienten mit dem hohen Immunscore entwickelten eine Vollremission und 27% eine Teilremission. Subgruppenanalysen zeigten, dass die Ansprechrate unabhängig vom Alter und vom Performance-Status (PS) war. Patienten ≥ 75 Jahre und ECOG-PS 2 profitierten vergleichbar gut wie Patienten, die jünger waren oder einen besseren PS hatten. Das mediane Gesamt­überleben als sekundärer Wirksamkeitsendpunkt erreichte 19 Monate.

Vorteil der Immuntherapie gegenüber Chemotherapie sei das bessere Nebenwirkungsprofil, so Thomas. Häufigste unerwünschte Ereignisse waren Fatigue mit 18% und Pruritus mit 17%, sowie Rash (12%), Appetitverlust (10%), Hypothyreose (10%), Diarrhoe (9%) und Nausea (8%). Damit entsprach das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab den bisherigen Erfahrungen.

Michael Koczorek

Quelle: Symposium „Immunonkologische Therapie beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom – Überlebenserwartung neu definiert?“, DGU-Kongress, Hamburg, 19.09.2019; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Vuky J et al. J Clin Oncol 2018; 36(suppl): ­Abstract 4524.


Anzeige:
Piqray

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fortgeschrittenes Urothelkarzinom: Cisplatin-ungeeignete Patienten können von PD-1-Inhibition in der Erstlinie profitieren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab